Das Wichtigste in Kürze
Getrocknete Rosenblüten stammen von alten, stark duftenden Rosen wie der Essigrose (Rosa gallica) oder der Damaszener Rose. Sie sind essbar, wenn sie ungespritzt und für Lebensmittel bestimmt sind, und schmecken blumig mit feiner Herbe. Verwendet werden sie für Rosenzucker, Gebäck, Desserts, orientalische Gewürzmischungen, Tee, Potpourri und Duftsäckchen. Rosenknospen sind die ganzen, geschlossenen Blüten, Rosenblüten die einzelnen Blütenblätter.
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Inhalt
Welche Rosen liefern Rosenblüten?
Rosen begleiten die Menschen seit Jahrtausenden, als Symbol der Liebe, als Gartenschmuck und als Duft. Für getrocknete Rosenblüten zählt vor allem eines: der Duft. Die prächtigen, aber oft duftlosen Schnittrosen aus dem Blumenladen sind dafür nicht geeignet. Gefragt sind alte Duftrosen.
Die berühmteste ist die Damaszener Rose (Rosa × damascena). Sie stammt aus Kleinasien, wurde schon von den Persern kultiviert und soll mit den Kreuzrittern nach Europa gekommen sein. Ihr Duft ist schwer und betörend. Bedeutende Anbaugebiete liegen heute in Bulgarien, in der Türkei und im Iran. Im bulgarischen Rosental um die Stadt Kasanlak werden die Blüten im Frühsommer frühmorgens von Hand gepflückt, wenn ihr Duft am stärksten ist.
Unsere Rosenblüten, Rosenknospen und unser Rosenpulver stammen von der Essigrose (Rosa gallica), einer der ältesten Gartenrosen Europas. Sie duftet zart, behält getrocknet ihre schöne Farbe und ist eine der Elternpflanzen der Damaszener Rose. Als rote Wappenrose des Hauses Lancaster ist sie sogar in die englische Geschichte eingegangen. Daneben gibt es die Zentifolie oder Provence-Rose (Rosa × centifolia), die rund um das französische Grasse für die Parfumherstellung angebaut wird.
Aus den Blüten der Damaszener Rose werden Rosenöl und Rosenwasser destilliert. Für einen einzigen Liter Rosenöl braucht es mehrere Tonnen Blüten. Rosenwasser entsteht dabei als duftendes Nebenprodukt und ist in der orientalischen Küche unverzichtbar.

Rosenknospen: die ganzen, geschlossenen Blüten.
Rosenblüten, Rosenknospen, Rosenpulver: der Unterschied
Bei uns im Kräuterhof gibt es Rosen in drei Formen, und jede hat ihre Stärken:
- Rosenblüten: die einzelnen, getrockneten Blütenblätter. Sie lassen sich leicht abmessen, über Speisen streuen, in Zucker mischen und in Potpourris verteilen.
- Rosenknospen: die ganzen, kurz vor dem Aufblühen geernteten Blüten. Sie sind ein Hingucker in der Glaskanne, auf Torten und in Dekoschalen. Ihr Duft sitzt gut geschützt im Inneren und hält lange.
- Rosenpulver: fein vermahlene Rosenblüten. Es löst sich in Teig, Creme und Zucker auf und färbt zartrosa. Ideal zum Backen, für Pralinen und Rosenzucker.
Sind Rosenblüten essbar?
Ja, die Blüten aller Rosen sind grundsätzlich essbar. Entscheidend ist aber, woher sie kommen. Rosen aus dem Blumenhandel werden in der Regel behandelt und sind nicht für den Verzehr gedacht. Verwenden Sie für die Küche daher nur Rosenblüten, die als Lebensmittel verkauft werden, oder Duftrosen aus dem eigenen, ungespritzten Garten.
Im Geschmack sind Rosenblüten blumig und fein-herb, mit einer leichten Süße, die an Litschi oder Himbeere erinnern kann. Am Blütenblattgrund sitzt oft ein heller, etwas bitterer Fleck. Wer frische Gartenrosen verwendet, schneidet ihn mit der Schere ab.

Rosenpulver färbt Teig und Creme zartrosa.
Rosenblüten in der Küche
In der persischen, arabischen, türkischen und indischen Küche sind Rosen seit Jahrhunderten zu Hause. Denken Sie an türkischen Lokum, an indische Süßspeisen mit Rosenwasser oder an persischen Reis, über den getrocknete Rosenblätter gestreut werden. Auch die nordafrikanische Gewürzmischung Ras el Hanout enthält oft Rosenknospen. In alten europäischen Marzipanrezepten taucht ebenfalls Rosenwasser auf.
Rezept: Rosenzucker
- Zutaten: 200 g feiner Zucker und 2 gehäufte Esslöffel getrocknete Rosenblüten oder 1 Esslöffel Rosenpulver.
- Mischen: Rosenblüten mit etwa der Hälfte des Zuckers im Mörser oder im Blitzhacker fein zerreiben, bis der Zucker rosa wird.
- Vollenden: Den restlichen Zucker untermischen. Für mehr Optik ein paar ganze Blütenblätter dazugeben.
- Ruhen lassen: In ein gut schließendes Glas füllen und eine Woche durchziehen lassen. Gelegentlich schütteln.
Rosenzucker schmeckt auf Erdbeeren, in Sahne, im Milchreis, auf Pfannkuchen und in Vanillegebäck. Rosenpulver können Sie direkt in Teig, Buttercreme oder Marzipan einarbeiten. Ganze Rosenknospen und Blütenblätter sind eine schöne Verzierung für Torten, Schokoladentafeln und Obstsalat. Und eine Prise Rosenblüten in Erdbeer- oder Himbeermarmelade gibt eine feine Duftnote.
Sabines Tipp
„Ich mache gern Rosenschokolade: dunkle Schokolade schmelzen, dünn auf Backpapier streichen und noch flüssig mit Rosenblüten, ein paar Pistazien und etwas Rosenzucker bestreuen. Ausgehärtet in Stücke brechen. Das ist ein kleines Geschenk, über das sich jeder freut.“
Rosenblüten als Tee
Ein Tee aus Rosenblüten oder Rosenknospen ist blassrosa bis goldgelb, duftet zart und schmeckt mild-blumig. Pur ist er sehr fein, viele mögen ihn mit etwas Honig oder in Mischungen mit Grüntee, Rooibos oder Hibiskus. In unserer Mischung „Rose und Roi“ treffen Rosen auf Rooibos.
Ganze Knospen sehen in einer Glaskanne besonders schön aus, weil sie sich im heißen Wasser langsam öffnen. Wie Sie Rosentee Schritt für Schritt zubereiten und welche Mischungen sich lohnen, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber Rosentee.

