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30.10.26

Goldrutenkraut, 20 g – Kräuterparadies seit 1887

Goldrute: Goldrutenkraut zwischen Wiese und Garten

Das Wichtigste in Kürze

Goldrutenkraut ist das getrocknete, blühende Kraut der Goldrute (Solidago) mit Blättern, Stängeln und goldgelben Blütenrispen. In Mitteleuropa heimisch ist nur die Gewöhnliche oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea): 10 bis 100 Zentimeter hoch, mit lockeren Rispen und relativ großen Blütenköpfchen. Kanadische und Riesen-Goldrute stammen aus Nordamerika, werden bis über zwei Meter hoch und gelten als invasive Neophyten. Alle Goldruten sind späte Bienenweiden und färben Wolle goldgelb.

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Was ist Goldrutenkraut?

Im Spätsommer, wenn viele Wiesen schon braun und müde aussehen, leuchtet an Waldrändern und Böschungen noch einmal ein kräftiges Gelb. Das ist die Zeit der Goldrute. Bei uns im Kräuterhof gehört sie zu den Pflanzen, die das Ende des Kräuterjahres ankündigen. Wenn die Goldrute blüht, weiß man: Der Herbst ist nicht mehr weit.

Goldrutenkraut nennt man das getrocknete, zur Blütezeit geerntete Kraut. Es besteht aus Blättern, Stängelstücken und den goldgelben Blütenköpfchen. Botanisch gehören alle Goldruten zur Gattung Solidago in der Familie der Korbblütler. Weltweit gibt es rund 100 Arten, die meisten davon in Nordamerika.

Der wissenschaftliche Artname der heimischen Goldrute, virgaurea, setzt sich aus den lateinischen Wörtern virga für Rute und aurea für golden zusammen. Der deutsche Name ist also eine wörtliche Übersetzung: die goldene Rute. In alten Kräuterbüchern heißt sie auch Petrusstab.

Wie erkennt man die Echte Goldrute?

Die Gewöhnliche oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea) ist die einzige Goldrute, die bei uns von Natur aus wächst. Sie kommt in ganz Eurasien vor, von der Arktis bis in die Berge des Südens. Typische Standorte sind lichte Laubwälder, Wald- und Gebüschränder, Wegränder und trockene, magere Wiesen.

  • Wuchs: 10 bis 100 Zentimeter hoch, meist um 40 Zentimeter. Der Stängel ist im unteren Teil meist unverzweigt.
  • Blätter: Die unteren sind gestielt und eiförmig, die oberen schmal, lanzettlich und ungestielt. Der Rand ist unregelmäßig gezähnt.
  • Blütenstand: eine lockere, aufrechte Rispe oder Traube am Ende des Stängels.
  • Blütenköpfchen: 10 bis 15 Millimeter breit mit 6 bis 12 reingelben Zungenblüten. Damit sind sie deutlich größer als bei den nordamerikanischen Verwandten.
  • Blütezeit: Juli bis Oktober.

Wer eine Echte Goldrute findet, sieht eine eher zierliche, oft einzeln oder in kleinen Gruppen stehende Pflanze. Dichte, mannshohe Bestände sind dagegen fast immer ein Zeichen für ihre Verwandten aus Übersee.

Getrocknete Schafgarbenblüte, heimische Wiesenpflanze wie die Echte Goldrute

Schafgarbe: wie die Echte Goldrute eine heimische Pflanze magerer Wiesen und Wegränder.

Kanadische Goldrute: der Neophyt am Bahndamm

Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) stammen aus Nordamerika. Im 17. Jahrhundert kamen sie als Zierpflanzen in europäische Gärten. Von dort verwilderten sie und sind heute an Bahndämmen, Flussufern, auf Brachen und Industrieflächen allgegenwärtig.

So unterscheiden Sie die drei Arten:

  • Echte Goldrute: niedrig, locker, wenige, aber größere Köpfchen mit gut sichtbaren Zungenblüten.
  • Kanadische Goldrute: 50 Zentimeter bis über 2 Meter hoch, Stängel oben behaart, Blätter schmal lanzettlich. Der Blütenstand ist eine große, pyramidenförmige Rispe mit bogig überhängenden Ästen, an denen die winzigen Köpfchen einseitig aufgereiht sitzen.
  • Riesen-Goldrute: ähnlich groß, aber der Stängel ist kahl, glatt und oft bläulich bereift. Sie blüht meist etwas früher.

Für Naturschützer sind die beiden Neuankömmlinge ein Problem. Über unterirdische Ausläufer und sehr viele flugfähige Samen bilden sie dichte Bestände, in denen kaum noch etwas anderes wächst. Seltene Pflanzen magerer Wiesen und Ufer werden so verdrängt. Die Kanadische Goldrute gilt deshalb als invasiver Neophyt.

Sorgfalt im Garten: Wenn Sie Kanadische oder Riesen-Goldrute im Garten haben, schneiden Sie die Blütenstände vor der Samenreife ab. Samentragende Pflanzen und Wurzelstücke gehören nicht auf den Kompost oder in die freie Landschaft, sondern in den Restmüll. Sammeln Sie Goldruten in der Natur nur, wo es erlaubt ist, und nie in Schutzgebieten.

Goldrute im Garten und als Bienenweide

Trotz allem haben Goldruten eine schöne Seite: Sie blühen spät, wenn vielen Insekten das Futter ausgeht. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge besuchen die gelben Rispen bis in den Oktober. Wer etwas für Insekten tun möchte, setzt am besten auf die heimische Echte Goldrute.

