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25.04.24

Garam Masala, 50 g – Kräuterparadies seit 1887

Garam Masala: Zutaten, selber mischen und indische Rezepte

Das Wichtigste in Kürze

Garam Masala ist eine Gewürzmischung aus Nordindien. Klassisch besteht sie aus gerösteten und gemahlenen Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, grünem Kardamom, Zimt, Gewürznelken und schwarzem Pfeffer. „Garam“ bedeutet auf Hindi „warm“ oder „heiß“, „Masala“ heißt Gewürzmischung. Anders als Currypulver enthält Garam Masala meist keine Kurkuma und kommt erst gegen Ende der Garzeit ins Essen.

Lesezeit: etwa 8 Minuten

Was ist Garam Masala?

Wer in einem indischen Restaurant schon einmal ein Butter Chicken, ein Biryani oder ein Linsen-Dal gegessen hat, kennt den Duft von Garam Masala. Die Mischung ist in Nordindien und Pakistan so selbstverständlich wie bei uns Salz und Pfeffer. Fast jede Familie hat ihr eigenes Rezept, und ein einziges „Original“ gibt es nicht.

Das Wort Masala steht im Hindi ganz allgemein für eine Mischung von Gewürzen. Deshalb begegnet es Ihnen in vielen Namen: Garam Masala, Chaat Masala, Tandoori Masala oder auch Chai Masala für den gewürzten Tee. Mehr über die Teevariante lesen Sie in unserem Ratgeber zum Chai-Tee.

Garam heißt „warm“ oder „heiß“. Gemeint ist aber nicht die Schärfe. Der Name geht auf eine alte Einteilung der indischen Küche zurück, in der Zimt, Nelke, Kardamom und Pfeffer als „heiße“ Gewürze galten. Gutes Garam Masala schmeckt deshalb vor allem tief, rund und duftend, Chili ist meist gar nicht enthalten.

Grüne Kardamomkapseln ganz, eine typische Zutat für Garam Masala

Grüner Kardamom gibt Garam Masala seinen feinen, leicht zitronigen Duft.

Was ist in Garam Masala drin?

Die Grundlage bilden fast immer Koriander und Kreuzkümmel. Dazu kommen die aromatischen Gewürze, die der Mischung ihren Charakter geben. Typisch sind:

  • Koriandersamen: mild, nussig und leicht zitronig, oft der größte Anteil.
  • Kreuzkümmel (Cumin): erdig und warm, unverzichtbar in der indischen Küche.
  • Grüner Kardamom: fein, blumig und frisch. Mehr dazu im Ratgeber Kardamom.
  • Zimt oder Cassia: süßlich und holzig.
  • Gewürznelken: kräftig und sehr intensiv, deshalb sparsam.
  • Schwarzer Pfeffer: bringt eine angenehme Schärfe.
  • Je nach Region: Lorbeerblatt, Muskatnuss oder Macis, schwarzer Kardamom, Fenchel oder Sternanis.

In Nordindien ist die Mischung oft kräftiger und reicher an Nelke und Zimt, in anderen Gegenden milder und stärker vom Koriander geprägt. Das macht das Selbermischen so reizvoll: Sie bestimmen, welche Note vorne steht.

Unsere Hausmischung

Unser Garam Masala ist eine eigene Rezeptur des Kräuterhofs. Kreuzkümmel, Curcuma und Koriander treffen auf Paprika, Knoblauch und Zwiebel, dazu kommen Orange, Schwarzkümmel, Petersilie und Schnittlauch. Damit ist sie milder, kräuteriger und fruchtiger als die klassische nordindische Variante und schmeckt auch Gästen, die mit indischer Küche noch wenig Erfahrung haben. Wer die traditionelle Mischung mit Zimt und Nelke möchte, röstet sie nach dem Rezept weiter unten selbst.

Ganzer Kreuzkümmel, auch Cumin genannt, Grundzutat für Garam Masala

Kreuzkümmel ganz: erdig, warm und die Basis fast jeder Masala-Mischung.

Garam Masala oder Curry: Was ist der Unterschied?

