Das Wichtigste in Kürze
Rotklee (Trifolium pratense), auch Wiesenklee genannt, ist ein heimischer Hülsenfrüchtler mit rosa bis purpurnen, kugeligen Blütenköpfchen, der von Mai bis September auf Wiesen und an Wegrändern blüht. Rotkleeblüten sind essbar: Frisch schmücken sie Salat, Quark und Desserts, getrocknet ergeben sie einen mild-süßlichen, leicht erdigen Blütentee. Für Hummeln ist Rotklee eine wichtige Futterpflanze, für Landwirte ein Gründünger und für viele Menschen ein Glückssymbol.
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Inhalt
Was ist Rotklee?
Wenn im Frühsommer die Wiesen bunt werden, leuchten zwischen Gräsern und Margeriten die rosa Köpfchen des Rotklees. Er ist eine der bekanntesten Wiesenblumen bei uns und trotzdem ein stiller Begleiter, den man leicht übersieht. Viele erinnern sich vor allem an eines: In der Kindheit zupfte man einzelne Blütenröhrchen heraus und saugte den süßen Nektar aus.
Botanisch heißt der Rotklee Trifolium pratense. Trifolium bedeutet „Dreiblatt“, pratense „auf Wiesen wachsend“. Er gehört zur großen Familie der Hülsenfrüchtler, wie Erbse, Bohne und Lupine. Die Pflanze wird meist 15 bis 40 Zentimeter hoch und lebt einige Jahre.
Jedes Blatt besteht aus drei eiförmigen Teilblättchen, die oft eine helle, halbmondförmige Zeichnung tragen. Die Blüten stehen in kugeligen bis eiförmigen Köpfchen von zwei bis drei Zentimetern. Typisch ist, dass direkt unter dem Köpfchen zwei Blätter sitzen, wie ein kleiner grüner Kragen. Geblüht wird von Mai bis in den September.
Verwechseln kann man ihn höchstens mit anderen Kleearten. Der Weißklee kriecht am Boden, hat weiße Köpfchen auf langen, blattlosen Stielen und wächst oft im Rasen. Der Inkarnatklee trägt längliche, blutrote Blütenähren und wird vor allem als Gründünger angebaut.

Wundklee: ein gelb blühender Verwandter des Rotklees von mageren Wiesen.
Warum lieben Hummeln den Rotklee?
Jedes Rotklee-Köpfchen besteht aus vielen einzelnen Schmetterlingsblüten. Ihr Nektar sitzt tief unten in einer langen, schmalen Blütenröhre. Honigbienen kommen mit ihrem kurzen Rüssel oft nicht bis dorthin. Hummeln mit ihrem langen Rüssel dagegen schon. Deshalb ist der Rotklee eine typische Hummelblume, und wo er blüht, brummt es den ganzen Sommer.
Auch für die Landwirtschaft ist er seit Jahrhunderten wertvoll. Wie alle Hülsenfrüchtler lebt der Rotklee in Gemeinschaft mit Knöllchenbakterien an seinen Wurzeln. Sie binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Deshalb wird Rotklee als Futterpflanze und Gründünger angebaut: Er verbessert den Boden für die nächste Kultur.
Im 18. Jahrhundert warb der Landwirt Johann Christian Schubart so eifrig für den Kleeanbau, dass Kaiser Joseph II. ihn als „Edler von dem Kleefelde“ in den Adelsstand erhob. Im eigenen Garten können Sie Rotklee ganz einfach in eine Blumenwiese einsäen. Er mag Sonne und eher magere Böden.
Klee als Glücksbringer
Kaum eine Pflanze ist so sehr mit Glück verbunden wie der Klee. Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, hat nach altem Volksglauben Glück. Solche Blätter entstehen durch eine seltene Laune der Natur, beim Weißklee häufiger als beim Rotklee. Das dreiblättrige Kleeblatt galt im christlichen Volksglauben als Sinnbild der Dreifaltigkeit. In Irland erzählt man, der heilige Patrick habe den Menschen mit einem Kleeblatt die Dreifaltigkeit erklärt. Bis heute ist das Shamrock das Zeichen des St. Patrick’s Day.
Auch bei uns war der Klee ein beliebtes Motiv auf Glückwunschkarten, Glücksbringern und zum Jahreswechsel. Und manche Oma steckte ihren Enkeln einfach ein Rotkleeköpfchen ans Revers.

