Das Wichtigste in Kürze
Gänseblümchentee wird aus den getrockneten Blüten des Gänseblümchens (Bellis perennis) zubereitet: 1 bis 2 Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Er schmeckt zart, lieblich und leicht blumig. Frische Blüten und junge Blätter sind essbar und passen in Salat, Kräuterquark und Butter, die Knospen lassen sich wie Kapern einlegen.
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Inhalt
Was ist das Gänseblümchen?
Das Gänseblümchen ist die Blume unserer Kindheit. Wir haben Kränze daraus geflochten, sie den Eltern geschenkt und Blütenblatt für Blütenblatt gezupft: Er liebt mich, er liebt mich nicht. Kaum eine andere Pflanze begleitet uns so treu durchs Jahr, denn sie blüht von den ersten warmen Tagen im Februar bis weit in den Herbst, in milden Wintern sogar im Dezember.
Botanisch heißt das Gänseblümchen Bellis perennis. Bellis geht auf das lateinische bellus für „hübsch“ zurück, perennis bedeutet „ausdauernd“. Es gehört zu den Korbblütlern, und das sieht man, wenn man genau hinschaut: Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wahrheit ein ganzes Körbchen aus vielen kleinen Blüten. Außen sitzen die weißen, oft rosa angehauchten Zungenblüten, in der Mitte die gelben Röhrenblüten.
Die Pflanze wird nur fünf bis fünfzehn Zentimeter hoch. Ihre spatelförmigen Blätter liegen als Rosette dicht am Boden, und jeder blattlose Stängel trägt genau ein Blütenkörbchen. Daran erkennen Sie das Gänseblümchen auch sicher, etwa im Unterschied zu Kamille oder Margerite, die beblätterte Stängel haben. Nachts und bei Regen schließen sich die Blüten, mit der Sonne öffnen sie sich wieder.
Wie bereitet man Gänseblümchentee zu?
Für Gänseblümchentee verwendet man die getrockneten Blütenkörbchen. Er ist hellgolden, duftet zart nach Wiese und schmeckt mild, lieblich und leicht blumig, mit einem Hauch Herbe im Abgang.
- Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Gänseblümchen in eine Tasse oder Kanne geben.
- Aufgießen: Mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: Abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
- Verfeinern: Mit etwas Honig gesüßt kommt das blumige Aroma noch besser zur Geltung.
Pur ist Gänseblümchentee sehr sanft. Schön wird er in Kombination mit anderen Blüten: Rosenblüten, Ringelblume oder Kornblume machen aus ihm eine farbenfrohe Blütenmischung, die auch im Glas hübsch aussieht. Wie Sie eigene Mischungen zusammenstellen, lesen Sie in unserem Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Rosenblüten und Gänseblümchen: eine zarte Mischung für Blütentee.
Sind Gänseblümchen essbar?
Ja, Blüten, Knospen und junge Blätter des Gänseblümchens sind essbar. Die Blüten schmecken mild und leicht nussig, die Knospen etwas kräftiger. Die jungen Blätter sind im Frühjahr zart und werden später leicht herb.
- Im Salat: Frisch gepflückte Blüten erst kurz vor dem Servieren über den angemachten Salat streuen, so bleiben sie offen und schön.
- Im Kräuterquark: Junge Blätter fein hacken und mit Schnittlauch, Petersilie und einer Prise Salz unter Quark rühren.
- Als Blütenbutter: Weiche Butter mit gehackten Blüten und etwas Salz verrühren und kalt stellen.
- Als Dekoration: Ganze Blüten auf Kuchen, Desserts, Suppen oder belegte Brote setzen.
Für einen Frühlingssalat, wie wir ihn mögen, mischen Sie Kopfsalat mit ein paar Blättern Sauerampfer, Pimpernelle und Petersilie. Für die Soße verrühren Sie Kräuteressig, Walnussöl, eine fein gehackte Schalotte, einen halben Teelöffel Senf, Salz und Pfeffer. Zum Schluss kommen gehackte Walnüsse und eine Handvoll Gänseblümchen darüber. Auch Vogelmiere passt sehr gut dazu.

