Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Ausgewählte Lieferanten & kleine Ernten
Handverlesene Premium-Qualität
Schneller Versand mit DHL

30.06.13

Königskerzen Blüte, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Königskerze: Die Wollblume in Garten und Brauchtum

Das Wichtigste in Kürze

Königskerzen (Gattung Verbascum) sind zweijährige Pflanzen mit filzig-wolligen Blättern und einem bis zu zwei Meter hohen, gelb blühenden Blütenstand. Daher stammen Volksnamen wie Wollblume, Himmelbrand und Kerzenkraut. Früher tauchte man die Stängel in Wachs oder Pech und nutzte sie als Fackeln. Im bayerischen Brauchtum steht die Königskerze als Mittelpunkt im Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt am 15. August.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was sind Königskerzen?

Im Hochsommer stehen sie wie leuchtende Kerzen an Bahndämmen, Kiesgruben und Wegrändern: Königskerzen. Mit ihren hohen, gelben Blütenständen überragen sie fast alles um sich herum. Meine Großeltern sagten, manche Jahre seien regelrechte Königskerzenjahre, in denen die Pflanze überall auftaucht.

Botanisch gehören die Königskerzen zur Gattung Verbascum in der Familie der Braunwurzgewächse. Weltweit gibt es mehrere hundert Arten, die meisten im Mittelmeerraum und in Vorderasien. Bei uns kommen vor allem die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum), die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus), die Windblumen-Königskerze (Verbascum phlomoides) und die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) vor. Für Blütentee werden vor allem die großblütigen Arten gesammelt.

Wie erkennt man die Königskerze?

Die meisten Königskerzen sind zweijährig. Im ersten Jahr bilden sie nur eine flache Rosette aus großen, graugrünen Blättern, die sich weich wie Filz anfühlen. Erst im zweiten Sommer schiebt sich aus der Mitte ein kräftiger Stängel, der je nach Art und Standort ein bis zwei Meter hoch wird, manchmal mehr.

  1. Blätter: dicht mit Sternhaaren besetzt, dadurch wollig-weich und silbrig schimmernd. An vielen Arten laufen die Blätter am Stängel ein Stück herab.
  2. Blüten: leuchtend gelb, flach ausgebreitet, mit fünf Kronblättern. Die Staubfäden sind bei vielen Arten auffällig behaart.
  3. Blütenstand: eine lange, dichte Ähre. Die Blüten öffnen sich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, jede nur für etwa einen Tag. So blüht eine Pflanze von Juli bis in den September.
  4. Standort: sonnig, trocken und eher mager, zum Beispiel auf Schotter, Sand und an Böschungen.
Getrocknete Königskerzenblätter, graugrün und wollig, geschnitten

Getrocknete Königskerzenblätter: graugrün, wollig und mild-krautig im Geschmack.

Woher kommen Namen wie Wollblume und Himmelbrand?

Kaum eine Pflanze hat so viele Volksnamen. Wollblume und Wollkraut beziehen sich auf die filzigen Blätter. Himmelbrand, Kerzenkraut und Fackelkraut erinnern an die Zeit, als man die getrockneten Stängel in Wachs, Talg oder Pech tauchte und als Fackeln anzündete. Aus dem trockenen Blattfilz drehte man Dochte für Öllampen, deshalb auch der Name Lampenkraut.

Der Name Königskerze selbst passt zu dieser Geschichte: eine Kerze, die so prächtig aufragt, dass sie einem König würdig ist. Auf Englisch heißt die Pflanze übrigens mullein, ein Wort, das vermutlich ebenfalls auf ihre Weichheit zurückgeht.

Königskerze im Brauchtum

Bei uns in Bayern gehört die Königskerze zum Kräuterbuschen, der an Mariä Himmelfahrt am 15. August in der Kirche geweiht wird. Je nach Gegend bindet man sieben, neun, zwölf oder noch mehr Kräuter zusammen. Die Königskerze steht dabei oft in der Mitte und ragt als höchste Pflanze aus dem Strauß heraus. Um sie herum kommen Schafgarbe, Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Wermut, Kamille und Getreideähren.

Der geweihte Buschen wurde früher im Herrgottswinkel, auf dem Dachboden oder im Stall aufbewahrt. Nach altem Volksglauben sollte er Haus und Hof vor Blitz und Unwetter bewahren. Zog ein Gewitter auf, legte man ein paar Stängel ins Herdfeuer. In den Rauhnächten wurden Teile des alten Buschens verräuchert, bevor im Sommer ein neuer gebunden wurde. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Räuchern im Jahreskreis.

Auf vielen Bauernhöfen galt die Königskerze außerdem als Wetterorakel. Neigte sich die Blütenspitze nach Osten, rechnete man mit schönem Wetter. Zeigte sie nach Westen, stand schlechtes Wetter bevor. Ob das stimmt, können Sie im nächsten Sommer selbst beobachten.