Steinklee, auch Honigklee genannt, duftet nach Heu und Honig.
Sind Rotkleeblüten essbar?
Ja, Rotkleeblüten sind essbar und eine hübsche Zutat für die Sommerküche. Frisch schmecken sie mild und leicht süßlich. Am hübschesten sind die einzelnen Blütenröhrchen, die Sie aus dem Köpfchen zupfen und über das Essen streuen.
- Salat: Über einen grünen Blattsalat oder einen Wildkräutersalat gestreut, bringen die rosa Blüten Farbe auf den Teller.
- Quark und Butterbrot: Gezupfte Blüten auf Kräuterquark oder einem Butterbrot mit Schnittlauch sehen aus wie Konfetti.
- Ausgebacken: Ganze Köpfchen am Stiel in Pfannkuchenteig tauchen und kurz in heißem Fett ausbacken, ähnlich wie Holunderblüten.
- Desserts: Auf Panna cotta, Joghurt oder Obstsalat sind sie eine essbare Dekoration.
Weitere Blüten für die Küche stellt unser Ratgeber Essbare Blüten vor.
Rotkleeblüten sammeln und trocknen
- Den richtigen Platz suchen: Sammeln Sie auf ungedüngten Wiesen abseits von Straßen und Hundewegen. Fragen Sie bei Wiesen, die gemäht werden, den Besitzer.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Pflücken Sie an einem trockenen, sonnigen Tag am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Nehmen Sie nur frisch aufgeblühte Köpfchen, braune lassen Sie stehen.
- Schonend ernten: Knipsen Sie die Köpfchen einzeln ab und lassen Sie genug für die Hummeln stehen.
- Trocknen: Die Köpfchen locker nebeneinander auf ein Gitter oder Papier legen und an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Ab und zu wenden. Nach einigen Tagen sind sie trocken, wenn sie leicht rascheln.
- Lagern: In einem gut schließenden, dunklen Glas aufbewahren. So behalten die Blüten ihre Farbe.
Ausführlich beschreiben wir das Trocknen im Ratgeber Kräuter trocknen. Allgemeine Sammelregeln finden Sie unter Wildkräuter sammeln.

Gänseblümchen und Rotklee: zwei Wiesenblumen für eine sommerliche Teemischung.
Wie schmeckt Rotkleeblüten-Tee?
Ein Aufguss aus getrockneten Rotkleeblüten ist hell, mild und schmeckt leicht süßlich und erdig. Er ist ein ruhiger Tee ohne Ecken und Kanten und passt gut zu anderen Wiesenblumen.
- Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel Rotkleeblüten in eine Tasse oder ein Teesieb geben.
- Aufgießen: Mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Für eine bunte Wiesenblütenmischung kombinieren Sie zwei Teile Rotklee mit je einem Teil Gänseblümchen, Wundklee und Frauenmantel. Wer es kräuteriger mag, gibt etwas Melisse oder Schafgarbe dazu. Wie Sie eigene Mischungen zusammenstellen, zeigt unser Ratgeber Kräutertee selber mischen.
Sabines Tipp
Im Sommer friere ich einzelne frische Rotkleeblüten mit Wasser in Eiswürfelformen ein. In einer Karaffe mit Wasser und ein paar Zitronenscheiben sieht das hübsch aus, und die Gäste fragen jedes Mal, was da schwimmt.
Was Sie dafür brauchen
RotkleeblütenGetrocknete Blütenköpfchen für Tee und MischungenAnsehen
WundkleeblütenGoldgelbe Blüten als Farbtupfer im TeeAnsehen
SteinkleeDuftet nach Heu und HonigAnsehen
GänseblümchenZarte Wiesenblüten für Tee und TellerAnsehen
FrauenmantelkrautMildes Kraut für WiesenkräutermischungenAnsehen
SchafgarbenblüteHerbe Note für kräftigere BlütenteesAnsehenHäufige Fragen zum Rotklee
Sind Rotkleeblüten essbar?
Ja. Die Blüten des Rotklees sind essbar und schmecken mild und leicht süßlich. Sie eignen sich frisch für Salat, Quark und Desserts oder ausgebacken im Teigmantel, getrocknet für Tee.
Wie schmeckt Tee aus Rotkleeblüten?
Mild, leicht süßlich und erdig. Für eine Tasse übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen ihn 8 bis 10 Minuten ziehen.
Wann blüht Rotklee?
Rotklee blüht von Mai bis September. Die schönsten Köpfchen zum Sammeln findet man im Frühsommer, bevor die Wiesen zum ersten Mal gemäht werden.
Was ist der Unterschied zwischen Rotklee und Weißklee?
Rotklee wächst aufrecht, hat rosa bis purpurne Köpfchen und zwei Blätter direkt unter der Blüte. Weißklee kriecht am Boden, blüht weiß und trägt seine Köpfchen auf langen, blattlosen Stielen.
Wann sammelt man Rotkleeblüten?
An einem trockenen, sonnigen Tag am späten Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist. Gepflückt werden nur frisch aufgeblühte, kräftig gefärbte Köpfchen.