Das Wichtigste in Kürze
Ras el Hanout ist eine Gewürzmischung aus Marokko und dem Maghreb. Der arabische Name bedeutet „Kopf des Ladens“: gemeint ist die feinste Mischung, die ein Gewürzhändler zu bieten hat. Je nach Rezept stecken zehn bis über dreißig Gewürze darin, meist Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Ingwer, Kardamom, Pfeffer und Nelken. Ras el Hanout schmeckt warm, würzig und leicht blumig, kaum scharf, und passt zu Tajine, Couscous, Ofengemüse, Lamm und Linsensuppe.
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Inhalt
Was ist Ras el Hanout?
Auf den Märkten in Marrakesch oder Fès hat jeder Gewürzhändler sein eigenes Ras el Hanout. Die Mischung ist sein Aushängeschild, und das genaue Rezept verrät er selten. Daher kommt auch der Name: Ras heißt Kopf, Hanout heißt Laden. Ras el Hanout ist also das Feinste, was der Laden zu bieten hat.
Die Mischung ist in ganz Nordafrika verbreitet, vor allem in Marokko, Algerien und Tunesien. Sie schreibt sich auf viele Arten: Ras el Hanout, Ras al-Hanut, Raz el Hanout oder, wie man es oft in Suchmaschinen findet, Rasel el Hanout. Gemeint ist immer dieselbe Mischung.
Was ist in Ras el Hanout drin?
Ein festes Rezept gibt es nicht. Einfache Mischungen haben etwa ein Dutzend Zutaten, aufwendige Händlermischungen über dreißig. Häufig enthalten sind:
- Die würzige Basis: Kreuzkümmel und Koriander
- Die Wärme: Zimt, Ingwer, Kurkuma, Muskatnuss oder Muskatblüte, Piment und Nelken
- Die Würze: schwarzer Pfeffer, Paprika und etwas Chili
- Die feine Note: Kardamom, Fenchel oder Anis
- Die Kostbarkeiten: in edlen Mischungen auch Rosenknospen, Lavendelblüten, Galgant oder Paradieskörner
Unser Ras el Hanout baut auf Koriander und Kreuzkümmel auf. Kardamom, Zimt, Nelke und Muskatblüte bringen Wärme, Orange gibt eine fruchtige Note, und Chili und Pfeffer sorgen für eine leichte Schärfe.
Wie schmeckt Ras el Hanout?
Ras el Hanout schmeckt warm und rund, würzig und leicht süßlich, mit einer feinen blumigen Note. Es ist keine scharfe Mischung. Die Schärfe von Pfeffer und Chili bleibt meist im Hintergrund. Gerade deshalb ist Ras el Hanout so vielseitig: Es gibt Gemüse, Hülsenfrüchten und Fleisch Tiefe, ohne alles andere zu überdecken.

Unsere Couscous-Mischung: Kurkuma, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer.
Ras el Hanout, Baharat, Harissa und Zahtar: der Unterschied
Im Regal stehen oft mehrere orientalische Mischungen nebeneinander. So unterscheiden sie sich:
- Ras el Hanout: die große, warme Mischung aus Nordafrika. Vielschichtig, mild, leicht blumig. Für Tajine, Couscous und Schmorgerichte.
- Baharat: heißt auf Arabisch einfach „Gewürze“ und ist im Nahen Osten und auf der Arabischen Halbinsel verbreitet. Würziger und pfeffriger, unser Baharat bringt mit Rosenpaprika und Chili auch mehr Schärfe mit. Für Lamm, Hackfleisch und Reis.
- Harissa: eigentlich eine scharfe Chilipaste aus Tunesien. Als trockene Mischung mit Paprika, Chili, Kreuzkümmel und Koriander bringt sie deutlich mehr Feuer als Ras el Hanout.
- Zahtar: eine Kräutermischung aus dem Nahen Osten mit Thymian, Oregano, Sesam und säuerlichem Sumach. Sie wird vor allem zum Bestreuen von Brot, Gemüse und Dips verwendet.

