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21.06.22

Krauseminze, Nanaminze ganz, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Krauseminze, Pfefferminze & Co.: Minzsorten im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

Krauseminze (Mentha spicata) und Pfefferminze (Mentha × piperita) sind die beiden wichtigsten Minzen in Küche und Teetasse. Pfefferminze schmeckt durch ihren hohen Mentholgehalt kühl und kräftig, Krauseminze durch das Aroma Carvon mild, süßlich und frisch, wie man es von Spearmint kennt. Die Nanaminze ist eine Krauseminze und gehört in den marokkanischen Minztee. Alle Minzen breiten sich über Ausläufer aus und wachsen im Garten am besten mit Wurzelsperre oder im Topf.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was ist Krauseminze?

Minze ist nicht gleich Minze. Wer einmal frische Pfefferminze und frische Krauseminze nebeneinander probiert hat, schmeckt den Unterschied sofort. Die eine ist kühl und fast scharf, die andere weich, süßlich und erinnert an Kaugummi. Bei uns im Kräuterhof haben wir beide im Sortiment, und viele Kundinnen fragen, welche denn nun die richtige ist. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was Sie vorhaben.

Die Krauseminze, botanisch Mentha spicata, ist eine der ältesten kultivierten Minzen. Im Englischen heißt sie Spearmint, „Speerminze“, nach ihren spitzen, ährenförmigen Blütenständen. Ihren deutschen Namen verdankt sie den Formen mit gekräuselten, welligen Blättern. Sie wird 30 bis 90 Zentimeter hoch, hat hellgrüne, fast ungestielte Blätter mit gesägtem Rand und blüht im Sommer blasslila.

Der typische Geschmack der Krauseminze kommt vom Aromastoff Carvon, der auch im Kümmel steckt. Menthol enthält sie kaum. Deshalb schmeckt sie mild, frisch und leicht süß, ohne den kühlen Hauch der Pfefferminze.

Welche Minzsorten gibt es?

Die Gattung Mentha gehört zu den Lippenblütlern. Minzen kreuzen sich leicht untereinander, deshalb gibt es unzählige Sorten und Hybriden. Die wichtigsten im Überblick:

  • Pfefferminze (Mentha × piperita): eine Kreuzung aus Wasserminze und Krauseminze, Ende des 17. Jahrhunderts in England beschrieben. Viel Menthol, kühl, kräftig, leicht pfeffrig. Weil sie kaum keimfähige Samen bildet, wird sie über Ausläufer und Stecklinge vermehrt. Bei uns kommt sie als fränkische Pfefferminze im Blattkrüll-Schnitt.
  • Krauseminze (Mentha spicata): mild, süßlich, Spearmint-Aroma. Ideal für Tee, Salate und orientalische Küche.
  • Nanaminze: eine Krauseminze aus Nordafrika mit kräftigem, süßem Aroma. Das arabische Wort naʿnāʿ bedeutet schlicht Minze.
  • Apfelminze (Mentha suaveolens): rundliche, weich behaarte Blätter mit fruchtigem Duft. Eine weiß-grün panaschierte Form heißt Ananasminze.
  • Schokoladenminze: eine Pfefferminz-Sorte mit dunklen Stängeln und einem Duft, der an Pfefferminzschokolade erinnert.
  • Wasserminze und Ackerminze: heimische Wildminzen an Bachufern, feuchten Wiesen und Ackerrändern, mit kräftigem, oft etwas herbem Duft.

Für den Alltag genügt meist eine einfache Regel: Pfefferminze, wenn es kühl und kräftig sein soll, Krauseminze, wenn es mild und süßlich sein soll.

Geschnittene marokkanische Krauseminze für Minztee

Marokkanische Krauseminze: mild, süßlich und wie gemacht für den Minztee.

Nanaminze und marokkanischer Minztee

In Marokko ist Minztee weit mehr als ein Getränk. Er wird zur Begrüßung gereicht, nach dem Essen und zu jeder Gelegenheit dazwischen. Die Zubereitung ist ein kleines Ritual, und die Nanaminze ist ihr Herzstück.

  1. Tee spülen: 1 bis 2 Teelöffel chinesischen Grüntee, etwa Gunpowder, in eine Kanne geben, mit wenig heißem Wasser übergießen, kurz schwenken und das Wasser abgießen.
  2. Minze dazugeben: Eine große Handvoll frische Nanaminze oder 2 Esslöffel getrocknete Krauseminze in die Kanne geben.
  3. Aufgießen und süßen: Mit etwa 750 ml kochendem Wasser auffüllen und nach Geschmack Zucker dazugeben. In Marokko darf es ruhig süß sein.
  4. Ziehen lassen: 3 bis 5 Minuten ziehen lassen.
  5. Aus der Höhe eingießen: Den Tee in kleine Gläser gießen und die Kanne dabei langsam anheben. So entsteht ein feiner Schaum.

Mehr über die Teeblätter für diese Mischung lesen Sie in unserem Ratgeber Grüner Tee.

Minze in der Küche

In der Küche ist die Krauseminze meist die bessere Wahl, weil ihr mildes Aroma Speisen nicht überdeckt. Pfefferminze passt dagegen gut zu Süßem und Schokolade. Ein paar bewährte Ideen:

  • Taboulé: Bulgur mit sehr viel Petersilie, Krauseminze, Tomaten, Zitronensaft und Olivenöl.
  • Joghurt-Dip: Griechischer Joghurt mit Gurke, Knoblauch, Salz und fein gehackter Minze zu Gegrilltem.
  • Erbsen mit Minze: Junge Erbsen in Butter schwenken und mit Minze und etwas Zitronenschale abschmecken.
  • Melone mit Feta: Wassermelone, Feta, rote Zwiebel und Minzblätter, ein Sommersalat in fünf Minuten.
  • Minzsauce: In England traditionell zum Lammbraten: gehackte Minze mit Essig und etwas Zucker.

