Bardanae radix – Arctium lappa – Klettenwurzel
Die Klettenwurzel (Arctium lappa), auch als Bardane bekannt, gehört zu den traditionsreichsten Wurzelpflanzen der europäischen Kräuterkultur. In alten Kräuterbüchern wurde sie vielfach erwähnt und von bekannten Persönlichkeiten wie Pfarrer Künzle, Pfarrer Kneipp und Hildegard von Bingen beschrieben. Ihre kräftige, tiefreichende Wurzel galt über Jahrhunderte als geschätzte Pflanze der Haus- und Klostergärten.
Bereits im Mittelalter wurde die Wurzel nicht nur getrocknet und als Tee verwendet, sondern auch angeröstet und als Gemüse geschätzt. Ihr mild-erdiger, leicht süßlicher Geschmack erinnert an Artischocke oder Topinambur und besitzt eine feine, nussige Note.
Klettenwurzeltee – Zubereitung
1–2 Teelöffel der geschnittenen Wurzel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 8–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen. Der Aufguss entfaltet ein angenehm naturbelassenes, mild-wurzeliges Aroma.
Klettenwurzelöl – Traditionelle Herstellung
Für ein traditionelles Wurzelauszug-Öl getrocknete Klettenwurzelstücke in ein sauberes Glasgefäß geben und mit einem hochwertigen Trägeröl wie Oliven- oder Jojobaöl vollständig bedecken. Das verschlossene Glas 2–3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen und regelmäßig sanft schütteln. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Das gewonnene Öl kann zur äußeren Anwendung, für Massagen oder als pflegende Haar- und Hautkur verwendet werden.
Eine traditionsreiche Wurzel mit vielseitiger Geschichte – ursprünglich, charaktervoll und fest verwurzelt in der europäischen Pflanzenkunde.