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30.10.26

Bohnenkraut von Kräuterparadies, Produktfoto

Bohnenkraut: Geschmack, Verwendung und Rezepte mit dem Pfefferkraut

Das Wichtigste in Kürze

Bohnenkraut (Satureja hortensis) ist ein Küchenkraut aus der Familie der Lippenblütler. Es schmeckt würzig-pfeffrig mit einer leicht herben Note, die an Thymian erinnert, und heißt deshalb auch Pfefferkraut. Getrocknet oder frisch gehört es seit jeher an grüne Bohnen, Linsen, Erbsen und Eintöpfe und wird am besten schon beim Kochen mitgegart.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was ist Bohnenkraut?

Bohnenkraut ist eines der klassischen Küchenkräuter in Deutschland. Die Pflanze wird 30 bis 60 Zentimeter hoch, hat schmale, dunkelgrüne Blättchen und kleine weiße bis zartlila Blüten, die von Juli bis Oktober erscheinen. Botanisch gehört sie wie Thymian, Majoran und Oregano zu den Lippenblütlern.

In der Küche verwendet man das Kraut, also Blätter und zarte Triebspitzen. Bei uns im Shop gibt es Bohnenkraut getrocknet und gerebelt, wie es seit Generationen in der Küchenschublade liegt, und als fein gemahlenes Pulver. Je nach Gegend kennt man das Kraut auch als Pfefferkraut, Saturei oder Kölle.

Bohnenkraut Pulver, fein gemahlenes Pfefferkraut für Suppen und Saucen

Bohnenkraut als Pulver verteilt sich gleichmäßig in Suppen, Saucen und Dips.

Sommerbohnenkraut und Winterbohnenkraut: der Unterschied

Wenn von Bohnenkraut die Rede ist, meint man fast immer das Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis). Es ist einjährig, wird jedes Frühjahr neu ausgesät und hat ein feines, rundes Aroma. Das Bohnenkraut in unserem Sortiment ist Sommerbohnenkraut.

Das Winterbohnenkraut oder Bergbohnenkraut (Satureja montana) ist ein kleiner, immergrüner Halbstrauch, der mehrere Jahre im Garten bleibt und auch im Winter geerntet werden kann. Sein Geschmack ist kräftiger und strenger, fast harzig. Für Schmorgerichte mit langer Garzeit ist das ein Vorteil, für Salate eher nicht. Eine milde Spielart ist das Zitronen-Bergbohnenkraut mit warm-zitronigem Duft.

Woher kommt Bohnenkraut?

Die Heimat des Sommerbohnenkrauts liegt im mittleren und östlichen Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer und in den Kaukasus. Schon im alten Italien wurde es angebaut. Das römische Kochbuch De re coquinaria, das dem Feinschmecker Apicius zugeschrieben wird, nennt satureia in vielen Rezepten.

Nach Mitteleuropa kam das Kraut wahrscheinlich mit Benediktinermönchen. In der Landgüterverordnung Capitulare de villis ließ Karl der Große den Anbau von Bohnenkraut auf den kaiserlichen Gütern vorschreiben. Im Mittelalter würzten viele Menschen mit dem Kraut, weil echter Pfeffer teuer war. Daher stammt der Name Pfefferkraut. Heute kommt Bohnenkraut in Europa vor allem aus Ungarn, Bulgarien und Serbien.

Wie schmeckt Bohnenkraut?

Bohnenkraut schmeckt würzig, leicht pfeffrig und ein wenig herb. Wer es zwischen den Fingern reibt, riecht eine Mischung aus Thymian, Majoran und einem Hauch Minze. Das Aroma ist kräftig, aber nicht scharf. Es verträgt lange Garzeiten und kommt in Eintöpfen gerade dann gut zur Geltung, wenn es eine Weile mitköcheln darf.

Getrocknetes Bohnenkraut ist intensiver als frisches. Als Faustregel nehmen Sie von getrocknetem Kraut etwa ein Drittel der Menge, die ein Rezept für frisches Kraut angibt. Das Pulver ist noch etwas konzentrierter und eignet sich für Saucen, Dips und Teige, in denen Sie keine Blättchen sehen möchten.

