Das Wichtigste in Kürze
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein duftender Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum, der von Juni bis August blüht. Im Garten braucht er volle Sonne, durchlässigen, mageren Boden und einen Rückschnitt nach der Blüte und im Frühjahr. Geerntet wird, wenn sich die ersten Blüten öffnen. Getrocknet würzt er sparsam Gebäck, Zucker und Kräutersalz und duftet im Lavendelsäckchen, im Potpourri oder auf dem Räucherstövchen.
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Inhalt
- Was ist Lavendel?
- Echter Lavendel, Lavandin, Schopflavendel: Welche Sorten gibt es?
- Wie pflanzt und pflegt man Lavendel im Garten?
- Wann erntet man Lavendel und wie trocknet man ihn?
- Lavendel in der Küche: Wie verwendet man ihn?
- Lavendelsäckchen, Potpourri und Lavendelöl
- Kann man Lavendel räuchern?
- Was Sie dafür brauchen
- Häufige Fragen
Was ist Lavendel?
Wie kaum ein anderer Sinn ist der Geruchssinn mit Erinnerungen verbunden. Ein Hauch Lavendel, und schon sind viele von uns in Gedanken in der Provence, im Garten der Großmutter oder vor dem Wäscheschrank der Kindheit.
Lavendel ist ein kleiner, verholzender Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und prägt bis heute die sommerlichen Landschaften der Provence. Die schmalen Blätter sind silbrig-grau, die Blütenähren leuchten je nach Sorte von hellblau bis tief violett. Blütezeit ist von Juni bis August.
Der Name wird meist vom lateinischen lavare abgeleitet, waschen. Schon Griechen und Römer gaben das duftende Kraut ins Badewasser, zur Wäsche und in ihre Duftwässer.
Echter Lavendel, Lavandin, Schopflavendel: Welche Sorten gibt es?
Im Gartencenter und im Handel begegnen Ihnen vor allem drei Lavendelarten:
- Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): der Klassiker mit schmalen Blättern und feinem, süßlich-blumigem Duft. Er ist bei uns gut winterhart und die richtige Sorte für Küche, Duftsäckchen und Tee. Unsere Lavendelblüten stammen alle von dieser Art.
- Lavandin (Lavandula × intermedia): eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Er wird größer, duftet kräftiger und etwas kampferartig. Viele der großen Felder in der Provence sind Lavandin-Felder. Für die Küche ist er wegen seines herben Aromas weniger geeignet.
- Schopflavendel (Lavandula stoechas): erkennbar an den auffälligen Hochblättern an der Spitze der Blüte, die wie kleine Hasenohren abstehen. Er ist frostempfindlich und fühlt sich bei uns im Topf am wohlsten, den man im Winter hell und kühl stellt.

Getrocknete Blüten und frische Zweige vom Echten Lavendel.
Wie pflanzt und pflegt man Lavendel im Garten?
Lavendel ist ein Sonnenkind und liebt es eher karg. Mit ein paar Grundregeln blüht er viele Jahre:
- Standort: vollsonnig und warm, gern vor einer Hauswand oder an einem Steinbeet.
- Boden: durchlässig, mager und eher kalkhaltig. Staunässe verträgt er überhaupt nicht. Schweren Boden lockern Sie mit Sand oder Kies auf.
- Gießen und Düngen: Eingewachsener Lavendel braucht nur in langen Trockenzeiten Wasser. Dünger ist meist nicht nötig, zu viel Nahrung macht ihn weich und blühfaul.
- Schneiden: Nach der Blüte schneiden Sie die verblühten Stiele ab. Im Frühjahr kürzen Sie die Pflanze um etwa ein Drittel. Schneiden Sie dabei nicht ins alte, blattlose Holz, daraus treibt Lavendel kaum wieder aus.
Im Sommer summt und brummt es in jedem Lavendelbeet: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben die Blüten. Ein paar Lavendelbüsche sind deshalb auch ein Geschenk an die Natur.
Wann erntet man Lavendel und wie trocknet man ihn?
Den schönsten Duft haben die Blüten, wenn sich die ersten Einzelblüten an der Ähre gerade öffnen. Ernten Sie an einem trockenen, sonnigen Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist.
- Schneiden: Schneiden Sie die Stiele mit einer scharfen Schere lang ab.
- Bündeln: Binden Sie kleine Sträuße locker mit Bast oder einem Gummiband zusammen.
- Trocknen: Hängen Sie die Sträuße kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind sie raschelnd trocken.
- Abrebeln: Streifen Sie die Blüten über einem Tuch von den Stielen und füllen Sie sie in dunkle, gut schließende Gläser.
Weitere Tipps für die Kräuterernte finden Sie im Beitrag Kräuter trocknen. Wer keinen eigenen Garten hat: Unser Lavendel 1 extra hat besonders farbintensive, blauviolette Blüten, Lavendel 2 ist etwas heller und ideal für größere Duftkissen.
Lavendel in der Küche: Wie verwendet man ihn?
Lavendel schmeckt intensiv blumig, leicht herb und fein würzig. In der Küche gilt deshalb: Weniger ist mehr. Ein paar Blüten zu viel, und das Gericht schmeckt nach Seife. Verwenden Sie nur Echten Lavendel in Lebensmittelqualität.
- Lavendelzucker: Geben Sie einige getrocknete Blüten in ein Glas mit Zucker, verschließen Sie es und lassen Sie es ein paar Tage durchziehen. Der Zucker duftet dann fein nach Lavendel und passt in Kekse, Cremes und Tee.
- Gebäck und Desserts: Lavendel harmoniert mit Zitrone, Honig, Rose und Melisse. Probieren Sie Lavendel-Honig-Kekse, Panna cotta oder eine Sommerlimonade.
- Herzhaft: In den Kräutern der Provence trifft Lavendel auf Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut und Oregano. Sie passen zu Lamm, Ofengemüse und Fisch.
Ein sommerliches Kräutersalz aus unserem Kräuterhof: 2 Lorbeerblätter, 3 Teelöffel getrockneter Rosmarin, 2 Teelöffel getrockneter Oregano, 1 Teelöffel getrocknete Melisse und ½ Teelöffel getrockneter Lavendel mit 200 g grobem Meersalz. Wie Sie Kräutersalz zubereiten, lesen Sie unter Kräutersalz selber machen.

