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12.07.23

Tulsikraut, 50 g – Kräuterparadies seit 1887

Tulsikraut: Das indische Basilikum im Porträt

Das Wichtigste in Kürze

Tulsikraut ist das getrocknete Kraut des Tulsi (Ocimum tenuiflorum, auch Ocimum sanctum), das auch Indisches Basilikum oder Heiliges Basilikum heißt. Die Pflanze gehört zu den Lippenblütlern, stammt ursprünglich aus dem Raum Indien und duftet würzig, nelkenartig und leicht pfeffrig. Im Hinduismus gilt Tulsi als heilige Pflanze der Göttin Tulasi und steht in vielen Höfen. Als Tee schmeckt Tulsikraut herb, dunkel, würzig und leicht scharf; in der thailändischen Küche würzt das frische Kraut das Gericht Pad Kaphrao.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Tulsikraut?

Wer zum ersten Mal eine Dose Tulsikraut öffnet, ist meist überrascht. Mit dem Basilikum vom Küchenfenster hat der Duft nur entfernt zu tun. Er ist würziger, wärmer und erinnert an Gewürznelken, ein wenig an Pfeffer und manchmal sogar an Zitrone. Bei uns im Kräuterhof gehört Tulsi zu den Kräutern, die man einmal gerochen hat und dann nicht mehr vergisst.

Tulsi, botanisch Ocimum tenuiflorum, ist eine Basilikum-Art aus der Familie der Lippenblütler. Lange war der Name Ocimum sanctum üblich, „heiliges Basilikum“, und er steht bis heute auf vielen Etiketten. Im Deutschen heißt die Pflanze auch Indisches Basilikum, Heiliges Basilikum oder Königsbasilikum. Tulsikraut ist das getrocknete, geschnittene Kraut aus Blättern, Blüten und feinen Stängeln.

Der Name Tulsi kommt vom Sanskrit-Wort tulasī, das gern mit „die Unvergleichliche“ übersetzt wird. Ursprünglich stammt die Pflanze wohl aus dem Raum Indien und dem nordöstlichen Himalaya. Heute wird sie in ganz Südasien und darüber hinaus in vielen warmen Ländern angebaut.

Wie sieht Tulsi aus und worin unterscheidet es sich von Basilikum?

Tulsi wächst als kleiner, buschiger Halbstrauch und wird meist 30 bis 60 Zentimeter hoch. Die Stängel sind behaart und verholzen im Alter an der Basis. Die Blätter sind oval, leicht gezähnt und mit zwei bis fünf Zentimetern eher klein. Die winzigen Blüten sitzen in Quirlen an langen, schlanken Ähren und sind weiß bis zart lila.

Man unterscheidet vor allem zwei Formen. Rama-Tulsi hat grüne Blätter und einen etwas milderen Duft. Krishna-Tulsi, auch Shyama-Tulsi genannt, hat purpurne Blätter und Stängel und schmeckt pfeffriger. Daneben gibt es wild wachsende Verwandte, die in Indien ebenfalls Tulsi heißen.

Vom bekannten Genoveser Basilikum (Ocimum basilicum) unterscheidet sich Tulsi deutlich. Das Küchenbasilikum hat große, glatte, glänzende Blätter, wächst krautig und schmeckt süßlich-frisch. Tulsi ist kleinblättriger, stärker behaart, verholzt und duftet durch einen hohen Anteil an Eugenol nach Nelke. Mehr über das klassische Küchenkraut lesen Sie in unserem Porträt zum Basilikum.

Getrocknete Basilikumblätter zum Vergleich mit Tulsikraut, dem indischen Basilikum

Küchenbasilikum: großblättrig und süßlich, ein naher Verwandter des Tulsi.

Welche Bedeutung hat Tulsi im Hinduismus?

In Indien ist Tulsi weit mehr als ein Kraut. In der hinduistischen Überlieferung gilt die Pflanze als irdische Gestalt der Göttin Tulasi, einer großen Verehrerin des Gottes Vishnu. Deshalb spielt sie in vielen Ritualen eine Rolle, in denen Vishnu und Krishna verehrt werden.

In zahlreichen hinduistischen Häusern steht ein Tulsi-Strauch im Innenhof oder am Eingang, oft in einem gemauerten, verzierten Pflanzgefäß. Morgens wird er gegossen, abends brennt davor ein kleines Öllämpchen. Die Pflanze gilt als Glücksbringer für Haus und Familie.

Ein besonderes Fest ist Tulsi Vivah, die „Hochzeit des Tulsi“. Im Herbst, im Hindu-Monat Kartik, wird die Pflanze symbolisch mit Vishnu oder Krishna vermählt, geschmückt wie eine Braut. Mit diesem Fest beginnt in vielen Gegenden Indiens die Saison der Hochzeiten. Aus dem Holz älterer Tulsi-Stängel werden außerdem Gebetsketten gedrechselt, die Tulsi-Mala.

Wie schmeckt Tulsi-Tee?

