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30.10.26

Eisenkraut franz./ Verbena von Kräuterparadies, Produktfoto

Eisenkraut und Verbene: Unterschied, Duft und Tee

Das Wichtigste in Kürze

Unter dem Namen Eisenkraut laufen zwei verschiedene Pflanzen. Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist ein unscheinbares, heimisches Wildkraut mit kleinen hellvioletten Blüten, das kaum duftet und herb-bitter schmeckt. Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) ist ein Strauch aus Südamerika mit intensivem Zitronenduft. Sie ist gemeint, wenn von Verbena, Verveine oder „Eisenkraut französisch“ die Rede ist, und sie ergibt den beliebten frisch-zitronigen Tee.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was ist Eisenkraut?

Kaum ein Kräutername sorgt für so viel Verwirrung wie dieser. Wer in Frankreich im Café „une verveine“ bestellt, bekommt einen duftenden, zitronigen Tee. Wer bei uns am Wegrand Eisenkraut findet, hält ein zartes Kraut ohne nennenswerten Duft in der Hand. Beides wird Eisenkraut genannt, und doch handelt es sich um zwei verschiedene Pflanzen.

Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist bei uns heimisch. Es wird 20 bis 75 Zentimeter hoch, hat einen vierkantigen, verzweigten Stängel und grob gezähnte bis gelappte Blätter. Von Mai bis in den Oktober trägt es schlanke Ähren mit winzigen, weißlichen bis hellvioletten Blüten. Es wächst an Wegen, Hecken und auf Brachflächen, gern in sonnigen Lagen. Schon seit der Jungsteinzeit begleitet es den Menschen und findet sich bis heute in der Nähe alter Siedlungen und Burgen.

Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) ist dagegen ein Strauch aus Südamerika. Beide gehören zur Familie der Eisenkrautgewächse, sind also entfernt verwandt. Im Handel heißt die Zitronenverbene oft Verbena, Verveine, „Eisenkraut französisch“ oder „Eisenkraut duftend“.

Getrocknetes Echtes Eisenkraut, Verbena officinalis, geschnitten mit Stängeln und Blättern

Echtes Eisenkraut, bei uns als „Eisenkraut deutsch“ im Sortiment.

Eisenkraut und Zitronenverbene: der Unterschied

Am schnellsten unterscheiden Sie die beiden mit der Nase. Reiben Sie ein Blatt zwischen den Fingern:

  1. Duft: Die Zitronenverbene duftet sofort intensiv nach Zitrone. Das Echte Eisenkraut riecht kaum, allenfalls ganz schwach minzig.
  2. Geschmack: Zitronenverbene schmeckt frisch, zitronig und leicht süßlich. Echtes Eisenkraut schmeckt herb und bitter.
  3. Wuchs: Die Zitronenverbene ist ein verholzender Strauch, der im Kübel ein bis zwei Meter hoch werden kann. Echtes Eisenkraut ist ein krautiges, sparriges Wildkraut.
  4. Blätter: Zitronenverbene hat lange, schmale, lanzettliche Blätter, die zu dritt oder viert am Stängel sitzen. Beim Echten Eisenkraut sind die Blätter gegenständig, gezähnt oder gelappt.
  5. Herkunft: Echtes Eisenkraut wächst in Europa wild. Die Zitronenverbene stammt aus Südamerika und ist bei uns nicht winterhart.

Wenn es um Teegenuss geht, ist mit Verbena oder Eisenkraut fast immer die Zitronenverbene gemeint. Das gilt auch für den in arabischen Ländern beliebten Tee „Verveine Menthe“, eine Mischung aus Zitronenverbene und Minze.

Woher kommt der Name Eisenkraut?

Der Name ist alt. Schon im Mittelhochdeutschen hieß die Pflanze īsenkrūt. Warum, ist nicht sicher geklärt. Eine verbreitete Deutung bringt das Kraut mit dem Schmiedehandwerk in Verbindung, belegt ist das aber nicht. Daneben kennt der Volksmund viele weitere Namen: Eisenbart, Heiligenkraut, Sagenkraut, Taubenkraut, Katzenblutkraut und Wunschkraut.

