Das Wichtigste in Kürze
Der Echte Alant (Inula helenium) ist ein Korbblütler, der als Staude bis zu zwei Meter hoch wird und von Juli bis September große, gelbe Sonnenblüten trägt. Verwendet wird vor allem die Alantwurzel: Getrocknet schmeckt sie kräftig, würzig, leicht bitter und erdig und wird als Tee aufgegossen oder geräuchert. Der Name erinnert an die Sage von der schönen Helena, und der Stoff Inulin wurde nach dem Alant benannt.
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Inhalt
Was ist Alant?
Wer im Spätsommer durch einen alten Bauerngarten geht, entdeckt manchmal eine Staude, die alle anderen überragt. Mannshoch, mit riesigen Blättern und leuchtend gelben Blüten: Das ist der Alant. Bei uns im Kräuterhof gehört er zu den Pflanzen, die mit ihrer Größe jeden Besucher überraschen.
Der Echte Alant, botanisch Inula helenium, gehört zu den Korbblütlern, wie Sonnenblume, Ringelblume und Kamille. Er wird meist 1 bis 2 Meter hoch. Die Grundblätter sind groß, länglich-eiförmig und können über einen halben Meter lang werden. Ihre Unterseite ist filzig behaart und fühlt sich weich an. Nach oben hin werden die Blätter kleiner und umfassen den kräftigen Stängel.
Von Juli bis September öffnen sich die Blütenkörbe. Sie sind sechs bis acht Zentimeter breit und haben viele schmale, fast fadenförmige gelbe Zungenblüten rund um eine goldgelbe Mitte. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge besuchen sie gern.
Ursprünglich stammt der Alant wohl aus Westasien. Er wird aber seit sehr langer Zeit in Europa angebaut und ist hier stellenweise verwildert, etwa an feuchten Wiesen und Ufern. Am häufigsten begegnet man ihm in Kloster- und Bauerngärten.

Räuchermischung Zuversicht: Alant gibt der Mischung ihren erdigen Grundton.
Woher kommt der Name Alant?
Der botanische Beiname helenium führt in die griechische Sage. Der Überlieferung nach soll der Alant aus den Tränen der schönen Helena entsprungen sein, um die der Trojanische Krieg geführt wurde. Eine andere Fassung erzählt, Helena habe die Pflanze in der Hand gehalten, als Paris sie entführte. Daher stammen auch alte Namen wie Helenenkraut. Ein besonders schöner überlieferter Name ist Edelherz.
Der Gattungsname Inula war schon bei den Römern gebräuchlich. Aus ihm leitet sich ein Wort ab, das heute in vielen Zutatenlisten steht: Inulin. Der Stoff wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Alantwurzel gewonnen und nach ihr benannt. Woher das deutsche Wort Alant kommt, ist dagegen nicht sicher geklärt. Es ist jedenfalls sehr alt und schon im Mittelalter belegt.
Alantwurzel: Aussehen, Ernte und Geschmack
Unter der Erde bildet der Alant einen dicken, fleischigen Wurzelstock. Außen ist er braun, innen hell und saftig. Geerntet wird die Alantwurzel im Herbst des zweiten oder dritten Jahres, wenn die oberirdischen Teile welken. Dann wird sie gewaschen, in Stücke geschnitten und getrocknet.
Getrocknet ist die Alantwurzel hellbraun bis gräulich und duftet kräftig-würzig. Im Tee zeigt sie ihren ursprünglichen Charakter: kräftig, würzig, leicht bitter und angenehm erdig. Das ist ein Geschmack für alle, die keine süßen oder aromatisierten Tees suchen.
- Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel geschnittene Alantwurzel in eine Tasse geben.
- Aufgießen: Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: Etwa 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Wer den kräftigen Geschmack etwas abrunden möchte, gibt ein wenig Orangenschale oder einen Löffel Honig dazu. Auch mit anderen würzigen Wurzeln wie Angelikawurzel oder Bärwurz verträgt sich der Alant gut.

