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09.04.13

Gundelrebenkraut, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Gundermann (Gundelrebe): Wildkraut mit Würze

Das Wichtigste in Kürze

Gundermann, auch Gundelrebe genannt (Glechoma hederacea), ist ein heimischer Lippenblütler, der mit langen Ausläufern über Wiesen, Hecken und Gartenränder kriecht. Er blüht von März bis Juni blauviolett und duftet beim Zerreiben würzig und leicht minzig. Gundermann ist essbar: Junge Blätter würzen sparsam dosiert Quark, Suppe, Salat und Soßen, getrocknet ergibt er einen kräftig-würzigen Kräutertee. Im Brauchtum galt er als Zauberkraut der Walpurgisnacht.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was ist Gundermann?

Gundermann gehört zu den Pflanzen, an denen viele jeden Tag vorbeigehen, ohne sie zu bemerken. Dabei wächst er fast überall: am Rand von Wiesen, unter Hecken, an Wegen und sehr gern im Rasen. Wer im Frühjahr einmal genau hinschaut, entdeckt die kleinen blauvioletten Blüten in Bodennähe. Bei uns im Kräuterhof gehört er zu den ersten Wildkräutern des Jahres.

Botanisch heißt der Gundermann Glechoma hederacea und gehört zu den Lippenblütlern, wie Minze, Thymian und Salbei. Das sieht man an seinem vierkantigen Stängel und an den Blüten mit ihrer typischen Ober- und Unterlippe. Die Pflanze bildet lange, kriechende Ausläufer, die an den Knoten neue Wurzeln schlagen. So entstehen dichte grüne Teppiche, weshalb Gärtner ihn auch als Bodendecker schätzen.

Die Blätter sitzen gegenständig, sind rundlich bis herzförmig und am Rand grob gekerbt. Meist sind sie zwei bis drei Zentimeter breit. In sonniger Lage färben sie sich oft rötlich. Von März bis Juni stehen die Blüten zu zweit oder zu dritt in den Blattachseln der aufrechten Triebe. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, duftet es würzig, leicht balsamisch und ein wenig nach Minze.

Getrocknete Vogelmiere, ein Wildkraut, das wie Gundermann im Frühjahr in Gärten und an Wegrändern wächst

Vogelmiere wächst oft in Nachbarschaft zum Gundermann und passt gut mit ihm in den Frühlingssalat.

Woher kommt der Name Gundermann?

Die Pflanze hat viele Namen. Gundermann und Gundelrebe sind die bekanntesten, regional sagt man auch Gundlrebe, Erdefeu oder Gundelkraut. Das Wort „Rebe“ beschreibt die rankenden Ausläufer. Woher die Silbe „Gund“ genau kommt, ist sprachgeschichtlich nicht eindeutig geklärt.

Der botanische Name ist leichter zu deuten. Glechoma geht auf glechon zurück, ein altgriechisches Wort für eine Minzart, die Poleiminze. Hederacea bedeutet „efeuartig“, nach Hedera, dem Efeu. Auch der englische Name ground ivy, also Bodenefeu, und das deutsche Erdefeu beziehen sich auf die kriechende Wuchsform. Mit dem echten Efeu ist der Gundermann aber nicht verwandt.

Wie erkennt man Gundermann?

Vier Merkmale machen den Gundermann recht unverwechselbar: der kriechende Wuchs mit Ausläufern, die rundlich gekerbten Blätter, die blauvioletten Lippenblüten in den Blattachseln und der würzige Duft beim Zerreiben. Ähnlich aussehen können zwei andere Frühlingspflanzen:

  • Kriechender Günsel: Er bildet ebenfalls Ausläufer und blüht blau, trägt seine Blüten aber in aufrechten, ährenartigen Ständen über einer Rosette aus länglichen Blättern. Ein würziger Duft fehlt.
  • Purpurrote Taubnessel: Sie wächst aufrecht ohne Ausläufer, hat spitzere, behaarte Blätter und rosa-purpurne Blüten. Die oberen Blätter sind oft rötlich überlaufen.

Sorgfalt beim Sammeln: Pflücken Sie nur, was Sie sicher erkennen. Gundermann wächst gern bodennah an Wegen. Sammeln Sie deshalb abseits von Hundewegen und Straßen und waschen Sie die Blätter gründlich.

Ist Gundermann essbar? Gundermann in der Küche

Ja, Blätter und Blüten des Gundermanns sind essbar. Geschmacklich ist er ein Würzkraut, kein Salatblatt: würzig, herb, leicht bitter und mit einem Hauch Minze. Deshalb gilt beim Gundermann: wenig nehmen und lieber nachwürzen. Am feinsten schmecken die jungen Triebspitzen im Frühjahr.

