Das Wichtigste in Kürze
Gewürzzucker ist Zucker, der mit fein gemahlenen Gewürzen, Vanillemark oder Zitrusschale aromatisiert wird. Als Faustregel nehmen Sie auf 100 g Zucker ein bis zwei Teelöffel gemahlenes Gewürz, von sehr intensiven Gewürzen wie Tonkabohne nur eine Messerspitze bis einen viertel Teelöffel. In einem dicht schließenden Glas, trocken und dunkel aufbewahrt, behält Gewürzzucker sein Aroma über viele Monate.
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Inhalt
Was ist Gewürzzucker?
Gewürzzucker ist eine der einfachsten Küchenzutaten, die man selbst herstellen kann, und eine der vielseitigsten. Sie mischen Zucker mit einem oder mehreren gemahlenen Gewürzen, lassen beides ein, zwei Tage im Glas miteinander ruhen, und schon haben Sie eine fertige Würze für Desserts, Gebäck und das Frühstück. Der Zucker nimmt dabei die Duftstoffe der Gewürze auf und verteilt sie gleichmäßig.
Bei uns im Kräuterhof gibt es einen eigenen Gewürzzucker aus Zucker, Vanille, Tonkabohne und Kardamom. In unseren Kundenbriefen haben wir ihn einmal so beschrieben: unglaublich lecker und einfach gut für Porridge, Quark, Desserts, Pralinen, Kuchen, Eiscreme, Müsli, Milchreis oder Smoothie. Dazu ein Satz, der für jedes Gewürz gilt: Eine Prise macht es aus.

Mild und fein: Ceylon-Zimt ist die Grundlage für klassischen Zimtzucker.
Wie macht man Gewürzzucker selber?
Das Grundprinzip ist bei allen Sorten gleich. Sie brauchen nur Zucker, Gewürze, ein sauberes, trockenes Schraubglas und etwas Geduld.
- Zucker wählen: Feiner weißer Zucker schmeckt neutral und lässt das Gewürz in den Vordergrund treten. Rohrohrzucker bringt eine leichte Karamellnote mit und passt gut zu Vanille und Zimt. Für Puderzucker zum Bestäuben eignen sich nur ganz fein gemahlene Gewürze.
- Gewürz vorbereiten: Verwenden Sie gemahlene Gewürze oder mahlen Sie ganze Gewürze frisch im Mörser. Vanilleschoten schlitzen Sie längs auf und kratzen das Mark heraus.
- Mischen: Zucker und Gewürz ins Glas geben, verschließen und kräftig schütteln, bis die Farbe gleichmäßig ist. Vanillemark verreiben Sie vorher mit einem Löffel Zucker, damit es sich nicht verklumpt.
- Ruhen lassen: Lassen Sie den Zucker ein bis zwei Tage stehen und schütteln Sie ihn zwischendurch. So geht das Aroma gleichmäßig in den Zucker über.
- Abschmecken: Probieren Sie eine kleine Menge. Wer es kräftiger mag, gibt noch etwas Gewürz dazu.
Als Mischverhältnis hat sich bewährt: ein bis zwei Teelöffel gemahlenes Gewürz auf 100 g Zucker. Kräftige Gewürze wie Kardamom, Nelke oder Tonkabohne dosieren Sie deutlich sparsamer als Zimt.
Welche Sorten Gewürzzucker gibt es?
Erlaubt ist, was schmeckt. Diese Sorten stehen bei uns in der Küche am häufigsten im Regal.
Zimtzucker
Der Klassiker für Milchreis, Pfannkuchen und Arme Ritter. Mischen Sie 100 g Zucker mit etwa zwei Teelöffeln Ceylon-Zimt. Der echte Ceylon-Zimt schmeckt milder und feiner als Cassia. Mehr zu den Unterschieden lesen Sie in unserem Ratgeber zum Zimt.
Vanillezucker
Für echten Vanillezucker reicht das Mark einer Vanilleschote für etwa 100 g Zucker, alternativ ein halber bis ein Teelöffel gemahlene Vanille. Die ausgekratzte Schote müssen Sie nicht wegwerfen: Stecken Sie sie in ein Glas Zucker, nach ein bis zwei Wochen duftet er fein nach Vanille. Unser Sternen-Vanillezucker besteht aus Rohrohrzucker mit 5 % echter Bourbon-Vanille. Wie Vanille angebaut wird und warum sie so kostbar ist, erfahren Sie im Beitrag über Vanille.

