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30.10.26

Grüner Tee Sencha von Kräuterparadies, Produktfoto

Grüner Tee: Sorten, Herkunft und richtige Zubereitung

Das Wichtigste in Kürze

Grüner Tee stammt wie schwarzer Tee von der Teepflanze Camellia sinensis, wird aber nach der Ernte nicht oxidiert. Deshalb bleiben die Blätter grün und der Geschmack frisch, grasig oder nussig. Gießen Sie grünen Tee mit 70 bis 80 °C heißem Wasser auf und lassen Sie ihn 1 bis 3 Minuten ziehen, dann schmeckt er mild und nicht bitter. Gute Blätter lassen sich zwei- bis dreimal aufgießen.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist grüner Tee?

Grüner Tee, schwarzer Tee, weißer Tee und Oolong kommen alle von derselben Pflanze: der Teepflanze Camellia sinensis. Den Unterschied macht die Verarbeitung. Bei schwarzem Tee lässt man die gerollten Blätter an der Luft oxidieren, sie werden dunkel. Beim grünen Tee wird genau das verhindert.

Dazu werden die frisch gepflückten Blätter kurz erhitzt. In China geschieht das traditionell in großen Pfannen oder Woks, in Japan mit heißem Wasserdampf. Danach werden die Blätter gerollt, in Form gebracht und getrocknet. So behalten sie ihre grüne Farbe und ihren frischen, pflanzlichen Geschmack. Je nach Methode schmeckt der Tee eher grasig und frisch (gedämpft) oder eher nussig und leicht rauchig (in der Pfanne erhitzt).

Woher kommt grüner Tee?

Die Heimat des Tees ist China. Dort wird grüner Tee seit vielen Jahrhunderten getrunken, und noch heute ist er die beliebteste Teeart des Landes. Zu den bekannten chinesischen Grüntees gehören Gunpowder, Lung Ching und Chun Mee.

Nach Japan brachte der buddhistische Mönch Eisai Ende des 12. Jahrhunderts Teesamen aus China mit. Aus den ersten Pflanzungen entwickelte sich eine ganz eigene Teekultur, bis hin zur japanischen Teezeremonie. In Japan wird bis heute fast ausschließlich grüner Tee getrunken, vom alltäglichen Sencha bis zum feinen Matcha. Auch in Korea, Vietnam und anderen Ländern Asiens hat grüner Tee eine lange Tradition.

Welche Sorten grüner Tee gibt es?

Die Vielfalt ist riesig. Diese Sorten sollten Sie kennen:

  • Sencha: Der bekannteste grüne Tee Japans. Der Name bedeutet „gedämpfter Tee“. Sencha schmeckt frisch, grasig und leicht herb mit einer feinen Süße, die Tasse leuchtet goldgelb bis grünlich. Heute wird Sencha auch in China hergestellt.
  • Gunpowder: Ein Klassiker aus China, dessen Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt werden. Sie erinnern an Schießpulver, daher der Name. Gunpowder schmeckt kräftig und leicht rauchig und ist sehr ergiebig.
  • Hōjicha: Ein gerösteter grüner Tee aus Japan. Durch das Rösten wird er braun und schmeckt mild, nussig und kaum herb. In Japan wird er gern zum Essen gereicht.
  • Matcha: Fein vermahlener grüner Tee, der nicht aufgegossen, sondern mit dem Bambusbesen aufgeschlagen wird. Alles darüber lesen Sie im Ratgeber Matcha.

Ein naher Verwandter ist der weiße Tee wie unser Pai Mu Tan: Knospen und junge Blätter, die nur gewelkt und getrocknet werden. Er schmeckt sanft und blumig. Einen Überblick über alle Teearten gibt der Ratgeber Teesorten.

Grüner Tee Gunpowder aus China, zu kleinen Kugeln gerollte Teeblätter

Gunpowder: Die gerollten Kügelchen öffnen sich langsam im heißen Wasser.

Hōjicha, gerösteter grüner Tee aus Japan mit nussigem Aroma

Hōjicha: gerösteter Grüntee mit mildem, nussigem Aroma.

Wie bereitet man grünen Tee richtig zu?

Grüner Tee ist empfindlicher als schwarzer. Mit diesen Schritten gelingt er:

  1. Wasser abkühlen lassen: Kochen Sie das Wasser auf und lassen Sie es einige Minuten stehen, bis es 70 bis 80 °C erreicht. Kalkarmes, frisches Wasser schmeckt am feinsten.
  2. Tee abmessen: Etwa 1 Teelöffel (rund 2 g) auf 200 ml Wasser. Die Blätter sollten Platz haben, sich zu entfalten, im Sieb, im Tee-Ei oder lose in der Kanne.
  3. Kurz ziehen lassen: Sencha 1 bis 2 Minuten, Hōjicha etwa 1 Minute, Gunpowder 2 bis 3 Minuten.
  4. Abgießen: Gießen Sie den Tee vollständig ab, damit die Blätter nicht weiterziehen.
  5. Erneut aufgießen: Gute grüne Tees vertragen zwei bis drei Aufgüsse. Den zweiten lassen Sie etwas kürzer, den dritten etwas länger ziehen. Jeder Aufguss schmeckt ein wenig anders.

