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01.11.26

Wacholderbeeren ganz, 50 g – Kräuterparadies seit 1887

Gin-Botanicals: Gin selber ansetzen mit Wacholder und Gewürzen

Das Wichtigste in Kürze

Botanicals sind die Gewürze und Pflanzenteile, die einem Gin sein Aroma geben. Die wichtigste ist Wacholder, dazu kommen meist Koriandersamen, Angelikawurzel und Zitrusschalen. Zu Hause können Sie diese Botanicals in neutralem Alkohol ansetzen, also eine Infusion machen. Das Destillieren selbst ist Privatpersonen ohne Genehmigung nicht erlaubt und gehört nicht dazu.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was sind Gin-Botanicals?

Botanicals nennt man alle getrockneten Pflanzenteile, mit denen Gin aromatisiert wird: Beeren, Samen, Wurzeln, Schalen, Blüten und Gewürze. Gesetzlich ist nur eines vorgeschrieben: Der Wacholder muss im Geschmack vorherrschen. Alles andere ist Handwerk und Geschmack des Herstellers.

Viele Gins haben sechs bis zehn Botanicals, manche deutlich mehr. Sie lassen sich in vier Gruppen ordnen: Wacholder als Grundlage, Würzig-warm (Koriander, Kardamom, Kubebenpfeffer), Erdig-herb (Angelikawurzel) und Frisch-fruchtig (Orangen- und Zitronenschalen).

Gin selber machen: Was ist erlaubt?

Ein klassischer Gin wird destilliert. Das Brennen von Alkohol ist in Deutschland ohne Genehmigung der Zollverwaltung nicht erlaubt, auch nicht für den Eigenbedarf. Deshalb zeigen wir hier keine Destillation.

Erlaubt ist das Ansetzen: Sie geben Botanicals in gekauften Alkohol (zum Beispiel Wodka mit 40 % vol.), lassen sie ziehen und seihen sie wieder ab. Im Handel nennt man das Ergebnis „Compound Gin“. Es schmeckt nach Gin, ist aber kein destillierter Gin und wird durch die Farbe der Pflanzenteile meist leicht gelblich. Für den privaten Gebrauch ist das unproblematisch. Wer Ansätze verkaufen möchte, muss besondere Vorschriften zu Alkoholsteuer und Kennzeichnung beachten.

Welche Botanicals braucht man für Gin?

Wacholderbeeren sind das Herz jedes Gins. Sie schmecken harzig, frisch und leicht pfeffrig und sind der Grund, warum Gin nach Gin schmeckt. Mehr dazu im Ratgeber Wacholder.

Koriandersamen bringen eine zitrusartige, leicht süße Würze mit. Sie gehören in fast jeden Gin. In unserem Ratgeber Koriander erfahren Sie mehr über die Samen.

Angelikawurzel schmeckt erdig, herb und leicht bitter. Unter Gin-Machern gilt sie als Bindeglied, das die anderen Aromen zusammenhält. Lesen Sie mehr in unserem Ratgeber Angelikawurzel.

Geschnittene Angelikawurzel, Engelwurz, als Botanical für Gin

Angelikawurzel: erdig-herb und eines der klassischen Gin-Botanicals.

Orangen- und Zitronenschalen geben Frische. Verwenden Sie getrocknete, unbehandelte Schalen. Kardamom und Kubebenpfeffer bringen zusätzlich Würze.

Getrocknete Orangenschalen als Botanical für Gin

Orangenschalen: fruchtig und leicht herb.

Wie setzt man Gin an? Rezept für eine Infusion

Zutaten für etwa 700 ml: 700 ml Wodka (40 % vol.), 2 Esslöffel Wacholderbeeren, 1 Teelöffel Koriandersamen, ½ Teelöffel geschnittene Angelikawurzel, 1 Teelöffel Orangenschalen, ½ Teelöffel Zitronenschalen, 2 Kardamomkapseln, optional 3 Kubebenpfeffer-Körner.