Sauerampfer bringt Frische in den Gänseblümchensalat.
Rezept: Gänseblümchenkapern
Aus den fest geschlossenen Knospen lassen sich falsche Kapern einlegen. Sie schmecken würzig-säuerlich und passen zu Kartoffeln, Salat, Fisch und auf die Brotzeit.
- Sammeln: Zwei Handvoll fest geschlossene Blütenknospen pflücken.
- Salzen: Die Knospen 24 Stunden in kräftiges Salzwasser legen.
- Abspülen: Kurz mit heißem Wasser überbrausen und abtropfen lassen.
- Einlegen: In ein sauberes Schraubglas füllen. 500 ml Apfelessig mit 200 ml Wasser mischen, einen Zweig Rosmarin und ein paar Anissamen dazugeben und über die Knospen gießen, bis sie bedeckt sind.
- Durchziehen lassen: Gut verschließen und zwei Wochen kühl und dunkel ziehen lassen.
Sabines Tipp
„Gänseblümchen pflücke ich am liebsten um die Mittagszeit an einem sonnigen Tag. Dann sind die Blüten weit geöffnet und trocken. Am Morgen oder nach einem Regenschauer sind sie noch geschlossen, dann warte ich lieber ein paar Stunden.“
Welche Bedeutung hat das Gänseblümchen im Brauchtum?
Neben Tee und Küche hat das Gänseblümchen vor allem eine reiche Geschichte im Volksglauben. Am bekanntesten ist das Blumenorakel: Man zupft die weißen Zungenblüten einzeln ab und sagt dabei abwechselnd „Er liebt mich, er liebt mich nicht“. Das letzte Blütenblatt gibt die Antwort.
Eine alte Bauernregel sagt: Wenn man mit einem Fuß drei Gänseblümchen bedecken kann, ist der Frühling da. In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für Unschuld und Bescheidenheit. Kinder flochten daraus seit jeher Kränze und Ketten.
Auch die vielen Volksnamen erzählen davon, wie beliebt die kleine Blume war: Tausendschön, Maßliebchen, Himmelsblume und Busserl. Den deutschen Namen verdankt sie vermutlich den Gänsewiesen, auf denen sie früher besonders üppig wuchs. Das englische daisy kommt von day's eye, „Auge des Tages“, weil sich die Blüte mit dem Tag öffnet und am Abend schließt.

Löwenzahn und Gänseblümchen: zwei Wiesenkräuter, die jeder kennt.
Gänseblümchen sammeln und trocknen
Gänseblümchen wachsen fast überall, auf Rasen, Wiesen und Weiden. Sammeln Sie nur auf ungedüngten Flächen abseits von Straßen und Hundewiesen und nur so viel, wie Sie brauchen. Im eigenen Garten lohnt es sich, eine Ecke des Rasens seltener zu mähen, dann haben Sie das ganze Jahr Nachschub, und auch Wildbienen und Schwebfliegen freuen sich.
Zum Trocknen breiten Sie die Blüten einzeln auf einem Tuch oder Gitter an einem luftigen, schattigen Ort aus. Nach einigen Tagen sind sie rascheltrocken. Bewahren Sie sie dann dunkel in einem gut schließenden Glas auf.

Vogelmiere wächst oft gleich neben den Gänseblümchen.
Was Sie dafür brauchen
GänseblümchenHandverlesene Blüten für zarten BlütenteeAnsehen
RosenblütenFür blumige TeemischungenAnsehen
Ringelblume Blüte ohne KelchGoldgelbe Farbe für die MischungAnsehen
Kornblumenblüten blau mit KelchBlaue Blüten für Tee und DekorationAnsehen
SauerampferSäuerlich-frisch für Suppe und SalatAnsehen
Vogelmiere/HühnerdarmZartes Wildkraut für die KücheAnsehen
LöwenzahnkrautHerbes Wiesenkraut für MischungenAnsehenHäufige Fragen zum Gänseblümchen
Wie schmeckt Gänseblümchentee?
Mild, lieblich und leicht blumig, mit einem Hauch Herbe. Mit etwas Honig kommt das zarte Aroma besonders gut zur Geltung.
Wie lange muss Gänseblümchentee ziehen?
10 bis 15 Minuten. Dafür 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Blüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen und die Tasse abdecken.
Welche Teile des Gänseblümchens kann man essen?
Blüten, Knospen und junge Blätter. Die Blüten passen in Salat und auf Desserts, die Blätter in Kräuterquark, die Knospen lassen sich wie Kapern einlegen.
Was kann man mit getrockneten Gänseblümchen machen?
Vor allem Tee, pur oder gemischt mit Rosen-, Ringelblumen- oder Kornblumenblüten. Getrocknete Blüten eignen sich außerdem für Kräutersalz und als Dekoration.
Was bedeutet das Gänseblümchen?
In der Blumensprache steht es für Unschuld und Bescheidenheit. Bekannt ist es außerdem als Liebesorakel: Er liebt mich, er liebt mich nicht.
Wann blühen Gänseblümchen?
Fast das ganze Jahr. Die Hauptblüte reicht von März bis Oktober, in milden Wintern finden Sie auch im Dezember und Januar offene Blüten.
Quellen: Wikipedia: Gänseblümchen