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05.03.12

Vogelmiere/Hühnerdarm, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Vogelmiere: Das Wildkraut für Salat und Hühner

Das Wichtigste in Kürze

Vogelmiere (Stellaria media), auch Hühnerdarm genannt, ist ein kleines Wildkraut aus der Familie der Nelkengewächse. Sie wächst fast das ganze Jahr in Gärten und auf Äckern, selbst in milden Wintern. Erkennbar ist sie an den kleinen weißen Sternblüten und an einer einzelnen Haarlinie am runden Stängel. Vogelmiere ist essbar, schmeckt mild nach jungem Mais oder Erbsen und passt in Salat, Pesto und Kräuterquark.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Vogelmiere?

Kaum ein Kraut ist so ausdauernd wie die Vogelmiere. Sie keimt vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst, blüht fast das ganze Jahr und hält in milden Wintern sogar unter einer Schneedecke durch. Im Gemüsebeet gilt sie vielen als Unkraut. Wer sie näher kennt, sieht in ihr eines der ersten frischen Grüns des Jahres.

Botanisch heißt sie Stellaria media und gehört zu den Nelkengewächsen. Stellaria kommt vom lateinischen stella, der Stern, und beschreibt die kleinen, sternförmigen Blüten. Im Volksmund hat sie viele Namen: Hühnerdarm, Hühnermiere, Sternmiere oder weißer Gauchheil.

Zur Vogelmiere passt ein Satz, der dem amerikanischen Dichter Ralph Waldo Emerson zugeschrieben wird: Unkraut sei eine Pflanze, deren Tugenden noch nicht entdeckt wurden. Früher legte man das Sternenkraut nach altem Brauch neugeborenen Mädchen in die Wiege, als Schutz gegen allerlei Unheil.

Wie erkennt man Vogelmiere?

Vogelmiere wächst niederliegend und bildet oft dichte, hellgrüne Polster. Die Triebe werden 10 bis 40 Zentimeter lang. Diese Merkmale helfen beim Bestimmen:

  1. Haarlinie: Der runde Stängel ist fast kahl, trägt aber eine einzelne, feine Haarreihe. Nach jedem Blattpaar wechselt sie die Seite. Mit einer Lupe oder gegen das Licht sieht man sie gut.
  2. Blätter: Die kleinen Blätter sind eiförmig, zugespitzt und sitzen sich paarweise gegenüber. Die unteren sind kurz gestielt.
  3. Blüten: Die weißen Blüten sind nur wenige Millimeter groß. Die fünf Kronblätter sind so tief eingeschnitten, dass es aussieht, als wären es zehn. Die grünen Kelchblätter sind etwas länger als die Kronblätter.
  4. Der Hühnerdarm: Ziehen Sie einen Stängel vorsichtig auseinander. Die Außenhaut reißt, ein dünner, elastischer Faden im Inneren bleibt erhalten. Daher stammt der Name Hühnerdarm.
Getrocknete Gänseblümchen, ein weiteres Wildkraut neben der Vogelmiere

Gänseblümchen und Vogelmiere wachsen oft nebeneinander im Rasen.

Womit kann man Vogelmiere verwechseln?

Die wichtigste Verwechslung ist der Acker-Gauchheil. Er wächst an ähnlichen Stellen, auf Äckern und in Gärten, und ist giftig. Ohne Blüten sehen sich die beiden auf den ersten Blick ähnlich. Achten Sie auf diese Unterschiede:

  • Stängel: Der Acker-Gauchheil hat einen vierkantigen Stängel ohne Haarlinie. Die Vogelmiere hat einen runden Stängel mit der typischen Haarreihe.
  • Blätter: Die Blätter des Acker-Gauchheils sitzen direkt am Stängel und haben auf der Unterseite kleine dunkle Punkte.
  • Blüten: Acker-Gauchheil blüht meist leuchtend orangerot, selten blau. Seine Kronblätter sind nicht eingeschnitten.

Ähnlich sehen auch andere Mieren und das Hornkraut aus. Das Hornkraut ist rundum behaart, die Große Sternmiere hat einen vierkantigen Stängel und deutlich größere Blüten.

Sorgfalt beim Sammeln: Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie sicher bestimmen können, und prüfen Sie jede Handvoll auf beigemischte Kräuter. Im Zweifel lieber stehen lassen.

Ist Vogelmiere essbar? Geschmack und Küche

Ja, Vogelmiere ist ein altbekanntes Wildgemüse. Sie schmeckt mild und frisch, ein wenig nach jungem Mais, Erbsen oder Gurke. Gegessen werden die zarten Triebspitzen mit Blättern und Blüten. Am feinsten ist sie roh, denn beim Kochen fällt sie schnell zusammen.