  1. Botanicals anquetschen: Zerdrücken Sie Wacholderbeeren, Koriander und Kardamom leicht im Mörser. So geben sie ihr Aroma schneller ab.
  2. Ansetzen: Geben Sie alle Botanicals in ein sauberes, trockenes Schraubglas. Gießen Sie den Wodka darüber, bis alles bedeckt ist, und verschließen Sie das Glas.
  3. Ziehen lassen: Stellen Sie das Glas dunkel bei Zimmertemperatur ab. Probieren Sie nach 24 Stunden und dann alle paar Stunden. Meist sind 24 bis 48 Stunden genug, denn Wacholder und Angelika werden bei zu langer Ziehzeit bitter.
  4. Abseihen: Gießen Sie den Ansatz durch ein feines Sieb und einen Kaffeefilter in eine saubere Flasche.
  5. Ruhen lassen: Das Aroma rundet sich nach ein bis zwei Wochen Ruhezeit ab. Beschriften Sie die Flasche mit Datum und Inhalt.

Hinweis: Der Ansatz enthält Alkohol. Bitte genießen Sie ihn maßvoll und bewahren Sie die Flasche deutlich beschriftet auf.

Wer die Mischung lieber vorbereiten und verschenken möchte, füllt die Botanicals in Gläser und legt eine Karte mit dem Rezept bei. Eine Anleitung für ähnliche Ansätze finden Sie im Ratgeber Kräuterlikör selber machen.

Ganze Kardamomkapseln als würzige Botanicals für Gin

Kardamom: würzig, zitrusartig und leicht süß.

Variationen: Welche Gewürze passen noch?

Sobald das Grundrezept sitzt, können Sie variieren. Lavendel gibt eine blumige Note, Rosenblüten geben eine weiche Note, ein Stück Ingwer bringt Schärfe. Auch Zimt (Ceylon), Nelken und Sternanis passen in kleinen Mengen. Wichtig: Verändern Sie immer nur eine Zutat auf einmal und notieren Sie die Mengen. So wissen Sie später, was Ihnen gefallen hat.

Getrocknete Zitronenschalen als frische Botanical-Note für Gin

Zitronenschalen: frische Säure für den Gin-Ansatz.

Zum Servieren eignen sich Tonic Water, Zitronen- oder Orangenscheiben, ein Zweig Rosmarin oder Gurke.

Wie trinkt man selbst angesetzten Gin?

Ein Ansatz lässt sich pur auf Eis genießen oder als Basis für Longdrinks verwenden. Für einen klassischen Gin Tonic füllen Sie ein großes Glas mit Eiswürfeln, geben 4 cl Ansatz dazu und gießen mit 12 bis 15 cl Tonic Water auf. Garnieren Sie mit einer Orangenscheibe, einem Rosmarinzweig oder Gurkenstreifen. Je gröber die Botanicals im Ansatz waren, desto kräftiger darf die Garnitur aus frischen Zutaten sein.

Alkoholfreie Getränke mit ähnlichen Aromen gelingen ebenfalls: Ein Tee aus Wacholder, Zitronenschale und Koriander, kalt serviert mit Tonic oder Sprudel, erinnert an den Duft eines Gins.

Marks Tipp

Bewahren Sie Ihre Botanicals im Dunkeln und gut verschlossen auf. Ein Gewürz, das lange im Licht stand, schmeckt flach. Schon ein kleines Braunglas hält Ihr Gin-Set frisch.

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen

Welche Botanicals braucht Gin mindestens?

Vorgeschrieben ist nur der Wacholder, der im Geschmack vorherrschen muss. Üblich sind außerdem Koriandersamen, Angelikawurzel und Zitrusschalen.

Wie lange lässt man Gin ziehen?

Bei einem Ansatz meist 24 bis 48 Stunden. Probieren Sie zwischendurch. Wacholder, Angelikawurzel und Gewürze werden bei zu langer Ziehzeit bitter.

Welchen Alkohol nimmt man für einen Gin-Ansatz?

Einen neutralen Alkohol mit 40 Volumenprozent, zum Beispiel Wodka. Hochprozentigerer Alkohol zieht schneller, ist aber nicht nötig.

Darf man Gin selber brennen?

Nein, das Destillieren von Alkohol ist in Deutschland ohne Genehmigung der Zollverwaltung nicht erlaubt. Erlaubt ist das Ansetzen von Alkohol mit Botanicals.

Wie lange hält ein selbst angesetzter Gin?

Alkohol konserviert, doch das Aroma lässt mit der Zeit und mit Lichteinfall nach. Lagern Sie die Flasche kühl und dunkel und genießen Sie sie im ersten Jahr.

Ist ein Gin-Ansatz dasselbe wie destillierter Gin?

Nein. Ein Ansatz (Compound Gin) wird nicht destilliert, deshalb ist er meist leicht gefärbt und schmeckt etwas weniger fein. Für zu Hause ist er eine einfache Alternative.