Das Wichtigste in Kürze
Am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern, kommt nach altem Brauch Grünes auf den Tisch, am bekanntesten ist die Neunkräutersuppe. Welche neun Kräuter hineinkommen, ist regional verschieden. Frische Wildkräuter sammeln Sie nur, wenn Sie sie sicher erkennen. Ergänzend eignen sich getrocknete Kräuter, von denen Sie etwa ein Drittel der Frischmenge brauchen.
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Inhalt
Warum isst man am Gründonnerstag grün?
Der Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Ostern, 2027 der 25. März. Woher sein Name kommt, ist bis heute nicht geklärt. Es konkurrieren mehrere Erklärungen. Eine führt zu den Büßern, die an diesem Tag wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden und als „Grüne“, also Erneuerte, galten. Eine andere zur liturgischen Farbe, die regional Grün gewesen sein könnte. Eine dritte zum Brauch, an diesem Tag besonders grünes Gemüse und grüne Kräuter zu essen. Dieser Brauch ist seit dem 14. Jahrhundert belegt.
Er passt in die Jahreszeit: Nach dem langen Winter sprießt das erste Grün, und in der Karwoche galten ohnehin die Regeln der Fastenzeit. Auf den Tisch kamen deshalb Spinat, Salate, junge Triebe und Kräuter. Die Zahl neun gilt in vielen alten Bräuchen als bedeutsam, daher der Name Neunkräutersuppe. Welche neun Kräuter hineingehören, ist von Region zu Region verschieden. Eine feste Liste gibt es nicht.
Mehr zu Bräuchen rund um Ostern finden Sie im Ratgeber Ostern mit Kräutern.
Welche Kräuter gehören in die Kräutersuppe?
Frei nach dem Motto „neun Kräuter, aber welche?“ mischen Sie, was Ihr Garten und der Frühling hergeben. Die Suppe schmeckt grün, frisch und je nach Mischung leicht bitter, säuerlich oder würzig. Am besten setzen Sie auf eine Basis aus milden Kräutern und ergänzen mit zwei oder drei kräftigeren.
- Aus dem Garten: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Liebstöckel, Dill
- Aus Wiese und Wegrand: junge Brennnesselspitzen, Löwenzahnblätter, Gänseblümchen, Vogelmiere, Giersch, Bärlauch (im Frühjahr), Spitzwegerich, Gundermann
- Getrocknet als Ergänzung: Löwenzahnkraut, Brennnesselblätter, Vogelmiere, Sauerampfer, Gänseblümchen, Schnittlauch, Petersilie
Wildkräuter nur sicher erkannt sammeln: Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie zweifelsfrei kennen, und lassen Sie im Zweifel alles stehen. Bärlauch wird häufig mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen verwechselt, deren Blätter giftig sind. Auch bei Doldenblütlern wie Wiesenkerbel und Giersch gibt es giftige Verwechslungen, etwa mit dem Gefleckten Schierling. Sammeln Sie nicht an Straßenrändern, auf Hundewiesen oder an gespritzten Feldern, nehmen Sie nur kleine Mengen und waschen Sie alles gründlich. Ein gutes Bestimmungsbuch oder ein Kräuterkurs vor Ort gibt Sicherheit.
Wer lieber auf Nummer sicher geht, nimmt Kräuter aus dem eigenen Garten, vom Wochenmarkt oder getrocknet. Mehr zu essbaren Wildpflanzen steht im Ratgeber Wildkräuter. Zu den getrockneten Kräutern gilt als Faustregel: etwa ein Drittel der Menge, die Sie frisch nehmen würden.

Löwenzahnkraut: herb und leicht bitter.

