Das Wichtigste in Kürze
Kräuterpulver sind getrocknete Blätter, Blüten, Wurzeln oder Rinden, die fein vermahlen wurden. Weil sie keine Stücke mehr enthalten, verteilt sich ihr Aroma sofort und gleichmäßig in Quark, Teig, Soßen, Müsli und Smoothies. Farbintensive Pulver wie Brennnessel, Hibiskus und Malve eignen sich außerdem zum natürlichen Färben von Glasuren, Teigen und Desserts. Trocken, dunkel und luftdicht gelagert bleiben sie etwa sechs bis zwölf Monate aromatisch.
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Inhalt
Was ist Kräuterpulver?
Ein Löffel grünes Brennnesselpulver im Joghurt, eine Prise Rosmarinpulver an den Ofenkartoffeln, ein Hauch rosa Hibiskus in der Glasur: Kräuterpulver sind in meiner Küche kleine Alleskönner. Sie sind schnell zur Hand, nehmen wenig Platz weg und bringen Duft und Farbe genau dorthin, wo man sie haben möchte.
Ein Kräuterpulver entsteht aus einer einzigen Pflanze, deshalb spricht man auch von Einzelkräuterpulver. Je nach Kraut werden unterschiedliche Teile vermahlen: bei Brennnessel, Salbei und Pfefferminze die Blätter, bei Hibiskus und Malve die Blüten, bei Enzian oder Taigawurzel die Wurzel. Daneben gibt es Pulvermischungen mit festen Rezepturen, etwa das Heidelberger Pulver.
Der große Vorteil gegenüber geschnittenen Kräutern: Es bleiben keine Blattstücke, Stängel oder Nadeln zurück. Rosmarin piekst nicht mehr, Liebstöckel färbt eine helle Suppe nicht fleckig, und im Smoothie bleibt nichts zwischen den Zähnen hängen.
Wie wird Kräuterpulver hergestellt?
Am Anfang steht immer gut getrocknetes Pflanzenmaterial. Nur wenn Blätter und Wurzeln wirklich raschelnd trocken sind, lassen sie sich fein vermahlen, ohne zu verkleben. Danach werden sie zuerst grob geschnitten und dann in einer Mühle zu Pulver verarbeitet. Feine Siebe trennen gröbere Teile ab, die erneut gemahlen werden.
Wichtig ist, dass beim Mahlen nicht zu viel Wärme entsteht. Viele Duftstoffe der Kräuter sind empfindlich und verflüchtigen sich sonst. Das merkt man sofort beim Öffnen der Dose: Ein gutes Pulver duftet kräftig nach seiner Pflanze.
Kräuterpulver selber mahlen
- Trocknen: Kräuter vollständig trocknen, bis die Blätter zwischen den Fingern zerbröseln.
- Mahlen: In kleinen Portionen in einer elektrischen Gewürz- oder Kaffeemühle mahlen. Immer nur kurz laufen lassen und Pausen machen, damit nichts warm wird.
- Sieben: Durch ein feines Teesieb streichen und grobe Reste nochmals mahlen oder im Mörser zerreiben.
- Abfüllen: Sofort in ein trockenes, dunkles Schraubglas füllen und mit Namen und Datum beschriften.
Harte Wurzeln und Rinden sind für die Haushaltsmühle meist zu zäh, die kauft man besser fertig gemahlen.
Wie verwendet man Kräuterpulver in der Küche?
Pulver sind stärker im Geschmack als geschnittene Kräuter, denn ihr Aroma liegt sofort frei. Beginnen Sie deshalb mit etwa der halben Menge und schmecken Sie nach. Ein paar bewährte Ideen:
- Würzen: Rosmarin- und Thymianpulver an Kartoffeln, Lamm und Ofengemüse, Liebstöckelpulver in Suppen und Eintöpfe, Majoranpulver in Hackfleisch und Kartoffelsuppe.
- Dips und Quark: Basilikum-, Bärlauch- oder Liebstöckelpulver lassen sich glatt in Quark, Frischkäse und Joghurt rühren.