Rose und Roi: Rosenblüten treffen auf Rooibos.
Potpourri, Duftsäckchen und Räuchern
Rosenblüten sind der Klassiker im Potpourri. Mit Lavendel, Zimtstangen, Orangenschalen und ein paar Tropfen Rosenöl entsteht eine Duftschale, die den Raum über Wochen begleitet. Eine Anleitung finden Sie unter Potpourri selber machen.
Schon unsere Großmütter legten Rosenblätter in Säckchen zwischen die Wäsche oder nähten kleine Rosenkissen, die man an die Kopfseite des Bettes legte. Wie Sie solche Duftkissen füllen, zeigen wir im Ratgeber Kräuterkissen. Auch beim Räuchern haben Rosen ihren Platz: Rosenblüten verglimmen auf dem Stövchen mild und süßlich. Besonders edel ist Rosenweihrauch, bei dem Weihrauch mit Rosenduft verbunden wird.
Sicherheit beim Räuchern: Räuchern Sie nur auf einer feuerfesten Unterlage, lassen Sie Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt, halten Sie Kinder und Haustiere fern und lüften Sie danach gut.

Rosenblüten gehören in fast jedes Potpourri, hier in unserem Weihnachtspotpourri.
Rosenblüten selbst trocknen und richtig lagern
Wenn Sie Duftrosen im Garten haben, können Sie die Blüten selbst trocknen. Pflücken Sie sie an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Zupfen Sie die Blütenblätter ab und legen Sie sie locker auf ein Tuch oder Gitter an einen luftigen, schattigen Ort. Knospen trocknen Sie ganz, das dauert etwas länger. Sonne bleicht die Farbe aus, Schatten erhält sie.
Getrocknete Rosenblüten lagern Sie in einem dicht schließenden Glas oder einer Dose, dunkel und trocken. Licht lässt die Farbe verblassen, Luft nimmt den Duft. So aufbewahrt behalten sie ihr Aroma viele Monate.
Was Sie dafür brauchen
RosenblütenDuftende Blütenblätter für Küche, Tee und PotpourriAnsehen
RosenknospenGanze Knospen für Glaskanne und DekoAnsehen
RosenpulverFein gemahlen zum Backen und für RosenzuckerAnsehen
Rose und RoiRosenblüten mit RooibosAnsehen
WeihnachtspotpourriDuftschale mit Rosen, Zimt und OrangeAnsehen
RosenweihrauchWeihrauch mit RosenduftAnsehen
Rosenöl türkischRosenöl für Potpourri und DuftlampeAnsehenHäufige Fragen zu Rosenblüten
Kann man getrocknete Rosenblüten essen?
Ja, wenn sie als Lebensmittel verkauft werden oder aus dem eigenen, ungespritzten Garten stammen. Rosen aus dem Blumenhandel sind meist behandelt und nicht zum Verzehr geeignet.
Was ist der Unterschied zwischen Rosenblüten und Rosenknospen?
Rosenblüten sind die einzelnen, getrockneten Blütenblätter. Rosenknospen sind die ganzen, geschlossenen Blüten, geerntet kurz vor dem Aufblühen. Knospen sehen dekorativer aus, Blüten lassen sich leichter verarbeiten.
Wie schmecken Rosenblüten?
Blumig, leicht süßlich und fein-herb. Manche erinnert der Geschmack an Litschi oder Himbeere. Getrocknet ist das Aroma konzentrierter als frisch.
Wie macht man Rosenzucker?
Getrocknete Rosenblüten oder Rosenpulver mit feinem Zucker im Mörser zerreiben, restlichen Zucker untermischen und in einem Glas eine Woche durchziehen lassen. Er passt zu Erdbeeren, Sahne, Milchreis und Gebäck.
Welche Rosen duften am stärksten?
Alte Rosen wie die Damaszener Rose, die Zentifolie und die Essigrose sind für ihren intensiven Duft bekannt. Viele moderne Schnittrosen duften dagegen kaum.
Wo kann man Rosenblüten kaufen?
Getrocknete Rosenblüten, Rosenknospen und Rosenpulver bekommen Sie bei uns im Shop, das ganze Jahr über.
Quellen: Wikipedia: Damaszener-Rose