Kräuter der Provence: mit Rosmarin, Thymian und einer Prise Lavendel.
Lavendelsäckchen, Potpourri und Lavendelöl
Schon früher legte man Lavendel in Schränke und Truhen, damit Kleidung und Bettwäsche nach Sommer duften. Diese Tradition lebt im Lavendelsäckchen weiter. Ein Säckchen aus Organza, gefüllt mit getrockneten Blüten, gehört in den Kleiderschrank, die Wäscheschublade oder in den Koffer.
Selbst befüllen ist ganz einfach: Getrocknete Lavendelblüten in einen kleinen Stoffbeutel geben und fest verschließen. Größere Kissen mit Lavendel stellen wir im Beitrag Kräuterkissen vor.

Ein Lavendelsäckchen bringt den Duft der Provence in den Wäscheschrank.
Sabines Tipp
„Wenn ein Lavendelsäckchen nach einiger Zeit weniger duftet, drücke ich es kräftig zwischen den Fingern. Oder ich gebe einfach ein paar Tropfen Lavendelöl darauf. Dann duftet es wieder wie frisch gefüllt.“
Für Wohnräume eignet sich ein Potpourri. In unserem Lavendelpotpourri treffen Lavendelblüten auf Ringelblumen, Rosenblüten, Melisse und Waldmeister. In einer offenen Schale verbreitet es einen weichen, blumigen Duft. Wie Sie selbst eines mischen, lesen Sie unter Potpourri selber machen.

Lavendelpotpourri: Lavendel mit Rose, Ringelblume, Melisse und Waldmeister.
Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation der Blüten gewonnen. Es duftet blumig, frisch und leicht herb. Ein paar Tropfen in der Duftlampe oder im Diffuser genügen. Bei der Destillation entsteht außerdem Lavendelwasser, ein Hydrolat mit deutlich zarterem Duft. Ideen für Duftlampe und Diffuser finden Sie unter Duftöle als Raumduft, ein Rezept für Badeöl mit Lavendel unter Badeöl selber machen.
Hinweis: Ätherisches Lavendelöl nicht unverdünnt auf die Haut geben und nicht einnehmen. Kontakt mit den Augen vermeiden und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Kann man Lavendel räuchern?
Ja, Lavendel ist ein mildes, blumiges Räucherkraut. Auf dem Sieb eines Räucherstövchens werden die Blüten sanft erwärmt und duften fein und blumig. Auf der Räucherkohle wird der Rauch kräftiger und krautiger. Im Winter passt Lavendel gut zu Orangenschalen, Zimt und einem Hauch Rosmarin. Welche Kräuter sich noch zum Räuchern eignen, lesen Sie unter Kräuter zum Räuchern.
Sicherheit: Glut und Teelicht nie unbeaufsichtigt lassen. Räuchern Sie auf einer feuerfesten Unterlage, halten Sie Kinder und Haustiere fern und lüften Sie danach gut. Nicht direkt unter einem Rauchmelder räuchern.
Was Sie dafür brauchen
Lavendel 1 extraFarbintensive Blüten, auch für die KücheAnsehen
Lavendel 2Für Duftkissen und PotpourriAnsehen
LavendelsäckchenDuft für Schrank und WäscheAnsehen
LavendelpotpourriBlumiger Duft für die SchaleAnsehen
LavendelölFür Duftlampe und DiffuserAnsehen
Kräuter der ProvenceMediterrane Mischung mit LavendelAnsehen
Bad SamstagBadeöl mit LavendelölAnsehen
Räucherstövchen B mit HolzgriffZum sanften RäuchernAnsehenPassend dazu: Kräuter der Provence
Häufige Fragen zum Lavendel
Wann blüht Lavendel?
Echter Lavendel blüht je nach Witterung von Juni bis August. Schneiden Sie die verblühten Stiele ab, dann zeigt sich im Spätsommer oft noch eine kleine zweite Blüte.
Wann schneidet man Lavendel zurück?
Zweimal im Jahr: nach der Blüte die verblühten Stiele und im Frühjahr etwa ein Drittel der Pflanze. Nicht ins alte, blattlose Holz schneiden, daraus treibt Lavendel kaum wieder aus.
Kann man Lavendel essen?
Ja, Echter Lavendel in Lebensmittelqualität lässt sich sparsam in Gebäck, Desserts, Lavendelzucker oder Kräutersalz verwenden. Er schmeckt intensiv, deshalb genügen wenige Blüten.
Was ist der Unterschied zwischen Lavendel und Lavandin?
Lavandin ist eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Er wächst größer und duftet kräftiger und kampferartiger. Für Küche und feine Duftsäckchen nimmt man lieber Echten Lavendel.
Wie frischt man ein Lavendelsäckchen auf?
Drücken Sie das Säckchen kräftig zwischen den Fingern, dann geben die Blüten wieder Duft ab. Alternativ ein paar Tropfen Lavendelöl darauf geben oder das Säckchen mit frischen Blüten neu füllen.
Was ist Lavendelwasser?
Lavendelwasser entsteht bei der Wasserdampfdestillation der Blüten als Nebenprodukt, man nennt es auch Hydrolat. Es duftet zarter als das ätherische Öl.