Das Wichtigste in Kürze
Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage und reicht vom Aschermittwoch bis Ostern. Die Sonntage werden nicht mitgezählt, deshalb liegen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag 46 Kalendertage. 2027 beginnt die Fastenzeit am 10. Februar, Ostersonntag ist der 28. März. Zur Fastenzeit gehören viele Bräuche: das Aschenkreuz, das Hungertuch, Fastenbrezen, Fisch am Freitag, das Starkbier der Mönche und am Gründonnerstag eine grüne Kräutersuppe.
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Inhalt
Was ist die Fastenzeit und wann beginnt sie?
Wenn der Fasching vorbei ist und die letzten Krapfen gegessen sind, beginnt in vielen Familien eine stillere Zeit. Die Fastenzeit, in der katholischen Kirche auch österliche Bußzeit genannt, bereitet auf Ostern vor, das wichtigste Fest im Kirchenjahr. In den evangelischen Kirchen spricht man von der Passionszeit.
Die Zahl 40 hat biblische Wurzeln: 40 Tage fastete Jesus in der Wüste, 40 Tage dauerte die Sintflut, 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste. Weil jeder Sonntag als kleines Osterfest gilt, wird an Sonntagen nicht gefastet. Sie zählen deshalb nicht mit, und so dauert die Fastenzeit vom Aschermittwoch bis Ostern genau 46 Tage im Kalender.
Der Beginn wandert jedes Jahr mit dem Osterdatum. Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, und so liegt der Aschermittwoch immer zwischen dem 4. Februar und dem 10. März. Am Aschermittwoch zeichnet der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn. Die Asche stammt traditionell von den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres.
Welche Bräuche gehören zur Fastenzeit?
Viele Bräuche der Fastenzeit haben sich über Jahrhunderte erhalten, manche kennen wir nur noch aus Redensarten:
- Das Hungertuch: In vielen Kirchen verhüllt ein großes Fastentuch in dieser Zeit den Altar. Wer „am Hungertuch nagt“, hat sprichwörtlich nichts zu beißen.
- Verhüllte Kreuze: Ab dem fünften Fastensonntag werden Kreuze und Figuren mit violetten Tüchern verhängt. In der Liturgie entfällt bis Ostern das Halleluja.
- Laetare: Der vierte Fastensonntag heißt „Freue dich“. Zur Hälfte der Fastenzeit darf das Violett einem festlichen Rosa weichen.
- Palmsonntag: In Bayern und Österreich werden Palmbuschen aus Weidenkätzchen, Buchs und anderen Zweigen gebunden und gesegnet. Wie man sie bindet, erklärt unser Ratgeber Kräuterbuschen.
- Fastenessen: Viele Pfarreien laden zu einer einfachen Fastensuppe ein und spenden das Ersparte für Hilfsprojekte.
Heute verzichten viele Menschen in der Fastenzeit auf etwas ganz Persönliches: auf Süßigkeiten, Alkohol, das Auto oder das Smartphone am Abend. Seit 1983 lädt die evangelische Aktion „7 Wochen Ohne“ jedes Jahr dazu ein.

Unser 7 Kräutertee: würzig-herb, nach Art der alten Hausmischungen.
Fastenspeisen: Brezen, Maultaschen und Fisch
Im Mittelalter waren die Regeln streng. Erlaubt war oft nur eine Mahlzeit am Tag, meist am Abend. Fleisch, Milch, Butter und Eier waren verboten. Genau deshalb wurden vor dem Aschermittwoch Krapfen und Schmalzgebäck gebacken: Die Vorräte an Fett und Eiern mussten aufgebraucht werden. Und die Eier, die die Hühner während der Fastenzeit legten, wurden gekocht und haltbar gemacht und kamen zu Ostern als bunte Ostereier auf den Tisch.