Wie verwendet man Bohnenkraut?

Der Name verrät es: Bohnenkraut gehört seit jeher an Bohnen, ob grüne Bohnen, Bohnensalat oder ein Topf weiße Bohnen. Genauso gut passt es zu Linsen, Erbsensuppe, Kichererbsen und deftigen Eintöpfen. Darüber hinaus würzt es Kartoffelgerichte, Pilze, Lamm, Schweinebraten, Hackfleisch und Wurst. Auch Ofengemüse mit Zucchini und Paprika oder eine Tomatensauce bekommt mit einer Prise Bohnenkraut eine herzhafte Tiefe.

Geben Sie Bohnenkraut früh dazu, ungefähr zur gleichen Zeit wie die Bohnen oder Linsen. So kann es sein Aroma an das Gericht abgeben. Frische Zweige legen Sie im Ganzen in den Topf und nehmen sie vor dem Servieren wieder heraus. Für einen Topf für vier Personen genügt ein gestrichener Teelöffel getrocknetes Bohnenkraut.

Bohnenkraut verträgt sich gut mit Petersilie, Thymian, Majoran, Rosmarin, Knoblauch und Speck. Es steckt auch in klassischen Kräutermischungen wie den Kräutern der Provence und unserer Italienischen Kräutermischung. Mehr über die Verwandten lesen Sie in den Ratgebern zu Thymian und Majoran.

Kräuter der Provence mit Rosmarin, Thymian, Lavendel und Bohnenkraut

In den Kräutern der Provence sorgt Bohnenkraut für die pikante Note.

Rezept: Grüne Bohnen mit Speck und Bohnenkraut (für 4 Personen)

So kennt man Bohnen bei uns in Bayern von der Oma: mit Speck, Zwiebeln und reichlich Bohnenkraut.

Zutaten:

  • 600 g grüne Bohnen
  • 100 g durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 EL Butter
  • 1 gestrichener TL Bohnenkraut, getrocknet (oder 2 frische Zweige)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 EL gehackte Petersilie
  1. Bohnen vorbereiten: Die Bohnen waschen, die Enden abschneiden und lange Bohnen halbieren.
  2. Garen: Die Bohnen mit dem Bohnenkraut in kräftig gesalzenem Wasser 8 bis 10 Minuten bissfest kochen, dann abgießen. Frische Zweige herausnehmen.
  3. Speck auslassen: Den Speck in einer Pfanne ohne Fett knusprig braten. Butter und Zwiebel dazugeben und glasig dünsten.
  4. Schwenken: Die Bohnen in die Pfanne geben, zwei Minuten durchschwenken, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Servieren: Mit Petersilie bestreuen. Dazu passen Salzkartoffeln, Kartoffelpüree oder ein Stück Braten.

Rezept: Linseneintopf mit Bohnenkraut (für 4 Personen)

Zutaten:

  • 250 g Tellerlinsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 Stück Knollensellerie (ca. 100 g)
  • 2 Kartoffeln, mehligkochend
  • 1 EL Öl
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • 1 TL Bohnenkraut, getrocknet
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 bis 2 EL Essig
  • Salz, Pfeffer
  1. Gemüse schneiden: Zwiebel, Karotten, Sellerie und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Anschwitzen: Das Öl im Topf erhitzen und die Zwiebel mit dem Gemüse 3 bis 4 Minuten andünsten.
  3. Köcheln: Linsen, Brühe, Bohnenkraut und Lorbeerblatt dazugeben und alles zugedeckt etwa 35 Minuten leise köcheln lassen, bis die Linsen weich sind.
  4. Abschmecken: Das Lorbeerblatt entfernen. Den Eintopf mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, gibt zum Schluss Wiener Würstchen oder geräucherten Tofu hinein.

Bohnenkraut-Ersatz: Was kann man stattdessen nehmen?

