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01.11.26

Zimtpulver Ceylon 1 A, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Früchtebrot, Kletzenbrot und Hutzelbrot: Rezept und Brauch

Das Wichtigste in Kürze

Früchtebrot ist ein schweres, würziges Brot aus getrockneten Früchten, Nüssen und wenig Teig. In Bayern und Österreich heißt es Kletzenbrot, in Schwaben Hutzelbrot, in Südtirol Birnbrot. Es wird im Advent gebacken und braucht nach dem Backen ein bis zwei Wochen zum Durchziehen. Gewürzt wird mit Zimt, Nelken, Anis und Fenchel.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Früchtebrot, Kletzenbrot und Hutzelbrot?

Früchtebrot ist eine alte Weihnachtsspezialität: Auf eine große Menge getrockneter Früchte kommen nur wenig Brotteig und viele Gewürze. Die Früchte stehen im Vordergrund, der Teig hält sie zusammen. Je nach Region hat das Brot einen anderen Namen und eine andere Zutatenliste.

  • Kletzenbrot kennt man in Bayern, Österreich und Südtirol. „Kletzen“ sind gedörrte Birnen.
  • Hutzelbrot heißt es in Schwaben und Teilen Frankens. „Hutzeln“ sind ebenfalls getrocknete Birnen, dazu kommen oft Pflaumen, Feigen und Nüsse.
  • Birnbrot wird in Südtirol und der Schweiz gebacken, ebenfalls mit Dörrbirnen als Hauptzutat.

Alle Varianten haben gemeinsam, dass sie dunkel, dicht und aromatisch sind und in Scheiben geschnitten, oft mit Butter, serviert werden.

Apfel getrocknet in Stücken, Zutat für Früchtebrot

Getrocknete Äpfel passen gut zu Birnen und Pflaumen.

Welcher Brauch steckt hinter dem Kletzenbrot?

Früchtebrot gehört zu den Gebäcken, die man früher zum Winter hin backte, wenn das Obst aus dem Herbst getrocknet war. Es war lange haltbar und ein Vorrat für die Feiertage. Aus dieser Zeit stammen Überlieferungen: In manchen Familien wurde das Kletzenbrot erst zu Weihnachten oder, wie vielerorts erzählt wird, am Thomastag am 21. Dezember angeschnitten. Davor ließ man es reifen.

Wie weit der Brauch verbreitet war und ob er sich überall gleich abspielte, ist von Ort zu Ort verschieden. Sicher ist nur, dass das Brot als festliches Gebäck galt, das man mit Gästen teilte. Heute backt man Früchtebrot vor allem im Advent, und es schmeckt zu Weihnachten, zu Silvester und zum Dreikönigstag.

Wie backt man Früchtebrot? Das Rezept

Das Rezept ergibt zwei kleine Laibe. Die Früchte weichen Sie am besten über Nacht ein.

Zutaten für die Früchte:

  • 250 g Dörrbirnen (Kletzen) oder getrocknete Birnen
  • 150 g getrocknete Feigen
  • 100 g getrocknete Pflaumen, entsteint
  • 50 g getrocknete Äpfel
  • 50 g getrocknete Kirschen oder Cranberries
  • 100 g Rosinen
  • 100 g Walnüsse, grob gehackt
  • 100 g Haselnüsse oder Mandeln
  • Schale von 1 Orange und 1 Zitrone (frisch abgerieben oder getrocknet)
  • 100 ml Rum, Kirschwasser oder Orangensaft
  • 2 TL Ceylon-Zimtpulver
  • 1/2 TL Nelkenpulver
  • 1 TL Anis, gemahlen
  • 1/2 TL Fenchel, gemahlen

Zutaten für den Teig:

  • 300 g Weizenmehl Type 1050 oder Mischmehl aus Weizen und Roggen
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 30 g Zucker
  • 150 ml lauwarmes Einweichwasser
  1. Früchte einweichen: Die Früchte klein schneiden und mit Alkohol oder Saft sowie knapp so viel Wasser übergießen, dass sie bedeckt sind. Über Nacht ziehen lassen und abgießen, das Einweichwasser aufheben.
  2. Teig anrühren: Mehl, Hefe, Salz und Zucker mischen. Etwa 150 ml lauwarmes Einweichwasser zugeben und einen festen Teig kneten. Etwa 45 Minuten gehen lassen.
  3. Früchte unterkneten: Früchte, Nüsse, Schalen und Gewürze zum Teig geben und kräftig durchkneten. Der Teig ist sehr fruchtig und klebt, er muss nicht glatt werden.
  4. Formen: Den Teig halbieren, zu zwei länglichen Laiben formen und auf ein Blech mit Backpapier setzen. Weitere 30 Minuten ruhen lassen.
  5. Backen: Bei 175 °C Ober-/Unterhitze 60 bis 70 Minuten backen. Mit Alufolie abdecken, falls die Oberfläche zu dunkel wird. Zum Schluss mit etwas Einweichflüssigkeit bepinseln.
Getrocknete Kirschen für Früchtebrot

Getrocknete Süßkirschen bringen Farbe in den Teig.

