Das Wichtigste in Kürze
Grüne Pulver sind fein vermahlene, getrocknete Pflanzenteile, die Speisen und Getränke kräftig grün färben. Moringa Pulver stammt aus den Blättern des tropischen Moringabaums (Moringa oleifera) und schmeckt mild-grasig und leicht herb. Gerstengras- und Weizengraspulver werden aus den jungen Halmen des Getreides gewonnen, Spirulina und Chlorella sind Mikroalgen mit kräftigem Eigengeschmack. In der Küche nimmt man sie teelöffelweise für Smoothies, Joghurt, Nudelteig, Pfannkuchen oder Cracker.
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Inhalt
Was sind grüne Pulver?
In unserer Familienküche stehen die grünen Pulver gleich neben dem Gewürzregal. Nicht wegen großer Versprechen, sondern weil sie etwas können, was kaum eine andere Zutat schafft: Sie machen aus einem gewöhnlichen Pfannkuchen, einem Glas Joghurt oder einer Schüssel Nudeln etwas, das sofort ins Auge fällt.
Unter dem Begriff fasst man ganz unterschiedliche Zutaten zusammen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie getrocknet und fein gemahlen sind und ihre grüne Farbe vom Blattgrün, dem Chlorophyll, bekommen:
- Blätter: Moringa, Brennnessel und als Tee der Matcha.
- Junge Gräser: Gerstengras und Weizengras, also die Halme des Getreides, bevor sich Ähren bilden.
- Mikroalgen: Spirulina und Chlorella, die man oft schlicht als Algenpulver bezeichnet.
Jedes dieser Pulver hat seinen eigenen Geschmack und seine eigene Farbe, von zartem Hellgrün bis zu tiefem Blaugrün. Wer sie kennt, kann sie gezielt einsetzen.
Was ist Moringa Pulver und wie schmeckt es?
Moringa Pulver wird aus den getrockneten Blättern des Moringabaums gemahlen. Botanisch heißt er Moringa oleifera, im Deutschen auch Meerrettichbaum, weil seine Wurzeln an Meerrettich erinnern. Ursprünglich stammt er aus den Ausläufern des Himalaya im Norden Indiens. Heute wird er in vielen tropischen und subtropischen Ländern angebaut, unser Moringa kommt aus Ägypten.
Der Baum wächst sehr schnell und trägt fein gefiederte Blätter mit kleinen, runden Fiederblättchen. In Indien und Afrika werden die frischen Blätter wie Spinat gekocht, die langen Schoten, „Drumsticks“ genannt, kommen in Currys.
Das Pulver ist leuchtend grün und schmeckt mild-grasig, leicht herb und ein wenig nach Spinat. Ein Teelöffel genügt für einen Smoothie oder eine Schale Joghurt. Wer lieber Tee trinkt, nimmt die geschnittenen Moringablätter und gießt sie wie einen Kräutertee auf.
Gerstengras und Weizengras: Was ist der Unterschied?
Beide Pulver werden aus jungem Getreidegras gewonnen. Man lässt Gerste oder Weizen keimen und erntet die Halme, solange sie noch saftig grün sind und bevor die Pflanze zu schossen beginnt. Anschließend werden sie schonend getrocknet und fein vermahlen.

Gerstengraspulver: mild, pflanzlich und angenehm grün, ideal zum Einsteigen.
Gerstengraspulver aus Hordeum vulgare schmeckt mild, pflanzlich und fein grün. Es überdeckt andere Aromen kaum und ist deshalb ein guter Einstieg. Weizengraspulver aus Triticum aestivum ist frischer, leicht süßlich und erinnert an frisch gemähtes Gras, mit einer feinen Herbe im Nachklang.