Der botanische Name Verbena stammt aus dem Lateinischen. Mit verbenae bezeichneten die alten Römer Zweige von Lorbeer, Olivenbaum, Myrte, Zypresse oder Tamariske, die als heilig galten und bei Zeremonien verwendet wurden. Später ging der Name auf unser Eisenkraut über. Aus verbena wurde im Französischen verveine, und so kam die Zitronenverbene schließlich zu ihrem Handelsnamen.

Eisenkraut im Brauchtum und Volksglauben

Das Echte Eisenkraut ist unscheinbar, aber seine Geschichte ist es nicht. In der Antike galt es als herba sacra, als heiliges Kraut. Römische Schriftsteller berichten, dass es bei Opfern, Weissagungen und religiösen Handlungen eine Rolle spielte, auch bei den Völkern nördlich der Alpen. Viele Eisenkraut-Geschichten ranken sich daher um die Kelten und ihre Druiden, wobei sich Überlieferung und spätere Ausschmückung oft nicht mehr trennen lassen.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit galt Eisenkraut im Volksglauben als Zauber- und Schutzkraut. Man band es in Kränze, hängte es ins Haus oder trug es bei sich, um Glück herbeizuwünschen. Der Name Wunschkraut erinnert noch daran. Eine christliche Legende erzählt, das Kraut sei am Fuß des Kreuzes auf Golgatha gewachsen. So kam es zu seinem Ruf als heiliges Kraut, der sich bis in die Volksnamen gehalten hat.

Heute sehen wir das Eisenkraut vor allem als Pflanze mit langer Geschichte. Es gehört in ein altes Bauerngartenbeet oder schlicht in die Sammlung derer, die sich für alte Pflanzenkunde begeistern.

Geschnittene Zitronenverbene, im Handel Eisenkraut französisch oder Verbena genannt

Zitronenverbene, geschnitten: im Handel als „Eisenkraut französisch“ oder Verbena bekannt.

Zitronenverbene: Herkunft und Duft

Die Zitronenverbene stammt aus dem westlichen Südamerika, etwa aus Argentinien, Chile und Peru. Spanische Seefahrer brachten sie nach Europa, wo sie sich in den Gärten des Südens schnell einen Platz eroberte. Ihr Gattungsname Aloysia ehrt Maria Luisa von Parma, die spätere Königin von Spanien.

Ihr Duft ist ihr großes Kapital. Er erinnert an frische Zitronenschale, ist aber feiner und blumiger, ohne die Säure der Frucht. Deshalb wird die Zitronenverbene auch in Seifen, Duftsäckchen und Parfums gern verwendet wird. In Frankreich gehört sie zur Alltagskultur: Die Tasse Verveine am Abend nach dem Essen ist dort so selbstverständlich wie bei uns der Pfefferminztee. Aus der Gegend um Le Puy-en-Velay kommt sogar ein bekannter Verveine-Likör.

Wie schmeckt Eisenkraut-Tee?

Das hängt ganz davon ab, welches Eisenkraut in der Tasse landet.

Zitronenverbene ergibt einen hellgoldenen Tee mit frischem, zitronigem Aroma und einem Hauch von Süße. Sie schmeckt pur, mit etwas Honig oder gemischt mit Minze. Ganze Blätter, bei uns „Eisenkraut franz./Verbena“, sind besonders aromatisch und sehen in der Glaskanne schön aus. Geschnittene Blätter geben ihr Aroma etwas schneller ab und eignen sich gut für Mischungen.

Echtes Eisenkraut schmeckt dagegen herb, grasig und deutlich bitter. Pur ist es eher etwas für Liebhaber kräftiger Kräutertees. Viele mischen es mit milder Melisse oder Zitronengras, um die Bitterkeit abzufedern.

