Das Wichtigste in Kürze
Orangenblüten sind die weißen, stark duftenden Blüten des Orangenbaums. Getrocknet schmecken sie herb und leicht süß, sie duften zart blumig mit feiner Zitrusnote. Sie eignen sich für Tee (1 Teelöffel auf ¼ Liter kochendes Wasser, 8 bis 10 Minuten ziehen lassen) und als Aroma in der Küche. Das Öl aus den Blüten der Bitterorange heißt Neroli.
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Inhalt
Was sind Orangenblüten?
Orangenblüten sind die kleinen, weißen Blüten von Orangenbäumen. Sie sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen zwischen den glänzenden, dunkelgrünen Blättern und öffnen sich im Frühjahr. Wo Orangenhaine blühen, in Spanien, Sizilien oder Marokko, liegt der Duft über ganzen Landstrichen. In Spanien heißt die Blüte „Azahar“.
Zwei Arten spielen eine Rolle: die Süßorange, die wir als Obst kennen, und die Bitterorange, auch Pomeranze genannt. Die Bitterorange ist seit Langem in Europa bekannt. Ihre Früchte sind für den Rohverzehr zu bitter, ihre Schalen verwendet man traditionell in Likören und beim Kochen. Aus den Blüten der Bitterorange gewinnt man das berühmte Neroliöl.
Als Schmuck und Symbol haben Orangenblüten ebenfalls Geschichte: In mediterranen Ländern gelten sie seit Jahrhunderten als Zeichen für Licht und Reinheit und werden mit Festen und Hochzeiten verbunden. Im 19. Jahrhundert gehörte der Orangenblütenkranz in Europa zum Brautschmuck.
Wie duften und schmecken Orangenblüten?
Getrocknete Orangenblüten duften zart blumig mit einer feinen Zitrusnote. Im Geschmack sind sie herb und leicht süß. Wer sie in heißes Wasser gibt, bekommt einen hellen, blumigen Duft, der an Frühling erinnert. Er ist weicher als Zitrusschalen und weniger fruchtig, dafür blumiger und eleganter.
Was ist Neroli, was ist Orangenblütenwasser?
Neroli ist der Name des ätherischen Öls aus den Blüten der Bitterorange (Citrus aurantium ssp. amara). Man gewinnt es durch Wasserdampfdestillation. Die Blüten werden in der Regel von Hand gepflückt, die Gewinnung ist aufwendig. Neroliöl duftet warm, blumig und leicht zitrisch und ist in der Parfümerie eine geschätzte Komponente für blumige Noten. Der Name soll auf die italienische Prinzessin von Nerola zurückgehen, die den Duft im 17. Jahrhundert in Mode brachte.
Beim Destillieren bleibt zugleich ein aromatisches Wasser zurück: das Orangenblütenwasser. Es ist in der Küche des Nahen Ostens, Nordafrikas und Südfrankreichs verbreitet, etwa für Gebäck, Sirup und Cremes. Orangenblütenwasser führen wir nicht. Wie Sie in der Küche trotzdem Orangenblütenaroma bekommen, lesen Sie weiter unten.