Weil Fisch erlaubt war, wurde er zur klassischen Fastenspeise, bis heute ist der Freitag in vielen Familien Fischtag. Der Erfindungsgeist der Menschen war dabei groß. So erzählt man sich, dass der Biber als „Fisch“ galt, weil er im Wasser lebt. Und die schwäbischen Maultaschen tragen den liebevollen Spitznamen „Herrgottsbscheißerle“: Der Legende nach versteckten Mönche darin das verbotene Fleisch im Teig, damit es der Herrgott nicht sieht.
In vielen Gegenden Bayerns und Schwabens gehört die Fastenbreze zur Fastenzeit, mancherorts gibt es sie traditionell nur zwischen Aschermittwoch und Ostern. Der Legende nach erinnert ihre Form an Arme, die zum Gebet verschränkt sind.

Fisch am Freitag: Unser Fischgewürz passt zu Forelle, Saibling und Karpfen.
Starkbier in der Fastenzeit: das flüssige Brot der Mönche
Eine bayerische Spezialität der Fastenzeit ist das Starkbier. Nach der Überlieferung brauten die Paulanermönche in München im 17. Jahrhundert ein besonders kräftiges, malziges Bier, um die Fastenzeit zu überstehen. Denn es galt der alte Grundsatz: Flüssiges bricht das Fasten nicht. Das Bier wurde so zum „flüssigen Brot“.
Eine Legende erzählt, die Mönche hätten zur Sicherheit ein Fass nach Rom geschickt, damit der Papst ihr Fastenbier erlaube. Auf der langen Reise über die Alpen sei das Bier sauer geworden. Der Papst habe es gekostet, es für ausreichend ungenießbar befunden und den Mönchen ihr Fastenbier gern gegönnt.
Als Starkbier bezeichnet man heute Biere mit einem Stammwürzegehalt von über 16 Grad Plato, dazu gehören zum Beispiel Doppelböcke. In München ist die Starkbierzeit in der Fastenzeit bis heute eine feste Größe im Kalender.
Gründonnerstag und Ostern: das Ende der Fastenzeit
In der Karwoche nähert sich die Fastenzeit ihrem Ende. Am Gründonnerstag kommt in vielen Familien etwas Grünes auf den Tisch: Spinat, Kräuterpfannkuchen oder eine Kräutersuppe aus den ersten Frühlingskräutern. Woher der Name genau kommt, ist nicht ganz geklärt. Eine Deutung führt ihn auf das alte Wort „greinen“ für weinen zurück, eine andere auf die grünen Speisen, die an diesem Tag Brauch sind.
Gründonnerstagssuppe mit Frühlingskräutern
Früher sagte man, es sollten sieben oder neun verschiedene Kräuter sein. Nehmen Sie, was Garten und Wiese im Frühjahr hergeben.
Zutaten:
- 2 große Handvoll frische Kräuter, zum Beispiel Kerbel, Sauerampfer, junge Brennnesselspitzen, Löwenzahn, Gundermann, Gänseblümchen und Schnittlauch, oder 3 bis 4 EL getrocknete Kräuter
- 1 Zwiebel
- 2 mehligkochende Kartoffeln
- 1 l Gemüsebrühe
- 1 EL Butter
- 100 ml Sahne
- Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
- Andünsten: Die Zwiebel fein würfeln und in der Butter glasig dünsten.
- Köcheln: Die Kartoffeln schälen, würfeln, dazugeben und mit der Brühe etwa 15 bis 20 Minuten weich kochen. Getrocknete Kräuter gleich mitkochen.
- Kräuter dazu: Frische Kräuter waschen, grob hacken und erst zum Schluss für zwei Minuten in die Suppe geben. Brennnesseln dabei mit Handschuhen anfassen.
- Pürieren: Alles fein pürieren, die Sahne einrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Sauerampfer bringt eine frische, säuerliche Note in die Gründonnerstagssuppe.

Kerbel: mild und leicht anisartig, ein Klassiker der Frühlingssuppe.
Mit der Osternacht endet die Fastenzeit. In Bayern und Österreich bringen viele Familien am Ostersonntag einen Korb mit Osterschinken, Eiern, Brot, Salz und Kren zur Speisenweihe in die Kirche. Danach wird gemeinsam gefrühstückt, und das Fasten ist gebrochen. Mehr über die Osterzeit lesen Sie in unseren Ratgebern Ostern mit Kräutern und Osterbräuche und Räuchern.
