Das Wichtigste in Kürze
Schwarzer Tee entsteht aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis, die nach dem Pflücken gewelkt, gerollt und vollständig oxidiert werden. Dadurch wird das Blatt dunkel und der Geschmack kräftig, malzig oder blumig. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Assam und Darjeeling in Indien, Sri Lanka (Ceylon) und China. Gießen Sie Schwarztee sprudelnd kochend auf und lassen Sie ihn 3 bis 5 Minuten ziehen.
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Inhalt
Was ist schwarzer Tee?
Für viele Menschen in Deutschland ist schwarzer Tee schlicht „der Tee“: zum Frühstück, am Nachmittag mit einem Stück Kuchen oder an einem grauen Wintertag in der großen Kanne. Dabei stammt er von derselben Pflanze wie grüner Tee, der Teepflanze Camellia sinensis. Den Unterschied macht allein die Verarbeitung.
Schwarztee durchläuft vier Schritte:
- Welken: Die frisch gepflückten Blätter liegen einige Stunden aus, bis sie weich und biegsam sind.
- Rollen: Beim Rollen brechen die Zellen der Blätter auf, und der Pflanzensaft kommt mit Luft in Berührung.
- Oxidieren: Jetzt verfärben sich die Blätter kupferrot bis braun, und das typische Aroma entsteht. Im Handel spricht man oft von „Fermentation“.
- Trocknen: Heiße Luft beendet die Oxidation. Das Blatt wird schwarz und haltbar.
In China heißt schwarzer Tee übrigens „roter Tee“, nach der Farbe des Aufgusses in der Tasse. Für Teebeutel werden die Blätter oft maschinell zerkleinert (CTC-Verfahren), für Blatttee bleiben sie möglichst ganz.
Sorten von Assam bis Ceylon: die wichtigsten Anbaugebiete
Assam
Im feuchtwarmen Tiefland am Brahmaputra im Nordosten Indiens wird seit dem 19. Jahrhundert Tee angebaut. Assam schmeckt kräftig, würzig und malzig und hat eine rotgoldene Farbe. Er ist der klassische Frühstückstee, die Basis vieler Ostfriesenmischungen und der Tee für einen echten Chai.
Darjeeling
An den Hängen des Himalayas wächst Darjeeling auf 1.000 bis 2.000 Metern Höhe. Er ist leichter und blumiger als Assam. Der First Flush aus der ersten Ernte im Frühjahr schmeckt frisch und zart, der Second Flush aus dem Sommer voller und fruchtiger. Mehr dazu im Ratgeber Darjeeling Tee.

Darjeeling First Flush: die erste Ernte nach dem Winter, frisch und blumig.
Ceylon
Ceylon ist der alte Name von Sri Lanka, und unter diesem Namen ist der Tee der Insel bis heute bekannt. Er schmeckt frisch, kräftig und angenehm herb. Je nach Höhenlage der Teegärten fällt er heller oder dunkler aus.
China und Pu-Erh
Aus China kommen milde, oft leicht süßliche Schwarztees, etwa aus Yunnan oder Keemun. Eine Spezialität für sich ist Pu-Erh aus Yunnan: Er reift nach der Herstellung weiter und entwickelt einen tiefen, erdigen, holzigen Geschmack, der sich von Aufguss zu Aufguss verändert.
Earl Grey und aromatisierte Schwarztees
Earl Grey ist kein Anbaugebiet, sondern eine Mischung: schwarzer Tee mit dem Öl der Bergamotte, einer Zitrusfrucht. Benannt ist er nach dem britischen Premierminister Charles Grey aus dem 19. Jahrhundert. Wie genau der Tee zu seinem Namen kam, ist allerdings nicht sicher belegt. Einen Überblick über alle Teearten finden Sie im Ratgeber Teesorten.

