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30.10.26

Petersilienwurzel, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Petersilienwurzel: Geschmack, Küche und Unterschied zur Pastinake

Das Wichtigste in Kürze

Petersilienwurzel ist die Wurzel der Wurzelpetersilie, einer Form der Petersilie (Petroselinum crispum), die auf eine dicke, cremeweiße Rübe gezüchtet wurde. Sie schmeckt würzig nach Petersilie und Sellerie, mild und leicht süßlich. Von der Pastinake unterscheiden Sie sie am Blattansatz, am Geruch der Blätter und am Geschmack. In der Küche gehört sie in Brühe, Suppen, Eintöpfe und Pürees, getrocknet ist sie eine kräftige Würze.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Petersilienwurzel?

Wenn meine Mutter früher eine Rinderbrühe aufgesetzt hat, kam immer ein Bund Wurzelwerk in den Topf: Karotte, Lauch, Sellerie und eine schlanke, weiße Wurzel, die ich als Kind für eine blasse Karotte hielt. Das war die Petersilienwurzel.

Botanisch ist sie keine eigene Art, sondern eine Zuchtform der Petersilie, Petroselinum crispum. Während man bei der Blattpetersilie auf üppiges Grün achtet, wurde die Wurzelpetersilie auf eine dicke, kegelförmige Rübe gezüchtet. Im Englischen heißt sie deshalb auch Hamburg parsley, bei uns findet man den Namen Hamburger Petersilie.

Wie Karotte, Sellerie, Pastinake und Liebstöckel gehört sie zu den Doldenblütlern. Die Wurzel wird etwa 15 bis 20 Zentimeter lang und ist cremeweiß bis hellgelb. Das Laub sieht aus wie glatte Petersilie und lässt sich genauso verwenden.

Wie schmeckt Petersilienwurzel?

Roh schmeckt Petersilienwurzel kräftig würzig, eine Mischung aus Petersilie und Sellerie mit einer leicht süßen, nussigen Note. Beim Kochen wird sie milder und runder. Deshalb ist sie in Brühen so beliebt: Sie gibt Tiefe, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Getrocknet ist das Aroma konzentrierter. Ein Esslöffel getrocknete Petersilienwurzel bringt einer Suppe fast so viel Würze wie eine frische Wurzel. Zusammen mit Selleriewurzel und Liebstöckel, dem alten „Maggikraut“, ergibt sie die Grundlage einer kräftigen Gemüsebrühe.

Getrocknete Selleriewurzel in Würfeln, ein klassischer Begleiter der Petersilienwurzel

Der klassische Partner in der Brühe: getrocknete Selleriewurzel.

Petersilienwurzel oder Pastinake: der Unterschied

Auf dem Wochenmarkt liegen beide oft nebeneinander, und auf den ersten Blick sehen sie sich sehr ähnlich. Mit diesen Merkmalen erkennen Sie den Unterschied:

  1. Blattansatz: Bei der Petersilienwurzel wachsen die Blätter direkt aus dem gewölbten Kopf der Rübe. Bei der Pastinake ist der Blattansatz eingesenkt und von einem deutlichen Rand umgeben.
  2. Größe und Form: Die Pastinake ist meist dicker, hat eine breite „Schulter“ und wird zur Spitze hin schnell dünn. Die Petersilienwurzel ist schlanker und gleichmäßiger.
  3. Farbe: Petersilienwurzel ist eher weiß, Pastinake eher elfenbeinfarben bis gelblich.
  4. Geruch: Reiben Sie ein Blatt zwischen den Fingern. Riecht es nach Petersilie, haben Sie eine Petersilienwurzel in der Hand.
  5. Geschmack: Die Pastinake schmeckt süßer, nussiger und erinnert an Karotte. Die Petersilienwurzel ist würziger und kräuteriger.

In vielen Rezepten lassen sich beide austauschen. Für Brühen und Eintöpfe nehme ich lieber die Petersilienwurzel, für Ofengemüse und süßliche Pürees gern die Pastinake.

Wie verwendet man Petersilienwurzel in der Küche?

Frische Petersilienwurzel schälen Sie wie eine Karotte. Sie passt in Brühen, Suppen und Eintöpfe, als Püree zu Fleisch und Fisch, in Gemüsepfannen und auf das Blech mit Ofengemüse. Roh und fein geraspelt schmeckt sie im Salat mit Apfel und Nüssen.