Neroliöl, das Orangenblütenöl der Bitterorange, ist für Duftlampe und Diffuser gedacht.
Neroliöl ist kein Lebensmittel. Es dient allein dem Duft, etwa in der Duftlampe. Dort genügen wenige Tropfen in der mit Wasser gefüllten Schale. Mehr dazu im Ratgeber Duftöle für den Raumduft.
Sicherheit: Ätherische Öle gehören nicht unverdünnt auf die Haut und nicht in den Mund. Halten Sie Kinder und Haustiere fern. Eine Duftlampe mit Teelicht stellen Sie auf eine hitzefeste Unterlage und lassen sie nie unbeaufsichtigt brennen.
Wie bereitet man Orangenblütentee zu?
Orangenblütentee ist ein milder, heller Tee zum Genießen.
- Abmessen: 1 Teelöffel getrocknete Orangenblüten in eine Tasse oder Kanne geben.
- Aufgießen: Mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: 8 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann.
- Abseihen: Durch ein Sieb gießen und warm genießen.
Der Tee schmeckt pur, mit einem Löffel Honig oder zusammen mit anderen Kräutern. Eine hübsche Kombination sind Melisse und ein paar Orangenschalen. Wie Sie solche Mischungen selbst zusammenstellen, steht im Ratgeber Kräutertee selber mischen. Kalt serviert wird er zu einem leichten Sommergetränk.
Sabines Tipp: Decken Sie die Tasse beim Ziehen ab. Der zarte Blütenduft verfliegt sonst mit dem Dampf. Und lassen Sie den Tee nicht länger als zehn Minuten ziehen, sonst kann er herber schmecken.
Wie verwendet man Orangenblüten in der Küche?
In der Küche geben Orangenblüten Gebäck, Süßspeisen und Getränken eine blumige Note. Ein Aufguss ersetzt das Orangenblütenwasser nicht eins zu eins, er ist milder, funktioniert aber für viele Rezepte.
Orangenblütenaufguss als Aroma
- 1 Esslöffel getrocknete Orangenblüten
- 100 ml heißes Wasser
Die Blüten mit dem heißen Wasser übergießen, zugedeckt etwa 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Kühlen Sie den Aufguss ab und geben Sie ihn esslöffelweise in Teig, Joghurt, Obstsalat oder Milchreis. Bereiten Sie ihn frisch zu und verbrauchen Sie ihn rasch.
Orangenblütensirup
- 250 ml Wasser
- 250 g Zucker
- 2 Esslöffel getrocknete Orangenblüten
- 2 Streifen Schale von einer unbehandelten Orange (oder 1 Teelöffel getrocknete Orangenschalen)
- Zucker lösen: Wasser und Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
- Blüten zugeben: Den Topf vom Herd nehmen, Blüten und Orangenschale einrühren und zugedeckt 20 Minuten ziehen lassen.
- Abseihen und abfüllen: Den Sirup durch ein feines Sieb gießen und in eine saubere Flasche füllen.
- Aufbewahren: Im Kühlschrank lagern und in einigen Wochen aufbrauchen.
Der Sirup schmeckt mit Mineralwasser verdünnt als Limonade, über Pfannkuchen oder Eis und in Obstsalat.

Getrocknete Orangenschalen geben dem Sirup und dem Tee eine fruchtige Orangennote.
Mehr zur Schale der Orange erfahren Sie im Ratgeber Orangenschalen. Wer einen herberen, bitterfruchtigen Ton sucht, greift zu den Pomeranzenschalen der Bitterorange. Sie passen zu Gebäck, Desserts und Saucen.

Pomeranzenschalen der Bitterorange: feinherb und charaktervoll.
Was Sie dafür brauchen
OrangenblütenZart blumig, für Tee und MischungenAnsehen
OrangenschalenFruchtig-frisch für Tee und GebäckAnsehen
Pomeranzen SchalenFeinherbe Bitterorange für Gebäck und DessertsAnsehen
Melissenblätter geschnittenFür Teemischungen mit OrangenblütenAnsehen
NeroliölBlumiger Duft für die DuftlampeAnsehenHäufige Fragen
Wofür verwendet man Orangenblüten?
Getrocknet vor allem für Tee, als Aroma in Gebäck, Sirup und Süßspeisen und in Teemischungen. Das Öl aus den Blüten, Neroli, kommt in der Parfümerie und in der Duftlampe zum Einsatz.
Wie schmecken Orangenblüten?
Herb und leicht süß, mit zart blumigem Duft und einer feinen Zitrusnote.
Wie lange lässt man Orangenblütentee ziehen?
8 bis 10 Minuten. Übergießen Sie 1 Teelöffel Orangenblüten mit ¼ Liter kochendem Wasser und decken Sie die Tasse ab.
Was ist der Unterschied zwischen Orangenblüten, Neroli und Orangenblütenwasser?
Orangenblüten sind die getrockneten Blüten selbst. Neroli ist das ätherische Öl aus den Blüten der Bitterorange und dient dem Duft. Orangenblütenwasser ist das Wasser, das beim Destillieren übrig bleibt, und wird in der Küche verwendet.
Gibt es Orangenblütenwasser bei Ihnen?
Nein, Orangenblütenwasser führen wir nicht. Als Alternative können Sie einen Aufguss aus getrockneten Orangenblüten zubereiten, der etwas milder schmeckt.
Kann man Orangenblüten selbst trocknen?
Das ist möglich, wenn Sie unbehandelte Blüten pflücken können. Trocknen Sie sie schonend an einem luftigen, schattigen Ort. Die meisten kaufen sie aber getrocknet, so sind sie das ganze Jahr verfügbar.