Pu-Erh aus Yunnan: erdig, holzig und mehrfach aufgießbar.
Was bedeuten Blattgrade wie FTGFOP?
Auf Schwarztee-Packungen stehen oft rätselhafte Buchstaben. Sie beschreiben vor allem, wie groß und wie fein das Blatt ist:
- OP (Orange Pekoe): ganzes, gerolltes Blatt.
- BOP (Broken Orange Pekoe): gebrochenes Blatt, zieht schneller und kräftiger.
- Fannings und Dust: sehr feine Teilchen, vor allem für Teebeutel.
- FTGFOP: Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe, ein ganzes Blatt mit vielen goldenen Blattspitzen (Tips). Eine angehängte „1“ steht für die feinste Auswahl.
Wie bereitet man schwarzen Tee richtig zu?
- Kanne vorwärmen: Spülen Sie die Kanne kurz mit heißem Wasser aus.
- Tee abmessen: 1 gehäufter Teelöffel pro Tasse (250 ml).
- Sprudelnd kochend aufgießen: Schwarzer Tee braucht 95 bis 100 °C, damit sich sein Aroma voll entfaltet.
- Ziehen lassen: 3 bis 5 Minuten. Nach 2 bis 3 Minuten schmeckt er milder, nach 5 Minuten kräftig und herb. Darjeeling First Flush lieber etwas kürzer.
- Blätter entfernen: Nehmen Sie Sieb oder Teefilter heraus oder gießen Sie den Tee in eine zweite, vorgewärmte Kanne um.
Pu-Erh wird vor dem ersten Aufguss kurz mit heißem Wasser gespült. Das Wasser gießen Sie nach wenigen Sekunden ab, danach ziehen die Blätter 2 bis 3 Minuten.
Schwarzer Tee mit Milch, Zitrone oder Kandis
Mit Milch: Kräftige Sorten wie Assam oder Ceylon vertragen einen guten Schuss Milch, wie in England üblich. Zarter Darjeeling wird dagegen meist pur getrunken.
Mit Zitrone: Geben Sie eine Scheibe Zitrone in den Tee, wird der Aufguss sichtbar heller. Das liegt an der Säure, die die Farbstoffe des Tees verändert. Der Geschmack wird frischer und etwas weniger herb.
Mit Kandis: Brauner Kandis löst sich langsam auf und gibt eine runde, leicht karamellige Süße. Er gehört zur wohl bekanntesten deutschen Teekultur, der ostfriesischen.
Sabines Tipp
„Für die Tasse mit Milch und für den Ostfriesentee nehme ich immer einen kräftigen Assam. Am Nachmittag darf es bei mir ein Darjeeling sein, pur und nicht länger als drei Minuten gezogen. So hat jede Tageszeit ihren Tee.“
Ostfriesentee zubereiten: die Teezeremonie im Norden
Nirgendwo in Deutschland wird so viel Tee getrunken wie in Ostfriesland. Seit 2016 steht die ostfriesische Teekultur im Bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. So wird sie gefeiert:
- Kanne vorwärmen: Die Teekanne mit kochendem Wasser ausspülen.
- Tee hineingeben: Einen Teelöffel kräftigen Assam pro Tasse und einen „für die Kanne“.
- Aufgießen: Die Kanne zur Hälfte mit kochendem Wasser füllen, 3 bis 4 Minuten ziehen lassen und dann auffüllen.
- Kluntje in die Tasse: Ein großes Stück Kandis, den Kluntje, in die Tasse legen und den heißen Tee daraufgießen. Der Kandis knistert dabei hörbar.
- Sahnewolke: Mit einem kleinen Löffel vorsichtig Sahne am Tassenrand hineingleiten lassen. Sie sinkt ab und steigt als Wölkchen, dem „Wulkje“, wieder auf.
- Nicht umrühren: So schmeckt man erst die Sahne, dann den herben Tee und zum Schluss die Süße des Kandis.
Drei Tassen gelten als Mindestmaß. Wer genug hat, legt den Löffel in die Tasse.

Brauner Kandis: der Kluntje für den Ostfriesentee.
Was Sie dafür brauchen
Assam SchwarzteeKräftig, würzig und malzigAnsehen
Darjeeling SchwarzteeFirst Flush, frisch und blumigAnsehen
Pu-Erh-TeeErdig und holzig, aus YunnanAnsehen
Chai TeeAssam mit indischen GewürzenAnsehen
Kandiszucker braunDer Kluntje für OstfriesenteeAnsehen
Teefilter t-sacPapierfilter für die TeekanneAnsehenAlle Grün- und Schwarztees ansehen
Häufige Fragen zum schwarzen Tee
Was ist der Unterschied zwischen schwarzem und grünem Tee?
Beide stammen von der Teepflanze Camellia sinensis. Schwarzer Tee wird nach dem Rollen vollständig oxidiert und schmeckt dadurch kräftig und malzig. Grüner Tee wird gleich nach der Ernte erhitzt, damit er nicht oxidiert, und schmeckt frisch und grasig. Mehr dazu im Ratgeber Grüner Tee.
Wie lange muss schwarzer Tee ziehen?
In der Regel 3 bis 5 Minuten mit sprudelnd kochendem Wasser. Je länger er zieht, desto kräftiger und herber wird er. Zarte Sorten wie Darjeeling First Flush lieber etwas kürzer.
Was ist Earl Grey?
Earl Grey ist schwarzer Tee, der mit dem Öl der Bergamotte aromatisiert wird. Dadurch schmeckt er frisch-zitrusartig. Benannt ist er nach dem britischen Premierminister Charles Grey.
Kann man schwarzen Tee mehrmals aufgießen?
Klassischer Blatttee wie Assam schmeckt beim ersten Aufguss am vollsten. Pu-Erh und manche chinesische Schwarztees lassen sich dagegen gut mehrmals aufgießen.
Wie lagert man Schwarztee richtig?
Trocken, lichtgeschützt und luftdicht verschlossen, zum Beispiel in einer Teedose. Schwarzer Tee nimmt leicht fremde Gerüche an, deshalb nicht neben Kaffee oder Gewürzen aufbewahren.
Quellen: Wikipedia: Schwarzer Tee · Wikipedia: Ostfriesische Teekultur