Getrocknete Minze lässt sich zwischen den Fingern zerreiben und direkt über Salate, Bulgur oder Linsengerichte streuen. Fein gemahlenes Pfefferminzpulver färbt und aromatisiert Desserts, Smoothies, Schokoladencreme oder Kekse.

Pfefferminzpulver, fein gemahlene grüne Minze für Desserts und Getränke

Pfefferminzpulver: Minzfrische zum Einrühren in Desserts und Smoothies.

Pfefferminztee heiß und kalt

Pfefferminztee ist einer der beliebtesten Kräutertees in Deutschland. Für eine Tasse übergießen Sie einen Esslöffel getrocknete Pfefferminze mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen ihn 5 bis 8 Minuten zugedeckt ziehen. Je länger er zieht, desto kräftiger wird er.

An heißen Tagen machen wir daraus gern eine Sommererfrischung, die weniger süß ist als gekaufte Säfte:

  1. Tee kochen: 4 Esslöffel Pfefferminze mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen, ziehen lassen, abseihen und abkühlen lassen.
  2. Zitronen vorbereiten: Eine unbehandelte Zitrone in dünne Scheiben schneiden, die Kerne entfernen und die Scheiben in eine Glaskaraffe legen. Eine zweite Zitrone auspressen.
  3. Mischen: Den kalten Tee über die Zitronenscheiben gießen und je nach Geschmack den Saft einer halben oder ganzen Zitrone dazugeben.
  4. Servieren: Gut gekühlt genießen, wer mag, mit Eiswürfeln und einem frischen Minzzweig.

Mehr Rezepte für kalte Tees finden Sie im Ratgeber Eistee selber machen. Gute Partner für eigene Minzmischungen sind Zitronenmelisse, Zitronengras, Apfelstückchen und Hibiskus.

Sabines Tipp

„Für den kalten Pfefferminztee mit Zitrone nehme ich gern halb Pfefferminze und halb Krauseminze. Die Pfefferminze bringt die Frische, die Krauseminze eine weiche Süße. So schmeckt er auch Kindern, die Pfefferminze sonst zu scharf finden.“

Fränkische Pfefferminze im Blattkrüll-Schnitt für Pfefferminztee

Fränkische Pfefferminze: große Blattstücke mit kräftigem Mentholduft.

Minze pflanzen, ernten und trocknen

Minze ist im Garten fast unverwüstlich, manchmal mehr, als einem lieb ist. Sie breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und erobert in wenigen Jahren ein ganzes Beet. So halten Sie sie in Schach:

  1. Standort: Sonnig bis halbschattig, auf frischem, humusreichem Boden. Minze mag es eher feucht als trocken.
  2. Wurzelsperre: Pflanzen Sie Minze in einen großen Eimer ohne Boden, den Sie so eingraben, dass der Rand einige Zentimeter herausschaut. Alternativ eignet sich ein großer Topf auf der Terrasse.
  3. Sorten trennen: Setzen Sie verschiedene Minzen nicht direkt nebeneinander, sonst wachsen sie ineinander und lassen sich kaum noch unterscheiden.
  4. Verjüngen: Alle drei bis vier Jahre im Frühjahr ausgraben, teilen und an einer neuen Stelle pflanzen. So bleibt das Aroma kräftig.

Zum Trocknen ernten Sie die Triebe kurz vor der Blüte, am besten an einem trockenen Vormittag. Schneiden Sie ganze Stängel eine Handbreit über dem Boden ab, binden Sie sie zu kleinen Sträußen und hängen Sie sie kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort auf. Sind die Blätter raschelnd trocken, streifen Sie sie ab und füllen sie in dunkle Gläser. Mehr dazu im Ratgeber Kräuter trocknen. Lassen Sie ein paar Triebe blühen: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben die Minzblüten.

Was Sie dafür brauchen

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Ätherische Minzöle sind nur für Duftlampe und Diffuser gedacht, nicht zum Einnehmen. Mehr dazu im Ratgeber Duftöle für den Raumduft.

Häufige Fragen zur Minze

Was ist der Unterschied zwischen Krauseminze und Pfefferminze?

Pfefferminze enthält viel Menthol und schmeckt kühl und kräftig. Krauseminze enthält kaum Menthol, ihr Hauptaroma ist Carvon, deshalb schmeckt sie mild, süßlich und nach Spearmint.

Ist Nanaminze eine Krauseminze?

Ja. Nanaminze ist eine Sorte der Krauseminze (Mentha spicata) aus Nordafrika. Sie ist die klassische Minze für den marokkanischen Minztee.

Welche Minze nimmt man für Mojito und Hugo?

Meist Krauseminze oder Nanaminze, weil ihr mildes, süßliches Aroma gut zu Limette, Holunderblüte und Zucker passt. Pfefferminze schmeckt darin schnell zu kräftig.

Wie trocknet man Minze richtig?

Ganze Stängel kurz vor der Blüte ernten, zu kleinen Sträußen binden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Danach die Blätter abstreifen und dunkel lagern.

Kann man Pfefferminztee kalt trinken?

Ja. Kalter Pfefferminztee mit Zitronenscheiben und etwas Zitronensaft ist ein beliebtes Sommergetränk. Den Tee dafür heiß aufgießen und dann vollständig abkühlen lassen.

Wie verhindert man, dass sich Minze im Garten ausbreitet?

Mit einer Wurzelsperre, etwa einem eingegrabenen Eimer ohne Boden, oder indem Sie die Minze in einem großen Topf ziehen.