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30.10.26

Teufelskralle geschn., 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Teufelskralle: Pflanze der Kalahari und ihre Hakenfrüchte

Das Wichtigste in Kürze

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine kriechende Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse, die in der Kalahari in Namibia, Botswana und Südafrika wächst. Ihren Namen verdankt sie den holzigen Früchten mit hakenbesetzten Armen. Verwendet werden die getrockneten Speicherwurzeln; rund 90 Prozent der gehandelten Ware stammen aus Namibia, meist aus Wildsammlung durch die ländliche Bevölkerung.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist die Teufelskralle?

Kaum ein Pflanzenname klingt so dramatisch wie Teufelskralle. Wer die Frucht einmal in der Hand hatte, versteht ihn sofort. Bei uns im Kräuterhof ist die Teufelskralle eine der weitgereisten Pflanzen im Regal, und ihre Geschichte führt in eine der trockensten Landschaften der Erde.

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gehört zur Familie der Sesamgewächse. Sie ist also eine entfernte Verwandte des Sesams, den Sie aus der Küche kennen. Die Pflanze ist ausdauernd und krautig. Aus einer bis zu einem Meter tiefen Hauptwurzel wachsen jedes Jahr neue Triebe, die sich anderthalb bis zwei Meter lang flach über den roten Sand legen. Der Artname procumbens bedeutet genau das: niederliegend.

Nach den seltenen Regenfällen öffnen sich große, glockenförmige Blüten in Hellrosa bis Purpurrot mit hellem, gelblichem Schlund. Jede Blüte hält nur einen einzigen Tag. In der Trockenzeit sterben die oberirdischen Triebe ab, und die Pflanze zieht sich ganz in den Boden zurück.

Sesamkörner natur, Samen aus der Familie der Sesamgewächse wie die Teufelskralle

Sesam und Teufelskralle gehören zur selben Pflanzenfamilie.

Warum heißt die Pflanze Teufelskralle?

Den Namen hat die Pflanze von ihren Früchten. Sie sind bis zu 15 Zentimeter groß, holzig und tragen etwa zehn bis sechzehn gebogene Arme, die mit spitzen Widerhaken besetzt sind. Zuerst sind sie hellgrün, dann purpurn, am Ende hell beigebraun.

Diese Haken sind ein raffinierter Trick der Natur. Sie verfangen sich im Fell oder an den Hufen vorbeiziehender Tiere, die die Frucht so über weite Strecken mitnehmen. Irgendwann wird sie zertreten und gibt ihre Samen frei. Botaniker nennen solche Früchte deshalb auch Trampelkletten.

Der botanische Gattungsname beschreibt dasselbe Bild: Harpagophytum ist aus dem griechischen harpagos für Enterhaken und phyton für Pflanze zusammengesetzt, also „Hakenpflanze“. Auf Englisch heißt sie devil's claw, auf Afrikaans duiwelsklou. Die Teufelskralle hat übrigens nichts mit der Katzenkralle zu tun, einer Liane aus dem Amazonasgebiet, die ihren Namen krallenförmigen Dornen verdankt.

Getrocknete Katzenkralle, Liane aus dem Amazonas, nicht verwandt mit der Teufelskralle

Katzenkralle: ähnlicher Name, ganz andere Pflanze aus Südamerika.

Woher kommt die Teufelskralle?

Die Teufelskralle ist im südlichen Afrika zu Hause, vor allem in der Kalahari. Hauptverbreitungsgebiete sind Namibia, Botswana und Südafrika. Sie wächst auf tiefem, rotem Sandboden in offener Busch- und Graslandschaft, wo es im Sommer heiß ist und nur wenig Regen fällt.

Namibia ist das wichtigste Herkunftsland. Etwa 90 Prozent der weltweit gehandelten Teufelskralle stammen von dort. Der kommerzielle Export begann in den 1960er-Jahren und ist seitdem stark gewachsen. Nach Europa kam das Wissen um die Pflanze schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Namibia deutsche Kolonie war.

Die Völker der San und Khoi kennen die Teufelskralle seit Jahrhunderten. Bis heute wird sie überwiegend wild gesammelt, und für viele Familien in abgelegenen Regionen ist der Verkauf der Wurzeln eine wichtige Einnahmequelle.