  1. Kräuter abmessen: Für eine große Tasse genügt ein gehäufter Teelöffel Zitronenverbene oder drei bis vier ganze Blätter.
  2. Aufgießen: Mit sprudelnd heißem Wasser übergießen und abdecken, damit der Duft in der Tasse bleibt.
  3. Ziehen lassen: Fünf bis acht Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
  4. Kalt genießen: Abgekühlt mit Zitronenscheiben, Eiswürfeln und Minze wird daraus eine feine Sommerlimonade.

Weitere Tipps zum Aufbrühen finden Sie in unserem Ratgeber Tee richtig zubereiten, Ideen für kalte Varianten unter Eistee selber machen.

Sabines Tipp

„Mit Zitronenverbene koche ich im Sommer einen einfachen Sirup: Eine Handvoll Blätter in heißem Zuckersirup ziehen lassen, abseihen, in Flaschen füllen. Ein Schuss davon in Sprudelwasser, über Erdbeeren oder in eine Panna cotta, und der ganze Tisch duftet nach Zitrone.“

Geschnittene Melissenblätter, mild-zitronig, als Partner für Eisenkraut im Tee

Melisse passt mit ihrem milden Zitronenduft gut zu Eisenkraut.

Eisenkraut im Garten

Das Echte Eisenkraut ist anspruchslos. Es mag Sonne, einen nicht zu mageren Boden und im Sommer ausreichend Wasser. Es sät sich gern selbst aus und passt gut in naturnahe Ecken und Bauerngärten, wo Bienen die kleinen Blüten besuchen.

Die Zitronenverbene ist eine Kübelpflanze. Sie braucht einen warmen, sonnigen Platz und verträgt keinen Frost. Im Herbst kommt sie hell und kühl ins Haus, wo sie ihr Laub abwirft und im Frühjahr neu austreibt. Die Blätter können Sie den ganzen Sommer über ernten und luftig im Schatten trocknen.

Übrigens: Das hohe, lila blühende „Patagonische Eisenkraut“ (Verbena bonariensis), das man aus vielen Staudenbeeten kennt, ist eine Zierpflanze aus Südamerika. Es ist mit dem Echten Eisenkraut verwandt, wird aber nicht für Tee verwendet.

Geschnittenes Zitronengras, ein zitroniger Partner für Verbena im Tee

Zitronengras bringt eine weitere frische Zitrusnote in Ihre Verbena-Mischung.

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Häufige Fragen zu Eisenkraut und Verbena

Ist Verbena das Gleiche wie Eisenkraut?

Nicht ganz. Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) ist ein heimisches Wildkraut. Im Teehandel meint Verbena meist die Zitronenverbene (Aloysia citrodora), einen Strauch aus Südamerika mit Zitronenduft. Beide gehören zur Familie der Eisenkrautgewächse.

Was ist Eisenkraut französisch?

So nennt der Kräuterhandel die Zitronenverbene, in Frankreich Verveine genannt. Sie duftet und schmeckt intensiv nach Zitrone. Das „deutsche“ Eisenkraut ist dagegen das Echte Eisenkraut.

Was ist Verveine?

Verveine ist das französische Wort für Verbene. In Frankreich bestellt man damit meist einen Tee aus Zitronenverbene, der gern abends nach dem Essen getrunken wird.

Wie schmeckt Eisenkraut?

Echtes Eisenkraut schmeckt herb und bitter und duftet kaum. Zitronenverbene schmeckt frisch-zitronig mit leichter Süße. Für aromatischen Tee wird fast immer die Zitronenverbene verwendet.

Ist Zitronenverbene winterhart?

Nein. Die Zitronenverbene verträgt keinen Frost und überwintert hell und kühl im Haus. Echtes Eisenkraut ist dagegen bei uns heimisch und übersteht den Winter im Freien.

Wann blüht Eisenkraut?

Echtes Eisenkraut blüht von Mai bis Oktober, oft bis zum ersten Frost. Die Zitronenverbene trägt im Hochsommer kleine weiße bis zartlila Blütenrispen.

Quellen: Wikipedia: Echtes Eisenkraut · Wikipedia: Zitronenverbene