Das Wichtigste in Kürze
Ein Samowar ist ein russischer „Selbstkocher“, der Wasser für den Tee heiß hält. Auf ihm zieht ein starkes Konzentrat (Sawarka), das am Tisch mit heißem Wasser verdünnt wird. Dieses Prinzip gelingt auch ohne Samowar mit einer Kanne, einem kräftigen Schwarztee und einem Sieb.
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Inhalt
Was ist ein Samowar?
Ein Samowar ist ein Gefäß, in dem Wasser heiß gehalten wird, damit man den ganzen Nachmittag über Tee ausschenken kann. Das Wort ist russisch und bedeutet sinngemäß „Selbstkocher“. In der Mitte des meist metallenen Behälters verläuft ein Rohr. Dort brannte traditionell Holzkohle, heute gibt es auch elektrische Modelle. Das Wasser rundherum bleibt so lange heiß. Oben auf dem Samowar steht ein kleiner Teekessel mit sehr starkem Tee.
Wir führen im Kräuterhof keinen Samowar. Dieser Ratgeber erzählt von der Teekultur, die dazugehört, und zeigt, wie Sie das Prinzip zu Hause auch ohne Samowar nachempfinden können.
Woher kommt der Samowar?
Tee kam im 17. Jahrhundert über Karawanenwege aus China nach Russland. Er wurde dort zum Alltagsgetränk. Der Samowar entwickelte sich im 18. Jahrhundert, und die Stadt Tula südlich von Moskau wurde sein bekanntestes Zentrum. Dort entstanden Werkstätten, die Samoware in vielen Formen fertigten, vom schlichten Alltagsgerät bis zum verzierten Prunkstück. Bis heute verbindet man Tula mit dem Samowar.
In vielen russischen Haushalten stand der Samowar in der Mitte des Tisches. Man trank Tee in Gesellschaft, in Ruhe und mit Zeit zum Gespräch. Daraus entstand der bekannte Ausdruck „Tschajepitie“, das Teetrinken als gemeinsames Ritual.
Teekultur mit Samowar: Russland, Iran, Türkei, Kaschmir
Der Samowar ist kein ausschließlich russisches Gerät. Auch in anderen Teeländern spielen vergleichbare Geräte eine Rolle, jeweils mit eigenen Bräuchen:
- Russland: Starker Tee wird als Konzentrat aufgebrüht und mit heißem Wasser aus dem Samowar verdünnt. Dazu reicht man Zucker, Zitrone oder Konfitüre und oft Gebäck.
- Iran: Im persischen Raum steht der Samowar für die Gastfreundschaft. Tee wird in kleinen Gläsern serviert, oft mit Zuckerstücken oder Süßigkeiten dazu.
- Türkei: Hier ist der Çaydanlık verbreitet, zwei übereinander gestellte Kannen. Unten kocht das Wasser, oben zieht ein starker Tee. Er wird ebenfalls mit heißem Wasser verdünnt und in kleinen Tulpengläsern serviert.
- Kaschmir: In der Region im Himalaya kennt man den Samowar ebenfalls. Dort schenkt man traditionell Kahwa aus, einen grünen Tee mit Gewürzen wie Kardamom, Safran und Mandeln.
Die Gemeinsamkeit: Der Tee wird in kleinen Mengen stark aufgebrüht und am Tisch individuell verdünnt. Das macht aus der Teestunde etwas Geselliges. Mehr zu den Teebräuchen weltweit lesen Sie bei Teezeremonie und Tee-Rituale.