Birnen, Feigen und Pflaumen gehören nicht zu unserem Sortiment, die bekommen Sie in jedem Naturkostladen oder gut sortierten Supermarkt. Ergänzen können Sie das Rezept mit getrockneten Äpfeln, Kirschen oder Cranberries sowie den Gewürzen und Schalen aus unserem Shop.

Welche Gewürze gehören ins Früchtebrot?

Die klassische Würzung vereint Weihnachtsgewürze und Brotgewürze: Zimt, Nelken, Anis, Fenchel und Zitrusschale. Ceylon-Zimt eignet sich gut, weil er mild und fein schmeckt und die Früchte nicht übertönt. Nelken dosieren Sie sparsam, sie schmecken kräftig. Anis und Fenchel geben dem Brot den Duft, den man vom Hutzelbrot kennt.

Statt einzelner Gewürze können Sie auch ein Stollengewürz oder Lebkuchengewürz verwenden. Eine Übersicht über die Gewürze der Weihnachtsbäckerei bietet unser Beitrag Weihnachtsgewürze.

Anis ganz als Gewürz für Früchtebrot und Hutzelbrot

Ganzer Anis wird für das Brot fein gemahlen.

Fenchel ganz als Gewürz für Kletzenbrot

Fenchelsamen runden die Würzung ab.

Wie lagert man Früchtebrot und wie lange muss es durchziehen?

Früchtebrot wird mit der Zeit besser. Wickeln Sie die ausgekühlten Laibe in Backpapier und dann in Alufolie oder ein sauberes Tuch und lagern Sie sie kühl und trocken, zum Beispiel im Keller oder in einer Brotdose. Nach ein bis zwei Wochen sind die Aromen durchgezogen und das Brot lässt sich gut schneiden.

Zum Anschneiden nehmen Sie ein scharfes Messer, am besten ein Brotmesser. Die Scheiben schmecken pur, mit Butter oder mit einem Stück Käse.

Marks Tipp

„Backen Sie das Früchtebrot am besten schon Anfang Dezember. Dann hat es bis Weihnachten Zeit zum Durchziehen. Falls es nach ein paar Tagen zu trocken wirkt, wickeln Sie es in ein feuchtes Tuch, lassen es einen Tag ruhen und packen es dann wieder dicht ein.“

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kletzenbrot, Hutzelbrot und Birnbrot?

Alle drei sind Früchtebrote mit Dörrbirnen. Kletzenbrot kennt man in Bayern, Österreich und Südtirol, Hutzelbrot in Schwaben und Franken, Birnbrot in Südtirol und der Schweiz. Die Zutaten wechseln je nach Region, etwa Pflaumen, Feigen oder Nüsse.

Was bedeutet „Kletzen“?

Kletzen sind getrocknete Birnen. Das Wort ist vor allem in Bayern und Österreich geläufig. In Schwaben heißen sie Hutzeln.

Wie lange muss Früchtebrot durchziehen?

Ein bis zwei Wochen sind ideal. Dann sind die Aromen der Früchte und Gewürze gut verbunden. Wickeln Sie das Brot dazu dicht in Backpapier und Alufolie.

Kann man Früchtebrot ohne Alkohol backen?

Ja, statt Rum oder Kirschwasser nehmen Sie Orangensaft, Apfelsaft oder starken Tee zum Einweichen der Früchte. Das Brot schmeckt dann etwas milder.

Welche Früchte nimmt man für Früchtebrot?

Klassisch sind Dörrbirnen, Feigen und Pflaumen, dazu Rosinen und Nüsse. Sie können das Rezept mit getrockneten Äpfeln, Kirschen oder Cranberries erweitern.

Wann wird Früchtebrot traditionell gegessen?

Vor allem in der Weihnachtszeit. Überliefert ist, dass man es in manchen Familien erst am Thomastag oder zu Weihnachten anschnitt. Heute genießt man es oft schon im Advent.