Beide stammen aus der indischen Küche, sind aber nicht dasselbe. Currypulver ist eine Erfindung der britischen Kolonialzeit: eine fertige Allzweckmischung, die meist viel Kurkuma enthält und deshalb leuchtend gelb ist. Sie wird früh mitgekocht und bildet die Grundlage einer Sauce.

Garam Masala ist dagegen braun, enthält meist keine Kurkuma und ist eher ein Würzfinish. Es kommt in den letzten Minuten ins Essen oder wird am Ende darübergestreut, damit die feinen Duftstoffe nicht verkochen. In vielen indischen Gerichten werden beide verwendet: Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander zum Anbraten, Garam Masala zum Schluss. Alles über die gelbe Schwester lesen Sie im Ratgeber Curry-Gewürz.

Und was ist Tandoori Masala?

Tandoori Masala ist eine Würzmischung für Marinaden. Der Name kommt vom Tandoor, dem indischen Lehmofen. Sie enthält oft ähnliche Gewürze wie Garam Masala, dazu Knoblauch, Ingwer, Paprika und Chili, die ihr die typische rote Farbe geben. Verrührt mit Joghurt und Zitronensaft wird daraus die Marinade für Tandoori-Hähnchen.

Wie macht man Garam Masala selber?

Selbst geröstetes Garam Masala duftet so intensiv, dass Sie den Unterschied zu fertigem Pulver sofort riechen. Das Geheimnis ist das trockene Rösten der ganzen Gewürze: Dabei werden die Aromen frei, und die Mischung bekommt eine leicht nussige Tiefe.

Rezept: Garam Masala selber machen (ergibt ein kleines Glas)

Zutaten:

  • 2 EL Koriandersamen
  • 1 EL Kreuzkümmel ganz
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 8 bis 10 grüne Kardamomkapseln
  • 6 bis 8 Gewürznelken
  • 1 Ceylon-Zimtstange (etwa 5 cm), grob zerbrochen
  • 1 Lorbeerblatt
  • nach Wunsch ¼ Muskatnuss, frisch gerieben
  1. Rösten: Alle ganzen Gewürze außer der Muskatnuss in eine trockene Pfanne geben und bei mittlerer Hitze zwei bis drei Minuten rösten. Dabei die Pfanne ständig schwenken.
  2. Auf den Duft achten: Sobald es kräftig duftet und der Kreuzkümmel eine Spur dunkler wird, die Gewürze sofort auf einen kalten Teller geben. Verbrannte Gewürze schmecken bitter.
  3. Abkühlen: Etwa zehn Minuten vollständig abkühlen lassen.
  4. Mahlen: In einer Gewürzmühle oder im Mörser fein mahlen. Wer es besonders fein mag, öffnet die Kardamomkapseln vorher und nimmt nur die Samen. Zum Schluss die Muskatnuss unterrühren.
  5. Abfüllen: In ein kleines, dunkles Schraubglas füllen. Am aromatischsten ist die Mischung in den ersten zwei bis drei Monaten.
Ganze Koriandersamen zum Rösten für selbst gemachtes Garam Masala

Koriandersamen: der mild-nussige Hauptbestandteil.

Marks Tipp

„Ich röste immer nur so viel Garam Masala, wie wir in zwei, drei Monaten verbrauchen. Und ich gebe es erst ganz am Ende ins Curry. Wer es früh mitkocht, verschenkt den schönsten Teil vom Duft.“

Wie verwendet man Garam Masala?

Als Faustregel gilt: Garam Masala kommt in den letzten fünf Minuten ins Gericht oder wird kurz vor dem Servieren darübergestreut. Für vier Portionen reichen meist ein bis zwei Teelöffel. Die Mischung passt zu Linsen- und Kichererbsengerichten, Gemüsecurrys, Hähnchen und Lamm, Reis und Biryani, aber auch zu gerösteten Kürbiswürfeln, Blumenkohl aus dem Ofen oder einer herbstlichen Karottensuppe.

Für eine schnelle Marinade verrühren Sie einen Teelöffel Garam Masala mit etwas Öl, Joghurt, Salz und Zitronensaft und streichen damit Gemüse oder Fleisch ein. Wer ganzen Kreuzkümmel liebt, findet im Ratgeber Kreuzkümmel noch mehr Ideen.