Sabines Tipp
„Für meine Gründonnerstagssuppe gehe ich immer zuerst in den Garten und schaue, was schon da ist. Was fehlt, ergänze ich mit getrockneten Kräutern aus dem Vorrat, vor allem mit Sauerampfer und Kerbel. Die geben der Suppe ihre frische, grüne Farbe und den typischen Geschmack.“
Was ist ein Fastentee?
Mit Fastentee meinen die meisten eine Kräuterteemischung, die man in der Fastenzeit gern statt süßer Getränke trinkt. Eine warme Tasse am Nachmittag, ungesüßt und kräuterwürzig, gehört für viele einfach zu diesen Wochen dazu, ganz gleich, worauf sie sonst verzichten.
Unser Fastentee ist eine herbe, kräuterreiche Mischung unter anderem aus Birkenblättern, Brennnessel, Schafgarbe, Wegwarte, Holunder, Walnussblättern, Rosmarin und Mate. Weil Mate von Natur aus Koffein enthält, ist er eher ein Tee für den Vormittag. Milder ist die Mischung „Kleine Fastenzeit“ mit Brennnessel, Birkenblättern, Hagebutte, Löwenzahn, Pfefferminze, Holunderblüte und Schafgarbe.
- Abmessen: 1 Esslöffel Kräutermischung für ¼ Liter Wasser nehmen.
- Aufgießen: Mit kochendem Wasser übergießen.
- Ziehen lassen: Zugedeckt 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Brennnesselblätter: mild und krautig, ein Klassiker vieler Frühlingsmischungen.
Was Sie dafür brauchen
FastenteeKräuterreiche Mischung mit Mate für den VormittagAnsehen
kl. FastenzeitMilde Frühlingsmischung mit PfefferminzeAnsehen
7 KräuterteeWürzig-herbe Hausteemischung aus sieben KräuternAnsehen
SauerampferSäuerlich-frisch für die GründonnerstagssuppeAnsehen
KerbelblätterMild-anisartig für FrühlingssuppenAnsehen
GundelrebenkrautWürziges Wildkraut für die grüne SuppeAnsehen
Brennesselblätter fränkisches BlattkrüllMildes Kraut für Tee und SuppeAnsehen
FischgewürzFür Fisch am FreitagAnsehenHäufige Fragen zur Fastenzeit
Wann beginnt die Fastenzeit 2027?
Die Fastenzeit 2027 beginnt am Aschermittwoch, dem 10. Februar. Sie endet mit der Osternacht, Ostersonntag ist der 28. März 2027.
Warum dauert die Fastenzeit 40 Tage?
Die Zahl erinnert an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete. Die Sonntage werden nicht mitgezählt, deshalb liegen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag 46 Kalendertage.
Was isst man traditionell in der Fastenzeit?
Traditionell Fisch statt Fleisch, einfache Suppen, Fastenbrezen und Mehlspeisen. Am Gründonnerstag gibt es grüne Gerichte wie Spinat oder eine Kräutersuppe.
Warum trinkt man in der Fastenzeit Starkbier?
Nach der Überlieferung brauten Münchner Mönche im 17. Jahrhundert ein kräftiges Bier für die Fastenzeit, weil Flüssiges das Fasten nicht brach. Daraus entstand die bayerische Starkbierzeit.
Was ist eine Fastensuppe?
Eine einfache Suppe, oft aus Gemüse oder Kräutern, die in der Fastenzeit gegessen wird. Viele Pfarreien laden zum Fastensuppenessen ein und spenden den Erlös für Hilfsprojekte.
Was ist ein Fastentee?
Meist eine ungesüßte Kräuterteemischung, die man in der Fastenzeit gern trinkt. Unser Fastentee ist eine herbe Mischung aus vielen Kräutern mit etwas Mate.