Mehr zu Wassertemperaturen und Ziehzeiten aller Teesorten erfahren Sie im Ratgeber Tee richtig zubereiten.

Matchapulver, fein gemahlener grüner Tee aus Japan

Matcha: grüner Tee als feines Pulver, aufgeschlagen statt aufgegossen.

Warum schmeckt grüner Tee bitter?

Wenn grüner Tee bitter schmeckt, liegt es fast immer an einem von drei Dingen:

  • Das Wasser war zu heiß: Sprudelnd kochendes Wasser holt aus den zarten Blättern vor allem die herben Stoffe heraus.
  • Der Tee hat zu lange gezogen: Schon eine Minute zu viel macht aus einem frischen Sencha einen strengen Aufguss.
  • Es war zu viel Tee: Lieber mit weniger Blättern beginnen und beim nächsten Mal nachjustieren.

Auch die Lagerung spielt eine Rolle. Grüner Tee verliert an der Luft schnell sein frisches Aroma. Bewahren Sie ihn deshalb kühl, trocken, lichtgeschützt und gut verschlossen auf, getrennt von stark duftenden Lebensmitteln wie Kaffee oder Gewürzen.

Sabines Tipp

„Im Sommer setze ich Hōjicha gern kalt an: einen Teelöffel in ein Glas kaltes Wasser, eine Stunde in den Kühlschrank, fertig. Er schmeckt dann ganz weich und nussig. Und bei Sencha schaue ich wirklich auf die Uhr, die zwei Minuten sind schneller um, als man denkt.“

Grüner Tee mit Ingwer, Minze oder Milch

Mit Ingwer: Ein paar dünne Scheiben frischer Ingwer in der Kanne geben grünem Tee eine angenehme Schärfe. Gießen Sie trotzdem nicht kochend auf, sonst wird der Tee bitter.

Mit Minze: In Marokko und anderen Ländern Nordafrikas ist grüner Tee mit frischer Minze und Zucker das Zeichen der Gastfreundschaft. Traditionell nimmt man dafür Gunpowder aus China, gibt einen großen Strauß Nanaminze in die Kanne und gießt den süßen Tee aus großer Höhe in kleine Gläser, damit sich ein Schaum bildet.

Mit Milch: Klassischer Sencha wird pur getrunken. Hōjicha und Matcha dagegen schmecken auch als Latte mit aufgeschäumter Milch oder Haferdrink sehr gut. Für einen Gunpowder-Latte den Tee 3 bis 5 Minuten bei 90 °C ziehen lassen, abseihen und mit warmer Milchschaumhaube servieren.

Was Sie dafür brauchen

Alle Grün- und Schwarztees ansehen

Häufige Fragen zum grünen Tee

Wie lange muss grüner Tee ziehen?

Meist 1 bis 3 Minuten, je nach Sorte. Sencha 1 bis 2 Minuten, Hōjicha etwa 1 Minute, Gunpowder 2 bis 3 Minuten. Längeres Ziehen macht den Tee nicht kräftiger, sondern vor allem herber.

Welche Wassertemperatur braucht grüner Tee?

Zwischen 70 und 80 °C. Lassen Sie kochendes Wasser einige Minuten abkühlen oder nutzen Sie einen Wasserkocher mit Temperaturwahl.

Was ist der Unterschied zwischen Sencha und Matcha?

Beide sind grüner Tee aus Japan. Sencha besteht aus gedämpften, gerollten Blättern, die aufgegossen und abgeseiht werden. Matcha wird aus beschattet angebauten Blättern zu feinem Pulver vermahlen und mit Wasser aufgeschlagen, man trinkt also das ganze Blatt.

Welcher grüne Tee schmeckt besonders mild?

Hōjicha. Durch das Rösten verliert er die grasige Herbe und schmeckt weich, nussig und leicht karamellig. Auch weißer Tee wie Pai Mu Tan ist sehr sanft.

Kann man grünen Tee kalt aufgießen?

Ja. Für einen Cold Brew geben Sie den Tee in kaltes Wasser und lassen ihn eine bis mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen. Der Aufguss schmeckt dann besonders mild und frisch.

Wie oft kann man grünen Tee aufgießen?

Hochwertige lose Blätter vertragen zwei bis drei Aufgüsse. Jeder schmeckt etwas anders, oft ist der zweite sogar der aromatischste.

Quellen: Wikipedia: Grüner Tee · Wikipedia: Japanische Teezeremonie