Angelikawurzel: kräftig, würzig und fein harzig, eine Verwandte im Geiste der Alantwurzel.
Alant in der Geschichte
Der Alant ist eine der alten Kulturpflanzen Europas. Schon griechische und römische Autoren kannten ihn. Im Mittelalter wuchs er in den Klostergärten, und auch Hildegard von Bingen schrieb über ihn. In den großen Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts, etwa bei Tabernaemontanus, wird die Wurzel ausführlich beschrieben.
Spannend ist, wie vielseitig man die Wurzel in der Küche und im Keller nutzte. Überliefert sind kandierte Alantwurzeln, die in England lange als Süßigkeit verkauft wurden. Man setzte die Wurzel in Wein an und trank den Alantwein in kleinen Gläsern. Und in manchen Kräuterlikören und Bittern gehört Alant bis heute zu den Zutaten. Wie man einen solchen Ansatz macht, zeigt unser Ratgeber Kräuterlikör selber machen.
Alant räuchern
Die getrocknete Alantwurzel ist auch ein altes Räucherwerk. Auf dem Räuchersieb oder der Kohle verströmt sie einen erdigen, warmen und leicht würzigen Duft. In Mischungen bildet sie gern den Grundton, über dem frischere Kräuter und Harze liegen. In der Räuchertradition verbindet man den Alant mit Bildern von Ausdauer und Standfestigkeit, passend zu der großen, aufrechten Staude.
- Vorbereiten: Ein Räuchersieb über ein Teelicht stellen oder eine Räucherkohle in einer Schale mit Sand durchglühen lassen.
- Auflegen: Einige kleine Stücke Alantwurzel auf das Sieb oder die Kohle legen. Holzige Wurzeln brauchen etwas Zeit, bis sie duften.
- Kombinieren: Für eine eigene Mischung passt Alant gut zu Lavendel, Rosmarin und milden Harzen.
- Abschließen: Reste vollständig ausglühen lassen und den Raum lüften.
Sicherheit beim Räuchern: Räuchern Sie nur in gut gelüfteten Räumen und stellen Sie Schale oder Stövchen auf eine feuerfeste Unterlage. Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen, Kinder und Haustiere fernhalten und den Rauchmelder nicht abdecken.
Einen sanften Einstieg ins Räuchern bietet unser Ratgeber Räuchern für Anfänger.

Bärwurz: die würzige Wurzel aus den Höhenlagen, klassisch für Likör und Schnaps.
Sabines Tipp
Alant ist eine Pflanze für Geduldige. Ich lasse ihn im Garten immer zwei, drei Jahre in Ruhe wachsen, bevor ich zum ersten Mal ein Stück Wurzel ausgrabe. Dafür steche ich im Herbst nur seitlich ein Teilstück ab, so bleibt die Staude stehen und blüht im nächsten Sommer wieder.
Alant im Garten
Wer Platz hat, holt sich mit dem Alant einen eindrucksvollen Blickfang in den Garten. Er ist winterhart und kommt jedes Jahr wieder. Die Staude mag einen sonnigen bis halbschattigen Platz und einen tiefgründigen, humusreichen und eher feuchten Boden. Rechnen Sie mit gut einem Quadratmeter pro Pflanze.
Ausgesät wird im Frühjahr, schneller geht es mit einem Teilstück vom Wurzelstock, das man im Frühjahr oder Herbst setzt. Im Bauerngarten steht der Alant am schönsten im Hintergrund, vor einem Zaun oder einer Hecke, wo seine gelben Blüten im Spätsommer weithin leuchten.
Was Sie dafür brauchen
AlantwurzelGeschnittene Wurzel für Tee und RäucherwerkAnsehen
ZuversichtRäuchermischung mit Alant, Lavendel und HarzenAnsehen
Räuchersieb 8,5 cmSanftes Räuchern über dem TeelichtAnsehen
Angelikawurzel geschnitten EngelwurzWürzige Wurzel für Tee und LikörAnsehen
Bärwurz WurzelAromatische Wurzel für Schnaps und LikörAnsehen
Boonekamp-LiköransatzKräutermischung für einen würzigen BitterlikörAnsehenHäufige Fragen zum Alant
Wie schmeckt Alantwurzel?
Kräftig, würzig, leicht bitter und erdig. Als Tee übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser und lassen ihn 8 bis 10 Minuten ziehen. Etwas Orangenschale rundet den Geschmack ab.
Wann erntet man Alantwurzel?
Im Herbst des zweiten oder dritten Standjahres, wenn das Laub welkt. Die Wurzel wird gewaschen, geschnitten und anschließend getrocknet.
Kann man Alant räuchern?
Ja. Getrocknete Alantwurzel duftet auf Räuchersieb oder Kohle erdig, warm und würzig. Sie eignet sich gut als Grundton für eigene Räuchermischungen.
Woher hat der Alant seinen Namen?
Der botanische Name Inula helenium erinnert an die Sage, nach der der Alant aus den Tränen der schönen Helena entstanden sein soll. Das deutsche Wort Alant ist sehr alt, seine Herkunft ist nicht sicher geklärt.
Wie hoch wird Alant?
Meist 1 bis 2 Meter, an guten Standorten auch etwas mehr. Damit ist er eine der größten Stauden im Kräutergarten.