Rezept: Chana Masala, Kichererbsen-Curry (für 4 Personen)

Zutaten:

  • 2 Dosen Kichererbsen (je 400 g), abgespült und abgetropft
  • 2 EL Öl oder Ghee
  • 1 TL Kreuzkümmel ganz
  • 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 3 Knoblauchzehen und ein daumengroßes Stück Ingwer, fein gehackt
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
  • 1 TL Korianderpulver, ½ TL Curcumapulver, Chili nach Geschmack
  • 1 bis 2 TL Garam Masala
  • Salz, Saft einer halben Zitrone, frischer Koriander oder Petersilie
  1. Anrösten: Öl in einem Topf erhitzen und den Kreuzkümmel darin etwa 30 Sekunden brutzeln lassen, bis er duftet.
  2. Zwiebeln bräunen: Die Zwiebeln dazugeben und bei mittlerer Hitze in acht bis zehn Minuten goldbraun braten. Knoblauch und Ingwer eine Minute mitbraten.
  3. Würzen: Korianderpulver, Curcuma und Chili einrühren und kurz anschwitzen, dann die Tomaten dazugeben und zehn Minuten einkochen lassen.
  4. Köcheln: Kichererbsen und etwa 150 ml Wasser dazugeben, salzen und 15 Minuten leise köcheln lassen. Einige Kichererbsen mit dem Löffel andrücken, so wird die Sauce sämiger.
  5. Garam Masala zum Schluss: Garam Masala einrühren, noch zwei Minuten ziehen lassen und mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Mit frischem Koriander und Reis oder Fladenbrot servieren.

Wie lagert man Garam Masala?

Gemahlene Gewürzmischungen verlieren ihr Aroma schneller als ganze Gewürze. Bewahren Sie Garam Masala deshalb luftdicht, trocken und dunkel auf, möglichst nicht direkt über dem Herd. Selbst gemischtes Pulver ist in den ersten Monaten am schönsten, fertige Mischungen sollten Sie innerhalb eines Jahres nach dem Öffnen aufbrauchen.

Ganze Gewürze wie Kardamomkapseln, Nelken und Zimtstangen halten ihr Aroma dagegen zwei bis drei Jahre. Es lohnt sich also, die Zutaten ganz im Schrank zu haben und bei Bedarf frisch zu rösten.

Handverlesene Gewürznelken ganz in einer Schale, Zutat für klassisches Garam Masala

Gewürznelken: kräftig und intensiv, deshalb sparsam dosieren.

Was Sie dafür brauchen

Alle Currys und Masalas ansehen

Häufige Fragen zu Garam Masala

Ist Garam Masala scharf?

Nein, nicht im Sinne von Chili. Klassisches Garam Masala schmeckt warm, würzig und duftend. Eine leichte Schärfe kommt höchstens vom schwarzen Pfeffer.

Was kann man statt Garam Masala nehmen?

Im Notfall eine Mischung aus gemahlenem Kreuzkümmel und Koriander mit einer Prise Zimt, Kardamom und Nelke. Currypulver ist kein echter Ersatz, weil es durch die Kurkuma anders schmeckt.

Wann gibt man Garam Masala dazu?

Idealerweise in den letzten fünf Minuten der Garzeit oder direkt vor dem Servieren. So bleibt der Duft der gerösteten Gewürze erhalten.

Wie viel Garam Masala nimmt man?

Für vier Portionen Curry oder Dal reichen meist ein bis zwei Teelöffel. Probieren Sie sich langsam heran, nachwürzen geht immer.

Was bedeutet Garam Masala?

„Garam“ heißt auf Hindi warm oder heiß, „Masala“ bedeutet Gewürzmischung. Der Name bezieht sich auf die kräftigen Gewürze wie Zimt, Nelke und Pfeffer, nicht auf Chilischärfe.

Ist Garam Masala dasselbe wie Tandoori?

Nein. Tandoori Masala ist eine rote Marinadenmischung mit Paprika, Chili, Knoblauch und Ingwer für Gerichte aus dem Lehmofen. Garam Masala ist eine braune Würzmischung, die meist zum Schluss ins Essen kommt.

Quellen: Wikipedia: Garam Masala