Weizengraspulver: frisch, leicht süßlich, mit dem Duft einer gemähten Wiese.
Wichtig für alle, die auf Allergene achten: Unser Gerstengraspulver ist mit „enthält Gerste (glutenhaltig)“, unser Weizengraspulver mit „enthält Weizen (glutenhaltig)“ gekennzeichnet.
Was ist Algenpulver? Spirulina und Chlorella
Spirulina und Chlorella werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber ganz verschiedene Lebewesen. Spirulina ist streng genommen keine echte Alge, sondern ein Cyanobakterium, früher Blaualge genannt. Unter dem Mikroskop sieht man feine, spiralig gewundene Fäden, daher der Name. Sie wächst in warmen, stark alkalischen Seen. Schon die Azteken schöpften sie aus dem Texcoco-See im heutigen Mexiko und formten daraus Fladen, und am Tschadsee in Afrika wird sie bis heute geerntet und getrocknet.
Chlorella (Chlorella vulgaris) ist eine winzige, einzellige Grünalge aus dem Süßwasser.
In der Küche unterscheiden sie sich vor allem durch Farbe und Geschmack. Spirulina färbt tief blaugrün und schmeckt kräftig, leicht nach Meer. Chlorella ist dunkelgrün und hat ebenfalls einen deutlichen Eigengeschmack. Beide setzt man deshalb sparsam ein, oft reicht schon ein halber Teelöffel. Bei uns finden Sie Spirulinapulver und Chlorella Algenpulver.
Rezepte mit grünen Pulvern: Smoothie, Nudeln und Spirulina-Cracker
Am einfachsten gelingt der Einstieg mit einem grünen Smoothie. Gurke, Apfel, Birne, eine Handvoll Spinat, 250 ml Wasser oder Pflanzendrink und ein Esslöffel Gerstengraspulver in den Mixer geben und fein pürieren. Banane, Mango, Ingwer, Zitrone oder Minze passen ebenfalls gut. Viele weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Grüner Smoothie und bei den Smoothie Bowls.
Zum Färben eignen sich die Pulver ebenso gut. Ein bis zwei Teelöffel Moringa- oder Brennnesselpulver im Nudelteig auf 300 g Mehl ergeben hellgrüne Tagliatelle. Im Pfannkuchenteig, in Spätzle, in Quarkdips oder in Brotteig funktioniert das genauso. Für Süßes, etwa Kekse, Eis oder Creme, ist Matcha die feinere Wahl.
Spirulina-Cracker
Ein Knabberrezept, das wir schon lange machen und das immer wieder Gespräche auslöst, weil es so ungewohnt aussieht.
Zutaten:
- 80 g Chiasamen
- 90 g Kernmischung (zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Sesam, Leinsamen)
- 2 EL Kürbiskerne
- 1 TL Spirulinapulver
- ½ TL Meersalz
- 170 ml Wasser
- Quellen lassen: Alle Zutaten in einer Schüssel gut verrühren und 10 bis 15 Minuten stehen lassen, bis die Chiasamen die Masse binden. Den Ofen auf 120 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Ausrollen: Die Masse auf ein Backpapier geben, ein zweites Backpapier darauflegen und mit dem Nudelholz so dünn wie möglich ausrollen. Je dünner, desto knuspriger.
- Schneiden: Das obere Papier abziehen und die Masse mit einem Messer in Rechtecke oder Rauten schneiden.
- Backen: Auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten backen, dann wenden und weitere 30 Minuten backen, bis die Cracker gleichmäßig knusprig sind und dunkelgrün schimmern.
- Aufbewahren: Abkühlen lassen und luftdicht verschlossen aufbewahren. So bleiben sie einige Tage knusprig.
Marks Tipp
„Grüne Pulver mögen keine lange Hitze, dann wird aus Leuchtendgrün schnell ein mattes Olivgrün. Für Suppen, Soßen und Risotto rühre ich das Pulver deshalb erst ganz zum Schluss unter, wenn der Topf schon vom Herd ist. Bei den Crackern ist das anders, da gehört das tiefe Dunkelgrün einfach dazu.“

Brennnesselpulver: die heimische Alternative zum Grünfärben von Teig und Spätzle.
Wie lagert man grüne Pulver richtig?
Licht, Wärme und Feuchtigkeit sind die Feinde der grünen Farbe. Bewahren Sie die Pulver deshalb gut verschlossen, trocken und dunkel auf, am besten in der Originalverpackung oder einer dunklen Dose. Nehmen Sie das Pulver immer mit einem trockenen Löffel heraus, damit es nicht verklumpt.
Ein guter Anhaltspunkt für die Qualität ist die Farbe. Ein frisches Pulver leuchtet kräftig grün und riecht angenehm nach Gras oder Heu. Wird es blass und graugrün, hat es an Aroma verloren. Wer den grünen Tee aus Japan liebt, findet mehr zur Zubereitung in unserem Ratgeber Matcha.

Matcha: fein gemahlener Grüntee aus Japan, die feine Wahl für Kekse, Creme und Eis.
Was Sie dafür brauchen
Moringablatt PulverMild-grasiges Blattpulver aus ÄgyptenAnsehen
GerstengraspulverMildes Grün für Smoothie, Joghurt und MüsliAnsehen
WeizengraspulverFrisch und leicht süßlich, aus jungem WeizenAnsehen
Moringablätter Moringa oleifera FoliaGeschnittene Moringablätter für TeeAnsehen
Brennesselblätter PulverHeimisches Grün für Nudelteig und SpätzleAnsehen
MatchapulverFein gemahlener Grüntee aus JapanAnsehenHäufige Fragen zu Moringa Pulver und anderen grünen Pulvern
Wie schmeckt Moringa Pulver?
Mild-grasig, leicht herb und ein wenig nach Spinat. In Smoothies mit Obst, in Joghurt oder Müsli tritt der Geschmack in den Hintergrund.
Was ist Algenpulver?
Meist sind damit getrocknete und gemahlene Mikroalgen wie Spirulina oder Chlorella gemeint. Spirulina färbt tief blaugrün und schmeckt kräftig nach Meer, Chlorella ist dunkelgrün. Beide nimmt man sparsam.
Was ist der Unterschied zwischen Gerstengras und Weizengras?
Beide werden aus jungen Getreidehalmen gemahlen. Gerstengraspulver schmeckt mild und pflanzlich, Weizengraspulver frischer und leicht süßlich mit feiner Herbe.
Wie viel Moringa Pulver nimmt man für einen Smoothie?
Etwa einen Teelöffel pro Glas. Damit wird der Smoothie schön grün, ohne dass der grasige Geschmack zu stark wird.
Kann man grüne Pulver erhitzen?
Ja, zum Beispiel in Crackern, Brot oder Nudeln. Die Farbe wird durch lange Hitze aber dunkler und matter. Für leuchtendes Grün rührt man das Pulver in Suppen und Soßen erst am Schluss unter.
Wie bewahrt man grüne Pulver auf?
Gut verschlossen, trocken und dunkel. Licht und Feuchtigkeit lassen die Farbe verblassen und das Pulver verklumpen.