Gemahlene Bourbon-Vanille lässt sich einfach in Zucker einrühren.
Tonkazucker
Die Tonkabohne duftet nach Vanille, Karamell und Mandel, mit einem Hauch von Heu. Sie ist sehr intensiv, deshalb genügt für 100 g Zucker eine Messerspitze bis höchstens ein viertel Teelöffel gemahlene Tonkabohne. Tonkazucker passt zu Schokoladendesserts, Grießpudding und Kaffee. Hintergründe finden Sie in unserem Ratgeber zur Tonkabohne.
Kardamomzucker
In Skandinavien gehört Kardamom in fast jedes Hefegebäck. Ein Teelöffel gemahlener Kardamom auf 100 g Zucker reicht für einen deutlich würzigen, leicht zitronigen Zucker. Besonders gut schmeckt er auf Zimtschnecken und Hefezopf.
Orangen- und Zitronenzucker
Reiben Sie die Schale einer unbehandelten Orange oder Zitrone fein ab und mischen Sie sie mit 100 g Zucker. Weil die frische Schale Feuchtigkeit mitbringt, verteilen Sie den Zucker danach dünn auf Backpapier und lassen ihn über Nacht trocknen. Erst dann füllen Sie ihn ins Glas, sonst wird er klumpig.
Lebkuchenzucker
Für die Adventszeit mischen Sie 100 g Zucker mit ein bis zwei Teelöffeln Lebkuchengewürz. Über Bratäpfel, Quark oder heiße Schokolade gestreut, schmeckt das nach Weihnachten. Auch ein Hauch davon im Kaffeepulver ist im Advent eine schöne Abwechslung.

Gemahlene Tonkabohne: schon eine Messerspitze aromatisiert ein ganzes Glas Zucker.
Wofür verwendet man Gewürzzucker?
Gewürzzucker ersetzt überall dort einen Teil des normalen Zuckers, wo ein feines Aroma willkommen ist. Ein paar Ideen aus unserer Küche:
- Frühstück: über Porridge, Müsli, Joghurt und Quark. Rezepte für das warme Winterfrühstück finden Sie im Beitrag Porridge würzen.
- Desserts: in Schlagsahne, Vanillepudding, Milchreis, auf Eis und über Obstsalat.
- Gebäck: in Plätzchenteig, auf Hefezopf und Rohrnudeln oder über frische Krapfen. Für Apfelrosen aus Blätterteig wird eine Zimtzuckermischung verwendet, ein Hauch gemahlener Rosenblüten gibt ihnen zusätzlich einen zarten Rotton.
- Schnelle Nachspeise: Eine Banane längs halbieren, in wenig Butter kurz anbraten, mit Gewürzzucker bestreuen und warm mit Joghurt oder einer Kugel Vanilleeis servieren.
- Getränke: ein Löffel in Kakao, Kaffee oder Milchkaffee.

Sternen-Vanillezucker: Rohrohrzucker mit echter Bourbon-Vanille für die Plätzchenküche.
Für Tee und Punsch eignet sich Kandis besser als feiner Zucker, weil er sich langsam löst. Legen Sie eine Zimtstange und ein paar Kardamomkapseln in ein Glas mit braunem Kandiszucker. Nach einigen Wochen hat der Kandis einen Teil des Aromas angenommen.
Marks Tipp
Streuen Sie Gewürzzucker erst nach dem Backen über Hefegebäck, solange es noch warm ist. Dann haftet der Zucker gut, und Vanille, Kardamom und Tonka behalten ihren vollen Duft. Im Ofen würde ein Teil des Aromas verfliegen.