Brennnesselblätter im Blattkrüll: mild und krautig.
Wie kochen Sie Gründonnerstagssuppe? Das Rezept
Dieses Rezept ergibt vier Portionen und kommt nach dem Prinzip der Neunkräutersuppe ohne feste Liste aus. Rechnen Sie mit etwa 35 Minuten.
Zutaten:
- 2 Esslöffel Butter
- 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
- 300 g mehligkochende Kartoffeln, geschält und gewürfelt
- 800 ml Gemüsebrühe
- 150 g frische Kräuter gemischt (gewaschen, ohne dicke Stängel) oder 50 g getrocknete Kräuter
- 100 ml Sahne oder Crème fraîche
- Salz oder Kräutersalz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss
- Saft von ½ Zitrone
- zum Servieren: 4 Eier (pochiert oder hart gekocht), geröstetes Brot, Schnittlauchröllchen
- Zwiebel andünsten: Die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten.
- Kartoffeln garen: Die Kartoffelwürfel kurz mitdünsten, mit der Brühe aufgießen und 15 Minuten weich kochen.
- Kräuter zugeben: Die frischen Kräuter grob schneiden und erst jetzt in die Suppe geben, damit sie grün bleiben. Getrocknete Kräuter rühren Sie ein und lassen sie 5 Minuten ziehen.
- Pürieren: Die Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren, die Sahne einrühren und kurz erwärmen, aber nicht mehr kochen lassen.
- Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft abschmecken. Ist sie zu bitter, rundet ein Schuss Sahne den Geschmack ab; ist sie zu mild, passt etwas mehr Sauerampfer oder Zitronensaft.
- Servieren: Mit einem pochierten oder halbierten Ei, Brotwürfeln und Schnittlauch anrichten.
Marks Tipp
Dosieren Sie bittere Kräuter wie Löwenzahn sparsam. Ein Esslöffel getrocknetes Löwenzahnkraut genügt für den ganzen Topf. Brennnesselblätter im Teeschnitt weichen Sie am besten vorher in etwas heißer Brühe ein und pürieren sie mit der Suppe, damit keine harten Stücke bleiben.

Vogelmiere: ein zartes Frühlingskraut.
Was gehört sonst auf den Gründonnerstagstisch?
Suppe ist nicht alles. Zum Brauch gehören auch Spinat mit Spiegelei oder Kartoffeln, ein grüner Salat und Kräuterquark mit Pellkartoffeln. In Hessen essen viele am Gründonnerstag Grüne Soße mit Kartoffeln und Ei. Die Petersilie dafür gehört zu den ältesten Kulturkräutern Europas. Ein schneller Kräuterquark gelingt in fünf Minuten, besonders wenn Sie ihn mit frischem Schnittlauch abrunden.
Sauerampfer gibt der Suppe eine leicht säuerliche Note, die gut zu Sahne passt. Frisch aus dem Garten ist er im Frühjahr besonders zart. Getrocknete Sauerampferblätter sind das ganze Jahr verfügbar und werden hier wie ein Gewürz verwendet.

Gänseblümchen: zarte Blüten von der Wiese.
Was Sie dafür brauchen
LöwenzahnkrautHerb und leicht bitter, sparsam dosierenAnsehen
Brennesselblätter fränkisches BlattkrüllMild und krautig, im TeeschnittAnsehen
Vogelmiere/HühnerdarmZartes FrühlingskrautAnsehen
SauerampferLeicht säuerlich und herbAnsehen
GänseblümchenZarte Blüten von der WieseAnsehen
Kräutersalz grünMeersalz mit Gemüse und Kräutern zum AbschmeckenAnsehen
SchnittlauchZum Bestreuen und AbrundenAnsehen
PetersilienblätterKlassiker unter den Kräutern, ganzjährigAnsehenHäufige Fragen
Wann ist Gründonnerstag 2027?
Der Gründonnerstag fällt auf den 25. März 2027, den Donnerstag vor dem Ostersonntag am 28. März.
Warum heißt der Gründonnerstag Gründonnerstag?
Das ist nicht abschließend geklärt. Eine Erklärung führt zu den „Grünen“, den Büßern, die an diesem Tag wieder aufgenommen wurden. Andere nennen die liturgische Farbe oder den Brauch, grünes Gemüse und Kräuter zu essen.
Welche neun Kräuter gehören in die Neunkräutersuppe?
Eine feste Liste gibt es nicht. Beliebt sind Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere und Giersch. Je nach Region und Garten sehen die Rezepte anders aus.
Kann ich die frischen Kräuter durch getrocknete ersetzen?
Teilweise ja. Als Faustregel nehmen Sie etwa ein Drittel der Menge. Getrocknete Kräuter haben ein anderes, würzigeres Aroma und eignen sich besonders als Ergänzung, wenn frisches Grün noch rar ist.
Welche Wildkräuter werden leicht verwechselt?
Bärlauch mit den giftigen Blättern von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, Wiesenkerbel und Giersch mit giftigen Doldenblütlern wie dem Gefleckten Schierling. Sammeln Sie nur, was Sie sicher erkennen, und lassen Sie im Zweifel alles stehen.
Was isst man außer Suppe am Gründonnerstag?
Spinat mit Ei, Kräuterquark, grüne Salate und in Hessen traditionell Grüne Soße mit Kartoffeln und Ei.