Baharat: würziger und etwas schärfer als Ras el Hanout.
Wie verwendet man Ras el Hanout?
Für ein Gericht für vier Personen reichen meist ein bis zwei Teelöffel. Ras el Hanout entfaltet sich am schönsten, wenn Sie es kurz in Öl anschwitzen, bevor Flüssigkeit dazukommt. Für eine Marinade verrühren Sie es mit Olivenöl, Zitronensaft und etwas Knoblauch. Auch in Joghurt gerührt ergibt es einen schnellen Dip.
Ras el Hanout passt zu Tajine und Couscous, zu Linsen- und Kichererbsensuppe, zu Lamm, Hähnchen und Hackbällchen. Es würzt Kürbis, Süßkartoffeln, Möhren und Blumenkohl aus dem Ofen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Ofengemüse. Wer mag, streut zum Schluss noch etwas Schwarzkümmel oder geröstete Mandeln darüber.
Rezept: Gemüse-Tajine mit Kichererbsen und Aprikosen (für 4 Personen)
Eine echte Tajine ist ein Schmortopf aus Ton mit spitzem Deckel. Es geht aber genauso gut in einem gewöhnlichen Schmortopf mit Deckel.
- 2 EL Olivenöl
- 1 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen, gehackt
- 2 TL Ras el Hanout
- 1 Süßkartoffel (etwa 400 g) und 2 Möhren, gewürfelt
- 1 Zucchini, in Scheiben
- 1 Dose Kichererbsen (400 g), abgetropft
- 1 Dose stückige Tomaten (400 g) und 300 ml Gemüsebrühe
- 8 getrocknete Aprikosen, halbiert
- Salz, etwas Zitronensaft, glatte Petersilie oder Koriandergrün, dazu Couscous
- Anschwitzen: Das Olivenöl im Schmortopf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten. Ras el Hanout darüberstreuen und unter Rühren eine Minute anschwitzen, bis es duftet.
- Gemüse dazugeben: Süßkartoffel und Möhren zugeben und kurz im Gewürzöl wenden.
- Schmoren: Tomaten, Brühe, Kichererbsen und Aprikosen dazugeben, salzen und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten schmoren.
- Fertig garen: Die Zucchini dazugeben und weitere zehn Minuten garen, bis alles weich ist.
- Abschmecken: Mit Salz und Zitronensaft abschmecken, mit Kräutern bestreuen und mit Couscous servieren.
Rezept: Ras el Hanout selber machen (ergibt etwa 6 Esslöffel)
- 2 TL Kreuzkümmel ganz und 2 TL Koriandersamen
- die Samen aus 6 grünen Kardamomkapseln
- ½ TL schwarze Pfefferkörner und 4 Gewürznelken
- 2 TL Zimt, gemahlen, 1 TL Ingwer, gemahlen, 1 TL Kurkuma
- ½ TL Muskatnuss, frisch gerieben, ½ TL Piment, gemahlen
- 1 TL Paprikapulver edelsüß, ¼ bis ½ TL Chili
- nach Belieben 1 TL getrocknete Rosenblüten
- Rösten: Kreuzkümmel, Koriander, Kardamomsamen, Pfeffer und Nelken in einer trockenen Pfanne ein bis zwei Minuten rösten, bis sie duften.
- Abkühlen: Auf einen Teller geben und vollständig abkühlen lassen.
- Mahlen: Die gerösteten Gewürze mit den Rosenblüten im Mörser oder in einer Gewürzmühle fein mahlen.
- Mischen: Mit den gemahlenen Gewürzen gründlich vermischen und in ein dunkles, gut schließendes Glas füllen.
Marks Tipp
„Ras el Hanout gebe ich nie einfach in die fertige Sauce, sondern lasse es immer erst eine Minute im heißen Öl anschwitzen. Und wenn es schnell gehen soll: einen Teelöffel in einen Becher Joghurt, etwas Zitrone und Salz dazu. Das ist der einfachste Dip zum Ofengemüse, den ich kenne.“

Harissa: die scharfe Verwandte aus Tunesien, bei uns als trockene Mischung.
Wie lagert man Ras el Hanout?
Wie alle gemahlenen Mischungen verliert Ras el Hanout mit der Zeit an Duft. Bewahren Sie es luftdicht, trocken und lichtgeschützt auf, nicht direkt neben dem Herd. So bleibt es etwa ein Jahr schön aromatisch. Selbst gemischtes Ras el Hanout aus frisch gerösteten Gewürzen schmeckt in den ersten Wochen am intensivsten. Mischen Sie deshalb lieber kleine Mengen.
Was Sie dafür brauchen
Raz el HanoutMit Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt und OrangeAnsehen
Couscous GewürzmischungFür Couscous, Gemüse und HähnchenAnsehen
BaharatArabische Mischung, würzig und etwas schärferAnsehen
HarissaScharf, mit Krauseminze und RosenblütenAnsehen
ZahtarThymian, Sesam und Sumach zum BestreuenAnsehen
orientalisches TischgewürzSesam, Schwarzkümmel und Kreuzkümmel für den TischAnsehenHäufige Fragen zu Ras el Hanout
Ist Ras el Hanout scharf?
Nein, nur leicht. Ras el Hanout ist vor allem warm und würzig. Pfeffer und Chili sorgen für eine milde Schärfe im Hintergrund. Wer es feuriger mag, kombiniert es mit etwas Harissa.
Was kann ich statt Ras el Hanout nehmen?
Eine gute Notlösung ist eine Mischung aus Kreuzkümmel, Koriander und Zimt zu gleichen Teilen mit einer Prise Ingwer, Pfeffer und Kurkuma. Auch Baharat oder eine Couscous-Mischung gehen in eine ähnliche Richtung.
Wie viel Ras el Hanout nimmt man?
Für ein Gericht für vier Personen reichen ein bis zwei Teelöffel. Fangen Sie lieber mit weniger an und würzen Sie nach, denn die vielen Gewürze entfalten sich beim Schmoren noch.
Wie schreibt man Ras el Hanout richtig?
Die gängige Schreibweise ist Ras el Hanout. Daneben gibt es Ras al-Hanut, Raz el Hanout und viele weitere Varianten, weil der arabische Name unterschiedlich übertragen wird.
Wozu passt Ras el Hanout?
Zu Tajine, Couscous, Linsensuppe, Lamm und Hähnchen, zu Ofengemüse wie Kürbis, Süßkartoffel und Möhren und zu Kichererbsen. Auch in Marinaden und Joghurt-Dips schmeckt es gut.
Ist Ras el Hanout dasselbe wie Baharat?
Nein. Beide sind orientalische Allround-Mischungen, aber Ras el Hanout stammt aus Nordafrika und ist milder und blumiger. Baharat kommt aus dem Nahen Osten und schmeckt pfeffriger.