Brauner Kandis nimmt im Glas mit Zimtstange und Kardamom langsam deren Duft an.
Wie lange hält selbst gemachter Gewürzzucker?
Zucker selbst verdirbt nicht. Was nachlässt, ist das Aroma der Gewürze. Bewahren Sie Gewürzzucker deshalb in einem dicht schließenden Glas auf, trocken, dunkel und nicht direkt neben dem Herd. Dann schmeckt er über viele Monate gut. Zucker mit frischer Zitrusschale verliert sein Aroma schneller und sollte innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.
Wird der Zucker klumpig, hat er Feuchtigkeit gezogen. Schütteln Sie das Glas kräftig oder zerdrücken Sie die Klümpchen mit einem Löffel. Verwenden Sie zum Entnehmen immer einen trockenen Löffel.
Gewürzzucker im Glas verschenken
Selbst gemachter Gewürzzucker ist ein schönes Mitbringsel für die Adventszeit. Füllen Sie ihn in kleine Gläser mit Schraub- oder Bügelverschluss und schreiben Sie auf das Etikett, was drin ist und wozu er passt, etwa „Zimt-Kardamom-Zucker für Milchreis und Hefezopf“. Wer mag, schichtet zwei Sorten übereinander, zum Beispiel hellen Vanillezucker und dunkleren Zimtzucker.
Zusammen mit einer Packung Haferflocken, einem kleinen Glas Honig oder einer Tüte Tee wird daraus ein Frühstücksgeschenk. Weitere Ideen finden Sie in unserem Beitrag Gewürze verschenken.
Was Sie dafür brauchen
GewürzzuckerFertig gemischt mit Vanille, Tonka und KardamomAnsehen
Sternen-VanillezuckerRohrohrzucker mit 5 % Bourbon-VanilleAnsehen
Vanille Pulver Bourbon MadagaskarGemahlene Bourbon-Vanille zum EinrührenAnsehen
Tonkabohne gemahlenSparsam dosiert für TonkazuckerAnsehen
Zimtpulver Ceylon 1 AMild und fein für ZimtzuckerAnsehen
Kardamom PulverFür skandinavischen KardamomzuckerAnsehen
Honig-LebkuchengewürzFür Lebkuchenzucker im AdventAnsehen
Kandiszucker braunBrauner Kandis für Tee und PunschAnsehenHäufige Fragen zu Gewürzzucker
Wie viel Zimt kommt auf 100 g Zucker?
Für Zimtzucker haben sich etwa zwei Teelöffel gemahlener Zimt auf 100 g Zucker bewährt. Wer es kräftiger mag, gibt einen weiteren halben Teelöffel dazu. Ceylon-Zimt schmeckt dabei milder als Cassia.
Was ist der Unterschied zwischen Vanillezucker und Vanillinzucker?
Vanillezucker enthält echte Vanille, also gemahlene Schoten oder Vanillemark. Vanillinzucker wird mit dem Aromastoff Vanillin hergestellt, der meist nicht aus der Vanilleschote stammt. Echte Vanille schmeckt runder und vielschichtiger.
Kann man Gewürzzucker auch mit Puderzucker machen?
Ja. Puderzucker nimmt Gewürze gut auf, zieht aber leichter Feuchtigkeit und klumpt dann. Verwenden Sie nur sehr fein gemahlene Gewürze und sieben Sie den Puderzucker vor dem Bestäuben noch einmal.
Wie viel Tonkabohne gehört in Tonkazucker?
Tonka ist sehr intensiv. Für 100 g Zucker genügt eine Messerspitze bis höchstens ein viertel Teelöffel gemahlene Tonkabohne. Probieren Sie lieber vorsichtig und geben Sie bei Bedarf etwas nach.
Warum wird mein Gewürzzucker klumpig?
Klumpen entstehen durch Feuchtigkeit, zum Beispiel durch frische Zitrusschale, Vanillemark oder einen feuchten Löffel. Lassen Sie Zucker mit frischen Zutaten vor dem Abfüllen gut trocknen und bewahren Sie ihn luftdicht auf.
Wozu passt Gewürzzucker mit Vanille, Tonka und Kardamom?
Er passt zu Milchreis, Porridge, Quark, Pancakes, Waffeln, Eis und Plätzchen. Auch über gebratene Banane oder warmes Hefegebäck gestreut schmeckt er gut.