- Müsli und Joghurt: Ein halber Teelöffel Brennnessel- oder Pfefferminzpulver gibt eine grüne, frische Note. Ideen für die Schüssel finden Sie im Beitrag Müsli selber machen.
- Smoothies und Getränke: Grüne Pulver vertragen sich gut mit Banane, Apfel und Spinat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu grünen Pulvern.
- Backen: Rosenpulver im Rührteig, Pfefferminzpulver in Schokoladencreme, Salbeipulver im herzhaften Brotteig.
- Kräutersalz: Pulver mischen sich besonders gleichmäßig mit Salz, ganz ohne Mörser. Eine Anleitung finden Sie unter Kräutersalz selber machen.

Rosmarinpulver: das harzige Aroma ganz ohne pieksende Nadeln.
Grüne Kräuterbutter aus Pulver
Schön grün, kräftig und im Handumdrehen gemacht.
Zutaten:
- 125 g weiche Butter
- 1 TL Liebstöckelblätter Pulver
- ½ TL Basilikum Pulver
- ½ TL Brennnesselblätter Pulver
- 1 kleine Knoblauchzehe, fein gerieben
- ½ TL Salz, etwas Zitronenschale
- Verrühren: Butter cremig rühren und alle Pulver, Knoblauch, Salz und Zitronenschale untermischen.
- Ziehen lassen: Etwa 30 Minuten kühl stellen, damit sich die Aromen verbinden.
- Formen: In Backpapier zu einer Rolle formen und fest werden lassen. Hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche.
Wie färbt man mit Kräuterpulver?
Einige Pulver bringen so viel Farbe mit, dass Sie damit Speisen färben können, ganz ohne künstliche Farbstoffe. Die Farbe hängt dabei oft vom Säuregehalt ab:
- Grün: Brennnesselpulver färbt Nudelteig, Spätzle, Pfannkuchen und Grießbrei frühlingsgrün. Der Geschmack ist mild und krautig.
- Rot und Pink: Hibiskuspulver ergibt leuchtendes Rot bis Pink und schmeckt fruchtig-säuerlich, ideal für Zuckerguss, Joghurtcreme und Eistee.
- Blau und Violett: Das Pulver der Wilden Malve färbt Joghurt, Milchreis und Smoothies blau bis violett. Mit ein paar Tropfen Zitronensaft schlägt die Farbe in Rosa um, ein kleines Zauberstück für Kinder.
- Zartrosa: Rosenpulver gibt Desserts, Sahne und Zucker einen Hauch Farbe und einen blumigen Duft.

Malve blau Pulver: färbt Joghurt und Milchreis blau, mit Zitrone wird es rosa.
Für einen Zuckerguss rühren Sie 100 Gramm Puderzucker mit einem halben Teelöffel Pulver und so viel Wasser oder Zitronensaft an, bis er dickflüssig ist. Für Teige rechnen Sie etwa einen Teelöffel Pulver auf 250 Gramm Mehl. Kräftiger wird die Farbe, wenn Sie das Pulver vorher in wenig Flüssigkeit anrühren.

Hibiskus Pulver: leuchtendes Rot und eine fruchtig-säuerliche Note.
Was sind Guarana-, Ashwagandha- und Elefantenpulver?
Neben heimischen Kräutern finden sich in unserem Pulverregal auch einige Pflanzen aus fernen Ländern, nach denen oft gefragt wird.
Guarana (Paullinia cupana) ist eine Kletterpflanze aus dem Amazonasgebiet. Gemahlen werden ihre Samen, die von Natur aus Koffein enthalten. Die Fruchtkapseln öffnen sich so, dass der schwarze Samen im weißen Samenmantel wie ein Auge herausschaut. Darum rankt sich eine Legende der Sateré-Mawé, die den Guarana seit Langem anbauen. Das Pulver schmeckt herb und leicht bitter und passt in Kakao, Pflanzenmilch oder Smoothies. Wegen des Koffeins sollte man es wie Kaffee nur in Maßen genießen.
Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein Nachtschattengewächs aus Indien. Der Name bedeutet im Sanskrit etwa „Geruch des Pferdes“, weil die frische Wurzel streng riecht. Das Pulver schmeckt erdig und herb und wird traditionell in warmer Milch mit Zimt und Kardamom getrunken. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über Ashwagandha.
Und das Elefantenpulver? Das ist eine Frühstücksmischung aus unserem Haus mit Taigawurzel, Açaí und Ginseng für Müsli und Joghurt. Den Namen hat ihr ein Kunde gegeben, und er ist einfach hängen geblieben.
Wie lagert man Kräuterpulver richtig?
Ein Pulver hat eine viel größere Oberfläche als ganze Blätter. Licht, Luft und Feuchtigkeit greifen es deshalb schneller an. So bleibt es lange aromatisch:
- In dunklen Gläsern oder Dosen mit gutem Verschluss aufbewahren.
- Kühl und trocken lagern, nicht über dem Herd oder neben dem Wasserkocher.
- Immer einen trockenen Löffel benutzen, sonst klumpt das Pulver.
- Lieber kleinere Mengen kaufen und innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbrauchen.
Ob ein Pulver noch gut ist, verrät die Nase: Duftet es kaum noch und ist die Farbe blass geworden, hat es sein Aroma verloren.
Sabines Tipp
„Meine Pulver stehen immer weit weg vom Herd, und auf jedes Glas kommt das Datum. Und wenn ein Pulver etwas Feuchtigkeit gezogen hat und klumpt, breite ich es kurz auf einem Teller aus und lasse es an einem warmen, trockenen Platz nachtrocknen.“
Was Sie dafür brauchen
Brennesselblätter PulverGrünes Pulver für Müsli, Smoothie und NudelteigAnsehen
Malve blau PulverFärbt blau, mit Zitrone rosaAnsehen
Hibiskus PulverLeuchtend rot und fruchtig-säuerlichAnsehen
RosmarinpulverWürzig-harzig für Kartoffeln und BratenAnsehen
Liebstöckelblätter PulverDas Maggikraut fein gemahlenAnsehen
PfefferminzpulverMinzfrische für Desserts und GetränkeAnsehen
Salbeiblätter PulverFür Brotteig und GewürzmischungenAnsehen
Guarana PulverHerb, leicht bitter, von Natur aus koffeinhaltigAnsehen
Ashwagandha/WithaniapulverErdig-herbes Wurzelpulver aus IndienAnsehenAlle Einzelkräuterpulver ansehen
Häufige Fragen zu Kräuterpulver
Wie viel Kräuterpulver ersetzt getrocknete Kräuter?
Als Faustregel nehmen Sie etwa die Hälfte. Statt eines Teelöffels geschnittener Kräuter reicht ein halber Teelöffel Pulver. Danach abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.
Wie lange ist Kräuterpulver haltbar?
Trocken, dunkel und luftdicht gelagert bleibt es etwa sechs bis zwölf Monate aromatisch. Danach ist es nicht verdorben, verliert aber zunehmend an Duft und Farbe.
Kann man Kräuterpulver als Tee aufgießen?
Ja, viele Pulver lassen sich direkt aufgießen. Das Pulver setzt sich am Boden ab oder wird mitgetrunken. Für einen klaren Tee eignen sich geschnittene Kräuter im Teesieb besser.
Welche Kräuterpulver eignen sich zum Färben?
Brennnessel für Grün, Hibiskus für Rot und Pink, Malve für Blau und Violett und Rosenpulver für zartes Rosa. Für Gelb eignet sich Kurkuma.
Wie schmeckt Guarana Pulver?
Herb und leicht bitter, ähnlich einem kräftigen Kakao ohne Süße. Mit Zimt, Vanille oder etwas Ahornsirup wird es runder. Es enthält von Natur aus Koffein.
Warum klumpt Kräuterpulver?
Meist hat es Feuchtigkeit aus der Luft gezogen, etwa durch einen nassen Löffel oder die Lagerung neben dem Herd. Kurz auf einem Teller nachtrocknen lassen und in ein gut schließendes Glas füllen.