Tulsi-Tee ist im Aufguss dunkel und kräftig. Er schmeckt herb, würzig und leicht scharf, mit einer Note von Gewürznelke und einem Hauch Minze. In Indien wird Tulsi gern zum Essen getrunken, ähnlich wie bei uns ein Kräutertee zur Brotzeit.

  1. Abmessen: 1 Esslöffel Tulsikraut in eine Kanne oder großen Becher geben.
  2. Aufgießen: Mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen.
  3. Ziehen lassen: 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  4. Verfeinern: Pur trinken oder mit etwas Honig und einer Zitronenscheibe abrunden.

Tulsi verträgt sich gut mit anderen würzigen Zutaten. Probieren Sie ihn mit ein paar Stücken Ingwerwurzel, etwas Zitronengras oder einer Zimtstange. Auch mit grünem Tee ergibt Tulsi eine schöne Mischung. Wie Sie eigene Mischungen zusammenstellen, zeigt unser Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Getrocknetes Zitronengras als frische Ergänzung zu Tulsi-Tee

Zitronengras: bringt eine frische, zitronige Note in den würzigen Tulsi-Tee.

Sabines Tipp

„Im Winter mische ich gern zwei Teile Tulsikraut mit einem Teil Zitronengras und ein paar Scheiben getrocknetem Ingwer. Das gibt eine würzige, warme Tasse mit Duft nach fernen Ländern. Für den Sommer setze ich dieselbe Mischung abends heiß an und trinke sie am nächsten Tag kalt mit Zitrone.“

Wie verwendet man Tulsi in der Küche?

In Thailand heißt das Heilige Basilikum kaphrao. Es gibt einem der beliebtesten Alltagsgerichte des Landes seinen Namen: Pad Kaphrao, auch Pad Kra Pao geschrieben. Dafür wird gehacktes Hähnchen oder Schweinefleisch mit Knoblauch, Chili, Fischsauce und Sojasauce scharf angebraten. Zum Schluss kommt eine große Handvoll frischer Tulsi-Blätter dazu. Serviert wird das Ganze mit Reis und einem knusprigen Spiegelei.

Frische Blätter sind dafür ideal. Das getrocknete Tulsikraut können Sie aber ebenfalls verwenden, etwa in Currys, Linsengerichten, Gemüsepfannen oder Marinaden. Geben Sie es nicht zu früh hinein, damit der nelkenartige Duft erhalten bleibt. Auch ein Sirup aus Tulsi, Zucker und Zitrone schmeckt gut in Limonade oder über Obstsalat.

Geschnittene Ingwerwurzel, die gut zu Tulsi in Tee und Currys passt

Ingwerwurzel: ein würziger Partner für Tulsi in Tee und Küche.

Kann man Tulsi selbst anbauen?

Ja, Tulsi lässt sich bei uns gut im Topf ziehen, braucht aber Wärme. In den Tropen ist die Pflanze mehrjährig, hierzulande wird sie meist wie einjähriges Basilikum kultiviert.

  1. Aussaat: Ab März auf der warmen Fensterbank säen. Tulsi ist ein Lichtkeimer, die Samen also nur andrücken und nicht mit Erde bedecken. Bei 20 bis 25 Grad keimen sie nach ein bis zwei Wochen.
  2. Auspflanzen: Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie stellen, an einen sonnigen, geschützten Platz. Ideal ist ein Topf auf Balkon oder Terrasse.
  3. Pflege: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Knipsen Sie die Blütenähren regelmäßig aus, dann bleibt die Pflanze buschig.
  4. Überwintern: Vor dem ersten Frost ins Haus holen und an einem hellen Fenster bei mindestens 15 Grad überwintern.

Lässt man einige Ähren blühen, freuen sich Bienen und Hummeln. Geerntet wird laufend, indem Sie ganze Triebspitzen abschneiden.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Tulsi

Ist Tulsi dasselbe wie Basilikum?

Tulsi ist eine eigene Basilikum-Art, Ocimum tenuiflorum. Das bekannte Küchenbasilikum ist Ocimum basilicum. Beide sind eng verwandt, Tulsi duftet aber nelkenartig und würziger.

Wie schmeckt Tulsikraut?

Würzig, herb und leicht scharf, mit einer deutlichen Note von Gewürznelke und einem Hauch Pfeffer und Minze. Der Tee ist dunkel und kräftig.

Wie bereitet man Tulsi-Tee zu?

1 Esslöffel Tulsikraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen und 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Pur oder mit Honig, Zitrone oder Ingwer genießen.

Warum heißt Tulsi Heiliges Basilikum?

Weil die Pflanze im Hinduismus als heilig gilt. Sie wird als Gestalt der Göttin Tulasi verehrt, steht in vielen Höfen und wird beim Fest Tulsi Vivah symbolisch mit Vishnu vermählt.

Ist Tulsi winterhart?

Nein. Tulsi verträgt keinen Frost und sollte schon bei Temperaturen unter etwa 10 Grad ins Haus. An einem hellen Fenster lässt sich die Pflanze überwintern.