Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Ausgewählte Lieferanten & kleine Ernten
Handverlesene Premium-Qualität
Schneller Versand mit DHL

28.03.14

Heidelbergerpulver, 200 g – Kräuterparadies seit 1887

Heidelberger Pulver: Bertrand Heidelbergers Kräutermischung

Das Wichtigste in Kürze

Heidelberger Pulver ist eine fein gemahlene Bitterkräutermischung aus sieben Kräutern: Bibernellwurzel, Kümmel, Fenchel, Anis, Wacholderbeeren, Schafgarbenkraut und Wermutkraut. Die Rezeptur geht auf Bertrand Heidelberger zurück, nicht auf die Stadt Heidelberg. Das Pulver schmeckt kräftig bitter mit würzig-süßlichen Anklängen von Anis und Fenchel und wird gern in kleinen Mengen in Joghurt, Müsli oder Wasser gerührt.

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Was ist Heidelberger Pulver?

Bitter ist aus unserer Küche fast verschwunden. Viele Gemüsesorten wurden über die Jahrzehnte milder gezüchtet, und wer heute etwas Bitteres sucht, muss es bewusst tun. Das Heidelberger Pulver ist eine Einladung dazu. Es gehört seit vielen Jahren zu den Mischungen, nach denen uns Kundinnen und Kunden im Kräuterhof immer wieder fragen.

Heidelberger Pulver ist eine fein gemahlene Mischung aus sieben Kräutern, Samen und Wurzeln. Man nennt es auch Heidelberger Bitterpulver oder Heidelberger Kräuterpulver. Der Name hat übrigens nichts mit der Stadt am Neckar zu tun. Er geht auf Bertrand Heidelberger zurück, der die Mischung zusammengestellt hat.

Wer war Bertrand Heidelberger?

Viel ist über Bertrand Heidelberger nicht bekannt. Das meiste, was wir wissen, stammt aus seiner eigenen kleinen Schrift. Darin gibt er an, im Jahr 1845 geboren zu sein. Über Jahrzehnte hat er sich mit Kräutern beschäftigt und an seiner Mischung gearbeitet, nach eigenen Worten auf Grundlage von rund 50 Jahren Lebenserfahrung.

Als er bereits über 80 Jahre alt war, schrieb er seine Erfahrungen in einer Broschüre nieder. Er verstand sie als eine Art Testament: Sein Wissen wollte er nicht mit ins Grab nehmen, sondern weitergeben. Die Schrift ist ein Zeitdokument aus einer Zeit, in der Kräuterwissen vor allem in Familien, Klöstern und bei Kräuterkundigen wie dem Kräuterpfarrer Künzle weitergegeben wurde.

Was bis heute geblieben ist, ist seine Rezeptur. Sie verbindet sieben Pflanzen, die in Mitteleuropa seit Langem in Küche und Kräuterkunde bekannt sind. Unser Heidelberger Pulver folgt dieser traditionellen Zusammensetzung.

Bibernellwurzel geschnitten, eine der sieben Zutaten im Heidelberger Pulver

Bibernellwurzel: würzig-scharfe Zutat im Heidelberger Pulver.

Welche sieben Kräuter sind im Heidelberger Pulver?

Im Heidelberger Pulver stecken sieben Zutaten. Spannend ist, dass vier davon zur selben Pflanzenfamilie gehören, den Doldenblütlern. Hier stellen wir sie Ihnen kurz vor:

  1. Bibernellwurzel: Die Bibernelle (Gattung Pimpinella) wächst bei uns auf Wiesen und an Waldrändern. Ihre Wurzel riecht eigenwillig würzig und schmeckt leicht scharf. Sie ist eine nahe Verwandte des Anis.
  2. Kümmel: Die Früchte von Carum carvi kennt jeder aus Brot, Sauerkraut und Schweinebraten. Sie bringen eine warme, erdige Würze.
  3. Fenchel: Die Samen des Fenchels (Foeniculum vulgare) schmecken süßlich und erinnern an Anis und Lakritz.
  4. Anis: Pimpinella anisum stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Seine kleinen Früchte duften süß und würzig und sind aus der Weihnachtsbäckerei vertraut.
  5. Wacholderbeeren: Die blauschwarzen Beerenzapfen von Juniperus communis schmecken harzig, leicht süß und nach Nadelwald. In Bayern sagte man früher auch Kranewitt dazu.
  6. Schafgarbenkraut: Achillea millefolium wächst an jedem Wegrand. Ihr Kraut ist herb-aromatisch und leicht bitter.
  7. Wermutkraut: Artemisia absinthium ist eine der bittersten heimischen Pflanzen. Sie gab dem Absinth seinen Namen und sorgt im Heidelberger Pulver für die kräftige Bitternote.

Kümmel, Fenchel, Anis und Bibernelle sind Doldenblütler, Schafgarbe und Wermut gehören zu den Korbblütlern, und der Wacholder ist ein Zypressengewächs. So unterschiedlich die Pflanzen sind, so vielschichtig ist auch der Geschmack der Mischung.