Haben Sie gerade kein Bohnenkraut im Haus, kommen Sie mit Thymian dem Geschmack am nächsten. Nehmen Sie etwas weniger Thymian, als das Rezept an Bohnenkraut verlangt, und ergänzen Sie eine kleine Prise Majoran und eine Spur frisch gemahlenen Pfeffer. Auch Oregano oder eine Kräutermischung mit Bohnenkraut, etwa Kräuter der Provence, passen gut in Eintöpfe.

Thymian Gewürz getrocknet als Ersatz für Bohnenkraut

Getrockneter Thymian kommt dem Bohnenkraut im Geschmack am nächsten.

Marks Tipp

„Ich gebe einen Teil des Bohnenkrauts gleich zu Beginn in den Topf und streue kurz vor dem Servieren noch eine kleine Prise zwischen den Fingern zerrieben darüber. So schmecken Sie die tiefe Würze aus dem Topf und den frischen Duft obendrauf.“

Bohnenkraut anbauen, ernten und lagern

Sommerbohnenkraut ist im Garten oder im Balkonkasten unkompliziert. Es mag einen sonnigen, warmen Platz und lockeren, eher trockenen Boden. Weil es ein Lichtkeimer ist, streuen Sie die Samen ab Ende April nur auf die Erde und drücken sie leicht an. Am aromatischsten ist das Kraut kurz vor oder während der Blüte. Dann schneiden Sie die Triebe ab, binden sie zu kleinen Sträußen und hängen sie kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort zum Trocknen auf. Wie das am besten gelingt, lesen Sie im Ratgeber Kräuter trocknen.

Getrocknetes Bohnenkraut bewahren Sie in einem gut schließenden Glas oder einer Dose auf, trocken, dunkel und nicht direkt über dem Herd. So behält es ein bis zwei Jahre einen guten Duft. Ob es noch taugt, merken Sie leicht: Zwischen den Fingern zerrieben sollte es deutlich würzig riechen. Weitere Tipps zur Aufbewahrung finden Sie in unserem Überblick Gewürze von A bis Z.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zu Bohnenkraut

Ist Pfefferkraut dasselbe wie Bohnenkraut?

Meistens ja. Pfefferkraut ist ein alter Name für Bohnenkraut, weil man im Mittelalter damit statt mit teurem Pfeffer würzte. Regional heißt allerdings auch die Breitblättrige Kresse Pfefferkraut. Im Gewürzregal ist mit Pfefferkraut fast immer Bohnenkraut gemeint.

Wann gibt man Bohnenkraut ans Essen?

Am besten früh, zusammen mit Bohnen, Linsen oder Gemüse. Bohnenkraut verträgt lange Garzeiten und gibt sein Aroma beim Köcheln an das Gericht ab. Frische Zweige nehmen Sie vor dem Servieren heraus.

Was kann ich statt Bohnenkraut nehmen?

Thymian kommt dem Geschmack am nächsten. Nehmen Sie etwas weniger davon und ergänzen Sie eine Prise Majoran und etwas Pfeffer. Auch Kräuter der Provence passen, weil sie selbst Bohnenkraut enthalten.

Wie viel Bohnenkraut nimmt man?

Für einen Topf Bohnen oder Eintopf für vier Personen reicht ein gestrichener Teelöffel getrocknetes Bohnenkraut oder zwei bis drei frische Zweige. Vom Pulver genügt etwas weniger.

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterbohnenkraut?

Sommerbohnenkraut ist einjährig und schmeckt fein-würzig. Winterbohnenkraut ist ein mehrjähriger, immergrüner Halbstrauch mit kräftigerem, strengerem Aroma. Im Handel und in den meisten Rezepten ist Sommerbohnenkraut gemeint.

Wo kann ich Bohnenkraut kaufen?

Bei uns im Shop bekommen Sie Bohnenkraut getrocknet und als Pulver sowie Kräutermischungen mit Bohnenkraut. Achten Sie beim Kauf auf eine kräftig grüne Farbe und einen deutlich würzigen Duft.

Quellen: Wikipedia: Sommer-Bohnenkraut · Wikipedia: Winter-Bohnenkraut · Wikipedia: Capitulare de villis