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01.11.26

Steinöl Haussalbe, 100 ml – Kräuterparadies seit 1887

Steinöl: Was ist Tiroler Steinöl und woher kommt es?

Das Wichtigste in Kürze

Steinöl, in Tirol auch Tiroler Steinöl oder Dirschenöl genannt, ist ein dunkles Öl, das aus Ölschiefer gewonnen wird. Der Schiefer enthält Reste von Meerestieren aus der Erdgeschichte und wird in Tirol, unter anderem im Bächental im Karwendel, abgebaut und in einer Art Schwelverfahren erhitzt. Den Namen „Tiroler Steinöl“ gab dem Öl der Tiroler Martin Albrecht, der 1902 eine Lagerstätte bei Pertisau am Achensee entdeckte. In Seifen, Salben und Shampoos steht es in der Zutatenliste meist als „Sodium Shale Oil Sulfonate“.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Steinöl?

Steinöl ist ein Öl, das aus Stein gewonnen wird, genauer gesagt aus Ölschiefer. Das ist ein dunkles, schieferartiges Gestein, das reich an Bitumen ist, also an organischen Resten aus der Erdgeschichte. In den Tiroler Ölschiefern stecken Spuren von Meerestieren wie Muscheln, Schnecken und Fischen. Das zeigt, dass die Berge, in denen heute Gämsen klettern, einmal Meeresboden waren.

Gewinnt man aus diesem Gestein Öl, spricht man in Tirol von Steinöl. In älteren Quellen findet man auch den Namen Dirschenöl. Österreich gewinnt Steinöl nach der Überlieferung seit dem Mittelalter. Händler, die „Dirscheler“, trugen es weit über die Grenzen hinaus, bis auf den Balkan und in die Niederlande.

Roh ist Steinöl dunkel und zähflüssig und hat einen kräftigen, eigenwilligen Geruch, den viele mit Teer vergleichen. Für Produkte wird es weiterverarbeitet.

Woher kommt das Tiroler Steinöl?

Ölschiefer gibt es in Tirol an mehreren Stellen. Bei Seefeld, an der Stelle Ankerschlag, wurde Ölschiefer gewonnen, bis man die Gewinnung dort 1964 aufgab. Berühmter ist das Gebiet rund um den Achensee im Karwendel. Dort entdeckte der Tiroler Martin Albrecht (geboren 1876 in Zirl bei Innsbruck) im Jahr 1902 eine kleinere Lagerstätte auf dem Seeberg bei Pertisau und trieb den Maria-Stollen in den Fels. Später kam das Bächental im Karwendel dazu, auf rund 1.500 Metern Höhe.

Albrecht nannte sein Öl „Tiroler Steinöl“. Der Name hat sich bis heute gehalten. Das Unternehmen blieb in Familienhand, und nach dem Museumsbeitrag wird es heute in der vierten Generation geführt.

Steinöl Seife als Stück mit Tiroler Steinöl und Glycerin

Die Steinöl Seife enthält Tiroler Steinöl und Glycerin.

Wie wird Steinöl gewonnen?

Wie der Ölschiefer zu Öl wird, lässt sich mit dem alten Verfahren gut erklären, das das Tiroler Steinölmuseum in Pertisau zeigt:

  1. Abbauen: Der Ölschiefer wird im Stollen oder, wie heute, im Tagebau abgebaut. Im Winter ruht der Betrieb in der Höhe des Bächentals.
  2. Zerkleinern: Der Schiefer wird in kleine Stücke gebrochen.
  3. Erhitzen: Die Stücke kommen in abgedeckte Eisengefäße, die Schweltiegel, und werden langsam über Feuer erhitzt. Man nennt das Schwelen.
  4. Kondensieren: Die Dämpfe, die dabei entstehen, kühlen ab und kondensieren. Das Öl tropft in eine Sammelkanne.
  5. Weiterverarbeiten: Das so gewonnene Rohöl wird anschließend für weitere Produkte aufbereitet.

Die Zahlen aus dem Bächental zeigen, wie viel Schiefer es braucht: Aus etwa 2,4 Tonnen Ölschiefer entstehen an einem Tag 70 bis 80 Liter Steinöl. Früher musste das Öl von „Öl-Trägern“ über das Gröbner Joch getragen werden, im Winter ging es in Fässern auf Schlitten ins Tal. Später erleichterte eine Materialseilbahn die Arbeit.

Wer sich dafür interessiert, kann das Tiroler Steinöl-Museum Vitalberg in Pertisau am Achensee besuchen. Dort sind historische Fotos, ein Schaustollen und ein nachgebauter Steinöl-Brennofen zu sehen.

Welche Steinöl-Produkte gibt es?

In unserem Sortiment finden Sie Steinöl in verschiedenen Produkten. Die Beschreibungen sind sachlich: Wir nennen Bestandteile und Anwendung, nicht mehr.