Die getrocknete Wurzel ist das ganze Jahr verfügbar und eine Würze, die in keinem Vorratsschrank fehlen sollte. Geben Sie sie von Anfang an mit in den Topf, damit sie Zeit hat, ihr Aroma abzugeben. Gute Partner sind Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Wacholder und Majoran. Für die große Festtagsbrühe an Weihnachten finden Sie weitere Ideen in unserem Ratgeber Weihnachtsessen würzen.

Rezept: Cremige Petersilienwurzelsuppe

  1. Zutaten für 4 Personen: 500 g frische Petersilienwurzeln, 1 mehligkochende Kartoffel, 1 Zwiebel, 1 EL Butter, 1 Liter Gemüsebrühe, 1 EL getrocknete Petersilienwurzel, 1 Lorbeerblatt, 100 ml Sahne, Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Petersiliengrün.
  2. Anschwitzen: Zwiebel würfeln und in der Butter glasig dünsten. Petersilienwurzeln und Kartoffel schälen, klein schneiden und kurz mitdünsten.
  3. Köcheln: Mit der Brühe ablöschen, getrocknete Petersilienwurzel und Lorbeerblatt dazugeben und alles etwa 25 Minuten weich köcheln.
  4. Pürieren: Lorbeerblatt herausnehmen, die Suppe fein pürieren und die Sahne einrühren.
  5. Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat würzen. Mit gehackter Petersilie und ein paar gerösteten Haselnüssen servieren.
Geschnittene getrocknete Liebstöckelwurzel für kräftige Brühen

Liebstöckelwurzel: das Maggikraut für die Brühe.

Petersilienwurzel anbauen, ernten und lagern

Petersilienwurzel lässt sich gut im eigenen Garten ziehen. Gesät wird von März bis April direkt ins Beet, in tiefgründigen, lockeren Boden ohne Steine. Die Samen keimen langsam, rechnen Sie mit drei bis vier Wochen. Halten Sie die Saat in dieser Zeit gleichmäßig feucht. Säen Sie nicht dort, wo im Vorjahr schon Petersilie, Sellerie oder Karotten standen.

Geerntet wird ab Oktober. Die Wurzeln vertragen Frost und können mit einer Laubdecke bis in den Winter im Beet bleiben. Im Keller halten sie in einer Kiste mit feuchtem Sand mehrere Wochen.

Zum Trocknen schneiden Sie die Wurzeln in dünne Scheiben und trocknen sie im Dörrgerät oder im Backofen bei etwa 40 bis 50 Grad, bis sie brechen. In einem dunklen, gut schließenden Glas bleibt das Aroma rund ein Jahr erhalten.

Getrocknetes Suppengrün mit Petersilienwurzel, Sellerie, Karotte und Lauch

Alles für die Brühe in einem: unser Suppengrün.

Marks Tipp

„In jede Brühe, die bei uns zu Hause auf dem Herd steht, kommt ein Esslöffel getrocknete Petersilienwurzel, zusammen mit etwas Selleriewurzel und einem Stück Liebstöckelwurzel. Das ist mein kleines Geheimnis für eine Suppe, die nach Sonntag schmeckt. Die Wurzeln dürfen ruhig eine Stunde mitziehen.“

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Petersilienwurzel

Kann man Petersilienwurzel roh essen?

Ja. Fein geraspelt schmeckt sie würzig im Salat, zum Beispiel mit Apfel, Karotte und Walnüssen. Gekocht wird sie milder und süßlicher.

Was ist der Unterschied zwischen Petersilienwurzel und Pastinake?

Die Petersilienwurzel ist schlanker, weißer und schmeckt würzig nach Petersilie und Sellerie. Die Pastinake ist dicker, hat einen eingesenkten Blattansatz und schmeckt süßer und nussiger.

Kann man Petersilienwurzel durch Pastinake ersetzen?

In den meisten Rezepten ja. Das Gericht wird dann etwas süßer und weniger kräuterig. Wer das typische Aroma möchte, gibt zusätzlich etwas getrocknete Petersilienwurzel dazu.

Wie verwendet man getrocknete Petersilienwurzel?

Geben Sie sie von Anfang an mit in Brühe, Suppe oder Eintopf, damit sie ihr Aroma abgeben kann. Etwa ein Esslöffel reicht für einen Liter Flüssigkeit.

Kann man das Grün der Petersilienwurzel essen?

Ja, es schmeckt wie glatte Petersilie und lässt sich genauso verwenden, frisch oder getrocknet.

Wann hat Petersilienwurzel Saison?

Frisch gibt es sie von Oktober bis in den März. Getrocknet können Sie sie das ganze Jahr über verwenden.

Quellen: Wikipedia: Wurzelpetersilie · Wikipedia: Pastinake