Kandiszucker, in heißem Tee langsam gelöst, gehört in vielen Teekulturen zum Tee dazu.
Was ist Sawarka (Zawarka)?
Sawarka, auch Zawarka geschrieben, nennt man den sehr starken Teeaufguss, der oben auf dem Samowar zieht. Er ist ein Konzentrat und wird nicht pur getrunken. Jede Person gießt sich einen kleinen Schluck davon in ihr Glas und füllt mit heißem Wasser auf. So entscheidet jeder selbst, wie kräftig der Tee ausfällt.
Dieses Prinzip funktioniert auch ohne Samowar. Sie brauchen nur eine Kanne, einen Wasserkocher und einen kräftigen Schwarztee.
Wie bereitet man Tee mit Teekonzentrat ohne Samowar zu?
Für ein Konzentrat eignet sich ein kräftiger Schwarztee, zum Beispiel unser Assam. Rezept nach Art der russischen Teekultur:
Zutaten für etwa 4 Tassen:
- 4 gehäufte Teelöffel Schwarztee, z. B. Assam
- 300 ml sprudelnd kochendes Wasser für das Konzentrat
- weiteres heißes Wasser zum Verdünnen (etwa 800 ml bis 1 l)
- nach Geschmack Kandiszucker, Zitronenscheiben oder Konfitüre
- Konzentrat ansetzen: Geben Sie den Tee in eine kleine Kanne und übergießen Sie ihn mit 300 ml sprudelnd kochendem Wasser.
- Ziehen lassen: Warten Sie etwa 5 Minuten. Die Kanne können Sie mit einem Tuch abdecken oder auf ein Stövchen stellen.
- Abseihen: Gießen Sie das Konzentrat durch ein Sieb oder einen Filter in eine zweite Kanne, damit der Tee nicht weiter zieht und bitter wird.
- Verdünnen: Füllen Sie in jedes Glas etwa ein Viertel Konzentrat und gießen Sie mit heißem Wasser auf.
- Verfeinern: Reichen Sie Zucker, Zitrone oder Konfitüre dazu und lassen Sie jeden Gast selbst entscheiden.
Die Menge Konzentrat bestimmt die Stärke: mehr für einen kräftigen Tee, weniger für einen milden. Das Konzentrat hält sich nicht stundenlang frisch, setzen Sie es also frisch an. Welche Siebe und Filter praktisch sind, steht im Ratgeber Teesieb, Teefilter und Tee-Ei. Grundlagen zu Menge und Ziehzeit finden Sie unter Tee zubereiten.
Gehen Sie mit kochendem Wasser und heißen Kannen vorsichtig um, besonders wenn Kinder am Tisch sind. Stellen Sie heiße Kannen auf eine hitzefeste Unterlage.

Ein Löffel Gelee oder Konfitüre zum Tee ist in der russischen Teekultur verbreitet.
Was serviert man zu Tee nach russischer Art?
Zum Tee aus dem Samowar gehört etwas Süßes. Typisch sind Konfitüren und Gelees, die man löffelweise neben der Tasse isst oder in den Tee rührt. Dazu kommen Zucker, Zitronenscheiben und Gebäck wie Pfefferkuchen, Kekse oder Blini.
- Kandiszucker: Ein Stück im Glas löst sich langsam und süßt Schluck für Schluck.
- Apfelgelee mit Vanilleschote: Ein Löffel Gelee passt gut zu kräftigem Schwarztee.
- Hagebuttenkonfitüre: Sie bringt eine fruchtig-säuerliche Note an den Tisch.

Hagebuttenkonfitüre schmeckt fruchtig-säuerlich und passt zu kräftigem Schwarztee.
Sabines Tipp: „Wenn Sie Gäste haben, stellen Sie das Konzentrat in einer Kanne und heißes Wasser in einer zweiten auf den Tisch. So entsteht ein kleines Teeritual, ganz ohne Samowar. Dazu zwei, drei Sorten Gelee oder Konfitüre, und jeder findet seine Mischung.“
Was Sie dafür brauchen
Assam SchwarzteeAssam Schwarztee, kräftig und malzig, für das KonzentratAnsehen
Darjeeling SchwarzteeDarjeeling Schwarztee, heller und blumigerAnsehen
Kandiszucker braunBrauner Kandiszucker für den TeeAnsehen
Apfelgelee mit VanilleschoteApfelgelee mit VanilleschoteAnsehen
HagebuttenkonfitüreHagebuttenkonfitüre aus dem SchwarzwaldAnsehen
Teefilter t-sacT-Sac Papierfilter für die KanneAnsehenHäufige Fragen
Was bedeutet Samowar?
Das russische Wort bedeutet „Selbstkocher“. Gemeint ist ein Gefäß, das Wasser für den Tee über längere Zeit heiß hält.
Woher kommt der Samowar?
Er entwickelte sich im 18. Jahrhundert in Russland. Die Stadt Tula südlich von Moskau gilt als sein berühmtestes Zentrum.
Was ist Sawarka?
Sawarka (auch Zawarka) ist das sehr starke Teekonzentrat, das oben auf dem Samowar zieht. Es wird mit heißem Wasser verdünnt.
Wie trinkt man russischen Tee?
Meist schwarz und kräftig, verdünnt mit heißem Wasser aus dem Samowar. Dazu reicht man Zucker, Zitrone oder Konfitüre und Gebäck.
Kann man russischen Tee ohne Samowar zubereiten?
Ja. Setzen Sie ein Konzentrat aus kräftigem Schwarztee in einer Kanne an, seihen Sie es ab und verdünnen Sie es am Tisch mit heißem Wasser.
Welcher Tee eignet sich für Sawarka?
Ein kräftiger Schwarztee wie Assam. Wer es milder mag, nimmt Darjeeling oder weniger Konzentrat pro Glas.