  • Frühlingsquark: Ein Esslöffel fein gehackte Gundermannblätter mit Schnittlauch und etwas Salz unter Quark rühren, dazu Pellkartoffeln.
  • Kräuterbutter: Gehackte Blätter mit weicher Butter, Salz und einer Spur Zitronenschale verrühren.
  • Omelett und Frittata: Eine kleine Handvoll Blätter kurz vor dem Stocken über die Eier streuen.
  • Soßen und Suppen: Früher verfeinerte man mit Gundermann gern Rindfleischsoßen. Auch in Kartoffel- und Kräutersuppen passt er, kurz vor dem Servieren dazugegeben.
  • Wildkräutersalat: Ein paar Blätter und Blüten zu milden Kräutern wie Vogelmiere und Gänseblümchen geben.

Getrocknet wird Gundermann vor allem als Kräutertee getrunken. Für eine Tasse übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel Gundelrebenkraut mit 250 ml kochendem Wasser und lassen ihn etwa 10 Minuten ziehen. Der Tee schmeckt kräftig-würzig und fein balsamisch. Wer es milder mag, mischt Brombeerblätter, Himbeerblätter oder Melisse dazu.

Haustee I mit Gundelrebe, Hirtentäschel und Lavendel als lose Kräuterteemischung

Haustee I: Gundelrebe und Hirtentäschel geben der Mischung ihren ursprünglichen Kräutercharakter.

Sabines Tipp

Für die Gründonnerstagssuppe sammle ich immer eine kleine Handvoll Gundermann mit. Zusammen mit Löwenzahn, Brennnessel und Bärlauch kommt er ganz zum Schluss in die heiße Kartoffelsuppe. Gekocht wird er nicht mehr, so bleibt sein würziger Duft erhalten.

Gundermann im Brauchtum und in der Geschichte

In alten Erzählungen gilt der Gundermann als Zauberkraut. Besonders eng ist er mit der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai verbunden, wenn er gerade in voller Blüte steht. Nach altem Volksglauben konnte, wer an diesem Abend einen Kranz aus Gundermann trug, die Hexen erkennen, die zum Tanz unterwegs waren. Mehr zu den Bräuchen dieser Nacht lesen Sie in unserem Ratgeber Walpurgisnacht räuchern.

Auch in der Gründonnerstagssuppe hatte er seinen festen Platz. Diese grüne Suppe aus den ersten Frühlingskräutern gehörte in vielen Gegenden zum Brauch der Karwoche, oft mit sieben oder neun verschiedenen Kräutern. Einen Überblick über solche Bräuche gibt unser Ratgeber zu den Kräuterbräuchen im Jahreskreis.

Eine spannende Spur führt ins Bierfass. Bevor sich der Hopfen als Bierwürze durchsetzte, gab man in England und wohl auch auf dem Kontinent verschiedene Kräuter ins Bier, darunter den Gundermann. Der alte englische Name alehoof, in dem das Wort ale für Bier steckt, erinnert noch daran.

Getrocknete Gänseblümchen mit weißen Blüten und gelber Mitte, passend zu Gundermann im Wildkräutersalat

Gänseblümchen und Gundermann: zwei Frühlingsboten für Teller und Teetasse.

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Häufige Fragen zum Gundermann

Ist Gundermann essbar?

Ja. Blätter und Blüten des Gundermanns sind essbar und werden als Würzkraut verwendet. Weil er kräftig und leicht bitter schmeckt, nimmt man ihn sparsam, etwa in Quark, Kräuterbutter, Suppe oder Salat.

Sind Gundermann und Gundelrebe dieselbe Pflanze?

Ja. Gundermann, Gundelrebe, Gundlrebe und Erdefeu sind verschiedene Namen für Glechoma hederacea. Im Handel heißt das getrocknete Kraut meist Gundelrebenkraut.

Wie schmeckt Gundermann?

Würzig, herb und leicht bitter, mit einer balsamischen, an Minze erinnernden Note. Als Tee schmeckt er kräftig-würzig und lässt sich gut mit milderen Blättern wie Brombeere oder Himbeere mischen.

Wann blüht Gundermann?

Die blauvioletten Lippenblüten erscheinen von März bis Juni, je nach Lage und Witterung. Die Hauptblüte fällt oft genau in die Zeit um die Walpurgisnacht.

Wie bereitet man Gundermanntee zu?

1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Gundelrebenkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.