Getrocknete Schafgarbenblüten, weiß-cremefarbene Dolden, Zutat für den Kräuterbuschen neben der Königskerze

Schafgarbe gehört neben der Königskerze in fast jeden Kräuterbuschen.

Sicherheit beim Räuchern: Räuchern Sie nur auf einer feuerfesten Unterlage, lassen Sie Glut nie unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder und Haustiere fern. Lüften Sie nach dem Räuchern gut, und denken Sie an den Rauchmelder.

Königskerzen im Garten

Wer einen sonnigen, trockenen Platz hat, kann Königskerzen leicht ansiedeln. Die Samen sind Lichtkeimer und werden nur auf die Erde gestreut, nicht bedeckt. Im ersten Jahr wächst die Rosette, im zweiten folgt die Blüte. Danach stirbt die Pflanze ab, sät sich aber meist selbst wieder aus. So wandert sie mit den Jahren durch den Garten und taucht immer wieder an neuen Stellen auf.

Für Insekten ist die Königskerze ein Gewinn. Hummeln, Wildbienen und Schwebfliegen sammeln an den offenen Blüten Pollen. Mit etwas Glück entdecken Sie an den Blättern die auffällig weiß, gelb und schwarz gezeichneten Raupen des Königskerzen-Mönchs, eines Nachtfalters, der auf diese Pflanze spezialisiert ist.

Getrocknetes Johanniskraut, geschnitten, mit gelben Blütenresten

Johanniskraut blüht zur selben Zeit wie die Königskerze und kommt ebenfalls in den Buschen.

Königskerzenblüten und -blätter verwenden

Die Blüten werden im Hochsommer an trockenen Vormittagen gepflückt, ohne den grünen Kelch. Weil sich jeden Tag neue Blüten öffnen, kann man über Wochen immer wieder ernten. Wichtig ist, sie schnell und luftig zu trocknen. Feuchtigkeit macht die goldgelben Blüten braun. Gut getrocknet bewahrt man sie dunkel und in einem dicht schließenden Glas auf.

Als Tee schmecken die Königskerzenblüten mild, weich, leicht süßlich und dezent blumig. Die Königskerzenblätter sind kräftiger, krautig und etwas herb. Beide bringen in eigene Mischungen eine sanfte Note, zum Beispiel zusammen mit Thymian, Kamille oder Spitzwegerich. Anregungen dafür finden Sie in unserem Ratgeber Kräutertee selber mischen.

  1. Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel Blüten oder Blätter in eine Tasse geben.
  2. Aufgießen: Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 8 bis 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Gründlich abseihen: Durch einen feinen Filter oder ein Papierfiltersieb gießen, damit die feinen Härchen zurückbleiben.

Sabines Tipp

„Königskerzenblüten sammle ich am liebsten an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Ich lege sie nebeneinander auf ein Tuch im Schatten, dann bleiben sie schön gelb. Ein paar Blüten bringen auch in einer Mischung aus Wiesenkräutern Farbe ins Glas.“

Auch beim Räuchern spielt die Königskerze eine Rolle, vor allem als Teil des Kräuterbuschens. Welche heimischen Pflanzen sich noch dafür eignen, zeigt unser Ratgeber Kräuter zum Räuchern.

Getrocknetes Beifußkraut, geschnitten, graugrün

Beifuß: ein weiteres traditionelles Kraut im Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt.

Was Sie dafür brauchen

Alle Einzelkräuter ansehen

Häufige Fragen zu Königskerzen

Wann blühen Königskerzen?

Von Juli bis in den September. Jede einzelne Blüte ist nur etwa einen Tag offen, doch weil sich am Blütenstand immer neue Knospen öffnen, blüht eine Pflanze viele Wochen lang.

Ist die Königskerze ein- oder zweijährig?

Die meisten heimischen Arten sind zweijährig. Im ersten Jahr wächst eine Blattrosette, im zweiten Jahr der hohe Blütenstand. Danach stirbt die Pflanze ab und sät sich selbst aus.

Warum heißt die Königskerze auch Wollblume?

Wegen ihrer dicht behaarten, filzig-weichen Blätter. Aus diesem Blattfilz drehte man früher Dochte für Öllampen.

Wie schmecken Königskerzenblüten?

Mild, weich, leicht süßlich und dezent blumig. Die Blätter schmecken kräftiger, krautig und etwas herb.

Warum muss man Königskerzentee filtern?

Blüten und Blätter tragen feine Härchen, die im Tee unangenehm kratzen können. Ein feines Sieb oder ein Papierfilter hält sie zurück.

Welche Rolle spielt die Königskerze im Kräuterbuschen?

Sie steht traditionell in der Mitte des Buschens, der am 15. August zu Mariä Himmelfahrt geweiht wird, und überragt als höchste Pflanze die übrigen Kräuter.

Quellen: Wikipedia: Königskerzen