Rooibos Tee aus Südafrika, wie die Teufelskralle eine Pflanze des südlichen Afrika

Rooibos: noch eine Pflanze aus dem südlichen Afrika in unserem Sortiment.

Wie wird die Teufelskralle geerntet?

Das Besondere an der Teufelskralle liegt unter der Erde. Neben der tiefen Hauptwurzel bildet sie seitliche Speicherwurzeln, knollig verdickt, bis zu 25 Zentimeter lang und mehrere Zentimeter dick. In ihnen legt die Pflanze Wasser und Reserven für die lange Trockenzeit. Genau diese Speicherwurzeln werden geerntet, in Scheiben geschnitten und getrocknet. Sie schmecken ausgesprochen bitter.

Weil die Nachfrage groß ist und die Samen nur schlecht keimen, stehen die wilden Bestände unter Druck. Deshalb gibt es im südlichen Afrika Projekte für eine schonende Ernte. Geschulte Sammlerinnen und Sammler graben dabei nur die seitlichen Speicherwurzeln aus und lassen die Hauptwurzel im Boden, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Dieselbe Stelle wird erst nach einigen Jahren wieder beerntet. Daneben wird auch der Anbau erprobt.

Für die Menschen vor Ort ist das eine Frage der Zukunft. Eine faire Bezahlung und eine nachhaltige Ernte sorgen dafür, dass die Teufelskralle in der Kalahari erhalten bleibt und die Sammelnden auch in Jahren noch von ihr leben können.

Sabines Tipp

„Getrocknete Wurzeln und Pulver bewahre ich in gut schließenden Dosen auf, dunkel und trocken. Gerade Pulver zieht schnell Feuchtigkeit und verliert dann Farbe und Aroma. Ein Löffel, der nur für die Dose bestimmt ist, hält es sauber.“

Was ist Teufelskralle Pulver?

Bei uns im Kräuterhof führen wir die Teufelskralle in zwei Formen: geschnitten als grobe Wurzelstücke und fein gemahlen als Pulver. Beide stammen aus den getrockneten Speicherwurzeln. Das Pulver ist fein vermahlen und schmeckt kräftig bitter, die geschnittenen Stücke zeigen noch die faserige Struktur der Wurzel.

Teufelskralle wird außerdem als Futterzusatz für Tiere gehandelt. Achten Sie beim Kauf deshalb darauf, ob ein Produkt für Menschen oder als Futtermittel angeboten wird. Hinweise zur Zubereitung finden Sie auf der jeweiligen Produktseite. Einen Überblick über weitere Wurzeln und Kräuter in Pulverform gibt Ihnen unser Ratgeber Kräuterpulver.

Teufelskralle Pulver, fein gemahlene Speicherwurzel von Harpagophytum procumbens

Teufelskralle Pulver: fein vermahlene Speicherwurzel.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Teufelskralle

Was ist Harpagophytum?

Harpagophytum procumbens ist der botanische Name der Afrikanischen Teufelskralle. Er bedeutet ungefähr „niederliegende Hakenpflanze“.

Woher hat die Teufelskralle ihren Namen?

Von ihren holzigen Früchten mit hakenbesetzten Armen, die an Krallen erinnern. Mit ihnen bleibt die Frucht an Tieren hängen und wird so verbreitet.

Wo wächst die Teufelskralle?

In der Kalahari im südlichen Afrika, vor allem in Namibia, Botswana und Südafrika. Namibia liefert rund 90 Prozent der gehandelten Wurzeln.

Welcher Teil der Teufelskralle wird verwendet?

Die seitlichen Speicherwurzeln. Sie werden ausgegraben, in Scheiben geschnitten und getrocknet. Bei schonender Ernte bleibt die Hauptwurzel im Boden.

Ist Teufelskralle Pulver für Menschen oder für Tiere?

Beides wird angeboten. Teufelskralle gibt es als Kräuterpulver und als Futterzusatz. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben zum Produkt.

Wie schmeckt Teufelskralle?

Sehr bitter und erdig. Die Bitterkeit steckt vor allem in den Wurzeln.