  1. Pflanzen besorgen: Kaufen Sie Echte Goldrute (Solidago virgaurea) in einer Staudengärtnerei, die heimische Wildstauden führt. Achten Sie auf den botanischen Namen.
  2. Standort wählen: Sonnig bis halbschattig, auf eher magerem, durchlässigem Boden. Zu viel Dünger macht die Pflanze weich.
  3. Kombinieren: Schön sieht sie zusammen mit Schafgarbe, Rotklee, Wiesen-Flockenblume und Glockenblumen aus.
  4. Stehen lassen: Schneiden Sie die Stängel erst im Frühjahr zurück. In und an den alten Stängeln überwintern viele Insekten.

Mehr über die Pflanzen unserer Wiesen lesen Sie in unseren Ratgebern zu Schafgarbe und Rotklee.

Getrocknete Rotkleeblüten in Rosaviolett, Wiesenblüte neben der Goldrute

Rotklee: ein Partner für die Goldrute in der Wildblumenwiese und in Teemischungen.

Mit Goldrute färben

Goldruten sind klassische Färbepflanzen. Ihre Blüten enthalten gelbe Farbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die Wolle und Baumwolle goldgelb färben. Für Hobbyfärber ist die Kanadische Goldrute sogar ein Glücksfall: Sie wächst in Massen, und wer sie vor der Samenreife erntet, tut der Natur nebenbei einen Gefallen.

  1. Wolle beizen: 100 g Wolle mit etwa 10 bis 15 g Alaun in warmem Wasser eine Stunde sanft erhitzen und darin abkühlen lassen.
  2. Färbesud kochen: Etwa die gleiche Menge frisch aufgeblühte Goldrutenblüten oder die Hälfte getrocknete Blüten mit Wasser bedecken und eine Stunde leise köcheln lassen. Dann abseihen.
  3. Färben: Die gebeizte, nasse Wolle in den Sud geben und etwa eine Stunde knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen. Im Sud abkühlen lassen.
  4. Spülen: Mit lauwarmem Wasser ausspülen und im Schatten trocknen.

So entsteht ein warmes Goldgelb. Ein paar Tropfen Eisenwasser im Nachbad machen daraus ein Olivgrün. Verwenden Sie für das Färben eigene Töpfe, die nicht mehr in der Küche benutzt werden. Eine verwandte Färbepflanze aus unserem Sortiment ist der Färberginster, der ebenfalls leuchtend gelbe Töne liefert.

Getrocknetes Ginsterkraut vom Färberginster, gelbe Färbepflanze wie Goldrute

Färberginster: wie die Goldrute eine alte Pflanze für gelbe Naturfarben.

Wie schmeckt Goldrutentee?

Getrocknetes Goldrutenkraut duftet krautig und leicht heuartig. Als Aufguss schmeckt es fein herb, leicht aromatisch und angenehm krautig, ohne aufdringliche Bitterkeit. Die Farbe ist ein helles Goldgelb.

  1. Abmessen: 1 bis 2 Teelöffel Goldrutenkraut in eine Tasse geben.
  2. Aufgießen: Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
  3. Ziehen lassen: 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Weil sein Geschmack so ausgewogen ist, eignet sich Goldrutenkraut gut als Basis für eigene Wiesenkräutermischungen. Rotkleeblüten machen den Tee blumiger und rosa, Kornblumen bringen blaue Tupfer in die Dose, Pfefferminze sorgt für Frische. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt unser Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Sabines Tipp

„Im Herbst stelle ich mir gern eine Wiesenmischung zusammen, die nach Sommer schmeckt: drei Teile Goldrutenkraut, einen Teil Rotkleeblüten und eine Handvoll Kornblumen. In einem Glas auf dem Regal sieht das so schön aus, dass ich es fast nicht öffnen mag.“

Was Sie dafür brauchen

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Häufige Fragen zur Goldrute

Was ist der Unterschied zwischen Echter und Kanadischer Goldrute?

Die Echte Goldrute ist heimisch, wird meist nur um 40 Zentimeter hoch und hat lockere Rispen mit größeren Köpfchen. Die Kanadische Goldrute stammt aus Nordamerika, wird bis über zwei Meter hoch und trägt große, pyramidenförmige Rispen mit winzigen Köpfchen.

Warum heißt die Goldrute so?

Der Name ist eine Übersetzung des lateinischen Artnamens virgaurea, zusammengesetzt aus virga für Rute und aurea für golden. Er beschreibt die aufrechten Stängel mit den goldgelben Blütenrispen.

Wann blüht die Goldrute?

Die Echte Goldrute blüht von Juli bis Oktober, die Kanadische Goldrute meist von August bis Oktober. Damit gehören beide zu den spätesten Bienenweiden des Jahres.

Was mache ich mit Kanadischer Goldrute im Garten?

Weil sie sich stark ausbreitet, raten Naturschützer, die Blütenstände vor der Samenreife abzuschneiden und Pflanzenreste im Restmüll zu entsorgen. Wer kann, ersetzt sie nach und nach durch die heimische Echte Goldrute.

Wie schmeckt Goldrutentee?

Fein herb, leicht aromatisch und krautig. Er eignet sich pur oder als Basis für Mischungen mit Rotklee, Kornblume oder Pfefferminze.

Welche Farbe gibt Goldrute beim Färben?

Mit Alaun gebeizte Wolle färbt sich goldgelb. Mit einem Nachbad aus Eisenwasser entstehen olivgrüne Töne.