Getrocknetes Wermutkraut, graugrün, die bittere Zutat im Heidelberger Pulver

Wermutkraut gibt dem Heidelberger Pulver seine kräftige Bitterkeit.

Wie schmeckt Heidelberger Pulver?

Wer zum ersten Mal Heidelberger Pulver probiert, ist meist überrascht. Zuerst kommen die süßlichen, würzigen Töne von Anis und Fenchel, dann die Wärme des Kümmels und ein harziger Hauch Wacholder. Danach breitet sich die Bitterkeit von Wermut und Schafgarbe aus, kräftig und lange anhaltend. Die Bibernelle sorgt für eine leichte Schärfe.

Bitter gehört zusammen mit süß, sauer, salzig und umami zu den Grundgeschmacksrichtungen. Unsere Zunge ist dafür besonders empfindlich, schon kleine Mengen nehmen wir deutlich wahr. Am intensivsten schmeckt man Bitteres, wenn man es einen Moment im Mund behält. Viele, die Bitteres mögen, schätzen gerade dieses langsame Nachklingen.

In der Getränkekunst haben bittere Kräuter eine lange Tradition, vom Kräuterbitter bis zum Aperitif. Wenn Sie selbst einmal einen bitteren Kräuterlikör ansetzen möchten, finden Sie eine Anleitung im Ratgeber Kräuterlikör selber machen.

Sabines Tipp

„Ich gebe es zu: Ich habe eine echte Bitterliebe. Wer sich an den Geschmack erst herantasten möchte, rührt eine kleine Messerspitze in einen Naturjoghurt mit etwas Honig und ein paar Beeren. So lernt man die Bitterkeit kennen, ohne dass sie gleich alles übertönt.“

Getrocknete Schafgarbenblüten, herb-aromatische Zutat im Heidelberger Pulver

Schafgarbe bringt eine herb-aromatische Note in die Mischung.

Wie verwendet man Heidelberger Pulver?

Heidelberger Pulver ist kräftig, deshalb kommt es nur in kleinen Mengen zum Einsatz, als Messerspitze, nicht als Löffel. So genießen es viele unserer Kundinnen und Kunden:

  1. Im Joghurt oder Quark: Eine Messerspitze unterrühren, gern mit Honig, Obst oder Nüssen, die einen süßen Gegenpol bilden.
  2. Im Müsli: Über Haferflocken und Obst streuen. Zu Apfel, Birne und Zimt passt die Bitterkeit besonders gut.
  3. Im Wasser: Eine Messerspitze in ein Glas Wasser rühren. Das Pulver löst sich nicht ganz auf, deshalb vor dem Trinken kurz umrühren.
  4. Pur: Wer Bitteres liebt, lässt eine Messerspitze langsam auf der Zunge zergehen und spült mit etwas Wasser nach.

Neben dem Heidelberger Pulver gibt es weitere klassische Bitterkräuter wie Enzianwurzel und Tausendgüldenkraut. Sie eignen sich vor allem für eigene Teemischungen, bei denen Sie die Bitterkeit selbst bestimmen. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt unser Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Anis ganz, kleine graubraune Früchte, süßlich-würzige Zutat im Heidelberger Pulver

Anis bringt eine süßlich-würzige Note in das bittere Pulver.

Bewahren Sie das Pulver gut verschlossen, trocken und dunkel auf. Weil es fein gemahlen ist, verfliegen die Aromen von Anis, Fenchel und Wacholder sonst mit der Zeit. Nehmen Sie es immer mit einem trockenen Löffel aus der Dose, dann bleibt es rieselfähig.

Was Sie dafür brauchen

Heidelberger Pulver ansehen

Häufige Fragen zum Heidelberger Pulver

Was ist im Heidelberger Pulver enthalten?

Sieben Zutaten: Bibernellwurzel, Kümmel, Fenchel, Anis, Wacholderbeeren, Schafgarbenkraut und Wermutkraut. Alle sind fein gemahlen und gemischt.

Hat Heidelberger Pulver etwas mit Heidelberg zu tun?

Nein. Der Name geht auf Bertrand Heidelberger zurück, der die Rezeptur nach eigener Angabe über Jahrzehnte zusammengestellt hat.

Wer war Bertrand Heidelberger?

Ein Kräuterkundiger, der nach eigenen Angaben 1845 geboren wurde. Im hohen Alter von über 80 Jahren schrieb er seine Erfahrungen in einer kleinen Broschüre nieder.

Wie schmeckt Heidelberger Pulver?

Kräftig und lange anhaltend bitter, mit würzig-süßlichen Noten von Anis und Fenchel, warmem Kümmel, harzigem Wacholder und einer leichten Schärfe der Bibernelle.

Wie verwendet man Heidelberger Pulver?

In kleinen Mengen, etwa einer Messerspitze, in Joghurt, Quark, Müsli oder einem Glas Wasser. Wer Bitteres mag, lässt es auch pur auf der Zunge zergehen.

Wie lagert man Heidelberger Pulver?

Gut verschlossen, trocken und dunkel. So bleiben die Aromen von Anis, Fenchel und Wacholder lange erhalten und das Pulver verklumpt nicht.