  • Steinöl Seife: eine Seife mit Tiroler Steinöl und Glycerin, 100 g.
  • Steinöl Duschgel: mit Inhaltsstoffen pflanzlichen Ursprungs, enthält Duftstoffe. In 200 ml und 500 ml.
  • Steinöl Haarshampoo: mit reinem Tiroler Gebirgswasser und Tiroler Steinöl, ebenfalls in 200 und 500 ml.
  • Steinöl Körpermilch: auf Basis von Tiroler Quellwasser, Jojobaöl und Avocadoöl, 300 ml.
  • Steinöl Haussalbe: eine klassische Salbe aus vier Bestandteilen: Tiroler Steinöl, gelbem Bienenwachs, Lanolin und weißer Vaseline. Enthält Lanolin (Wollwachs).
  • Steinöl Hautbalsam: mit Jojobaöl, Avocadoöl, Sheabutter, Bienenwachs und Tiroler Steinöl.
Steinöl Hautbalsam mit Jojobaöl, Avocadoöl, Sheabutter und Bienenwachs

Der Steinöl Hautbalsam verbindet Steinöl mit Jojobaöl, Avocadoöl, Sheabutter und Bienenwachs.

Weitere Produkte mit Steinöl gibt es auch für Tiere; Details finden Sie jeweils auf der Produktseite. Wer sich für Steinöl-Haarshampoo im Vergleich zu festem Shampoo interessiert, liest den Ratgeber Haarseife und festes Shampoo.

Steinöl Körpermilch auf Basis von Tiroler Quellwasser, Jojobaöl und Avocadoöl

Die Steinöl Körpermilch basiert auf Tiroler Quellwasser, Jojobaöl und Avocadoöl.

Was bedeutet „Sodium Shale Oil Sulfonate“ in der Zutatenliste?

Auf der Verpackung von Steinöl-Produkten stoßen Sie auf einen englischen Fachbegriff: Sodium Shale Oil Sulfonate. Das ist die Bezeichnung für sulfoniertes Schieferöl, also für das Steinöl, das für Seifen, Shampoos und Salben aufbereitet wurde. In der Zutatenliste ist der Name vorgeschrieben (INCI), auch wenn auf der Vorderseite „Tiroler Steinöl“ steht.

Die Zutatenliste nennt alle Bestandteile des Produkts in absteigender Reihenfolge ihres Anteils. Wer auf bestimmte Stoffe achten muss, etwa auf Lanolin in der Haussalbe oder Duftstoffe im Duschgel, findet dort und in der Produktbeschreibung die nötigen Angaben.

Hinweis: Steinöl-Produkte sind nur zur äußeren Anwendung bestimmt. Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Beachten Sie die Angaben auf der Verpackung.

Wie bewahrt man Steinöl-Produkte auf?

Steinöl-Salben und -Balsame bewahren Sie kühl, trocken und gut verschlossen auf, nicht neben der Heizung. Seifen halten sich, wenn sie nach dem Gebrauch abtrocknen können. Flüssige Produkte verschließen Sie nach Gebrauch gleich wieder. Das Mindesthaltbarkeitsdatum finden Sie auf der Verpackung.

Sabines Tipp

Der Geruch von Steinöl ist eigenwillig und nicht jedermanns Sache. Wer ihn zum ersten Mal kennenlernt, beginnt mit einem kleinen Produkt wie der Seife und merkt dann schnell, ob er ihn mag.

Steinöl Duschgel mit Tiroler Steinöl, in zwei Größen erhältlich

Das Steinöl Duschgel gibt es in 200 ml und 500 ml.

Naturkosmetik hat bei uns im Kräuterhof eine lange Tradition. Eigene Rezepte zum Selbermachen stellen wir im Ratgeber Naturkosmetik selber machen vor, dort finden Sie auch die Lärchenpechsalbe. Wer lieber selbst Seife gießt, liest den Ratgeber Seife selber machen mit Kindern. Und weil Steinöl aus den Alpen kommt, passt auch ein Blick auf die Zirbe, den Baum der Berge.

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Häufige Fragen

Was ist Tiroler Steinöl?

Ein Öl, das in Tirol aus Ölschiefer gewonnen wird. Den Namen „Tiroler Steinöl“ gab ihm Martin Albrecht, der 1902 eine Lagerstätte bei Pertisau am Achensee entdeckte.

Woher kommt Steinöl?

Aus Ölschiefer-Lagerstätten in den Tiroler Alpen, besonders am Achensee und im Bächental im Karwendel. Früher wurde Ölschiefer auch bei Seefeld abgebaut.

Wie wird Steinöl hergestellt?

Der Ölschiefer wird zerkleinert und in geschlossenen Gefäßen langsam erhitzt (geschwelt). Die Dämpfe kühlen ab, das Öl tropft in eine Kanne. Danach wird es für Produkte aufbereitet.

Was bedeutet Sodium Shale Oil Sulfonate?

So heißt das aufbereitete Steinöl (sulfoniertes Schieferöl) in der Zutatenliste. Es ist die vorgeschriebene Bezeichnung für Steinöl in Seifen, Shampoos und Salben.

Wie riecht Steinöl?

Roh kräftig und eigenwillig, vergleichbar mit Teer. Fertige Produkte wie Duschgel oder Körpermilch enthalten Duftstoffe, die in der Zutatenliste angegeben sind.

Wo kann man mehr über Steinöl erfahren?

Im Tiroler Steinöl-Museum Vitalberg in Pertisau am Achensee. Dort zeigen historische Fotos, ein Schaustollen und ein Brennofen, wie früher gearbeitet wurde. Öffnungszeiten erfragen Sie direkt beim Museum.