  • Salat: Vogelmiere mit Feldsalat, Tomaten und einem milden Essig-Öl-Dressing. Ein paar Blätter Sauerampfer geben eine frische Säure dazu.
  • Pesto: Zwei Handvoll Vogelmiere, eine Knoblauchzehe, 30 Gramm geröstete Sonnenblumenkerne, 30 Gramm geriebener Bergkäse und etwa 100 ml Olivenöl fein mixen, mit Salz abschmecken.
  • Aufs Brot: Frisch geschnitten auf Butterbrot oder in Kräuterquark.
  • Suppe: Erst kurz vor dem Servieren über eine Kartoffel- oder Gemüsesuppe geben.

Getrocknete Vogelmiere ist milder als frische. Sie eignet sich für Kräuterquark, Kräutersalz und Aufgüsse und lässt sich gut mit anderen Wildkräutern mischen. Weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber zu Wildkräutern und im Porträt des Gänseblümchens.

Sabines Tipp

„Im zeitigen Frühjahr, wenn sonst noch kaum etwas Grünes wächst, hole ich mir Vogelmiere aus dem Gemüsegarten. Mit der Schere kurz über dem Boden abgeschnitten, gut gewaschen und auf ein Butterbrot mit etwas Salz gelegt. Mehr braucht es nicht.“

Getrocknetes Löwenzahnkraut, passend zu Vogelmiere im Wildkräutersalat

Löwenzahn und Vogelmiere: zwei Frühlingskräuter für den Salat.

Vogelmiere für Hühner und Vögel

Die Namen Hühnerdarm und Hühnermiere kommen nicht von ungefähr. Hühner picken Vogelmiere sehr gern, und auf dem Land war sie seit jeher ein beliebtes Grünfutter für das Federvieh. Auch Halter von Kanarienvögeln und Wellensittichen bieten ihren Vögeln gern ein paar frische Triebe an.

Für Hühner reißen Sie die Vogelmiere einfach samt Wurzel aus dem Beet und werfen sie in den Auslauf. Achten Sie dabei, wie beim Sammeln für die eigene Küche, auf saubere Standorte und mischen Sie keine fremden Pflanzen bei.

Vogelmiere im Garten: Unkraut oder Bodendecker?

Vogelmiere zeigt Gärtnern, dass der Boden locker, feucht und gut versorgt ist. Wo sie üppig wächst, gedeihen meist auch Gemüse und Salat. Als lockerer Teppich zwischen den Gemüsereihen hält sie den Boden schattig und feucht. Weil sie flach wurzelt, lässt sie sich leicht herausziehen, wenn sie zu viel wird.

Eine einzige Pflanze bildet allerdings sehr viele Samen, die lange keimfähig bleiben. Wer sie im Zaum halten möchte, erntet sie regelmäßig, bevor sie aussamt. So hat man immer frisches Grün für Küche und Hühnerstall.

Getrockneter Sauerampfer, ein Wildkraut, das gut zur milden Vogelmiere passt

Sauerampfer bringt Säure in den Vogelmieren-Salat.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Vogelmiere

Ist Vogelmiere essbar?

Ja, die Triebspitzen mit Blättern und Blüten sind essbar und schmecken mild nach jungem Mais oder Erbsen. Am feinsten schmeckt sie roh in Salat, Pesto oder auf dem Brot. Wichtig ist, sie sicher vom giftigen Acker-Gauchheil zu unterscheiden.

Wie erkennt man Vogelmiere sicher?

An der einzelnen Haarlinie am runden Stängel, die nach jedem Blattpaar die Seite wechselt. Dazu kommen die gegenständigen, eiförmigen Blätter und die kleinen weißen Blüten mit tief eingeschnittenen Kronblättern.

Wann wächst Vogelmiere?

Fast das ganze Jahr. Sie keimt vom Frühjahr bis in den Herbst, blüht in mehreren Generationen und übersteht milde Winter, selbst unter Schnee.

Dürfen Hühner Vogelmiere fressen?

Ja, Vogelmiere ist seit jeher ein beliebtes Grünfutter für Hühner, daher auch die Namen Hühnerdarm und Hühnermiere. Achten Sie auf saubere Standorte ohne fremde Pflanzen.

Warum heißt Vogelmiere Hühnerdarm?

Zieht man einen Stängel vorsichtig auseinander, reißt die Außenhaut und ein dünner, elastischer Faden im Inneren bleibt erhalten. Er erinnert an einen kleinen Darm, und weil Hühner die Pflanze lieben, entstand der Name.

Wo kann man Vogelmiere kaufen?

Getrocknete Vogelmiere finden Sie bei uns im Shop unter dem Namen Vogelmiere/Hühnerdarm bei den Einzelkräutern.

Quellen: Wikipedia: Vogelmiere · Wikipedia: Acker-Gauchheil