Das Wichtigste in Kürze
Vanilleextrakt selber machen ist einfach: Aufgeschnittene Bourbon-Vanilleschoten kommen in Alkohol mit etwa 40 Volumenprozent und ziehen mindestens sechs bis acht Wochen. Wer mehr Geduld hat, bekommt ein runderes Aroma. Aus denselben Zutaten gelingt auch eine Vanillepaste, und gut beschriftet ist der Extrakt eine Geschenkidee für die Küche.
Lesezeit: etwa 6 Minuten
Inhalt
- Was ist Vanilleextrakt und was ist Vanillepaste?
- Welche Vanille nimmt man für Vanilleextrakt?
- Wie macht man Vanilleextrakt selber?
- Wie macht man Vanillepaste selber?
- Wofür verwendet man Vanilleextrakt und Vanillepaste?
- Vanilleextrakt verschenken: so gelingt die Geschenkidee
- Was Sie dafür brauchen
- Häufige Fragen
Was ist Vanilleextrakt und was ist Vanillepaste?
Vanilleextrakt ist ein Auszug: Das Aroma der Vanilleschote wird mit Alkohol aus der Schote gelöst. Heraus kommt eine dunkelbraune, flüssige Zutat, von der schon wenige Tropfen oder ein Teelöffel einen Teig, eine Creme oder ein Eis aromatisieren. Gekaufter Extrakt ist meist stärker standardisiert, selbst gemachter schmeckt nach genau den Schoten, die Sie verwendet haben.
Vanillepaste ist dagegen zähflüssig. Sie enthält neben Vanille meist Zucker und Wasser oder Sirup, dazu das Mark der Schote. Man sieht die kleinen schwarzen Pünktchen im Gebäck, und das Aroma ist ohne Alkohol unterwegs. Beides hat seinen Platz: Der Extrakt ist ideal für Teige und Getränke, die Paste für Cremes, Joghurt und Eis.

Fein gemahlene Bourbon-Vanille: nützlich, um Paste und Gebäck mit zusätzlichem Aroma zu versehen.
Welche Vanille nimmt man für Vanilleextrakt?
Im Handel begegnen Ihnen vor allem zwei Sorten. Bourbon-Vanille stammt von der Art Vanilla planifolia und kommt hauptsächlich aus Madagaskar. Der Name geht auf die frühere Insel Bourbon zurück, das heutige Réunion. Das Aroma ist warm, süß, cremig und das, was die meisten von uns als „klassische Vanille“ kennen. Tahiti-Vanille gehört zu einer anderen Art und gilt als blumiger, mit einem Hauch Kirsche und Anis. Tahiti-Vanille führen wir im Moment nicht, deshalb beziehen sich alle Mengen hier auf unsere Bourbon-Vanilleschoten.
Für den Extrakt eignen sich auch Schoten, die nicht mehr ganz prall sind. Wichtig ist, dass sie biegsam und duftend sind. Mehr zur Gewürzvanille, ihrer Herkunft und Verwendung finden Sie in unserem Ratgeber Vanille.
Wie macht man Vanilleextrakt selber?
Sie brauchen nur zwei Dinge: Vanilleschoten und einen klaren, geschmacksneutralen oder bewusst aromatischen Alkohol mit etwa 40 Volumenprozent. Wodka ist neutral, brauner Rum bringt eine karamellige Note mit. Hochprozentigen Alkohol zu verwenden ist nicht nötig und macht den Extrakt eher scharf.
Zutaten für ein 100-ml-Glas: 3 bis 4 Bourbon-Vanilleschoten (bei kleinen Schoten 5), etwa 100 ml Wodka oder Rum mit 40 % vol.
- Glas vorbereiten: Spülen Sie ein Braunglas mit Schraubdeckel heiß aus und lassen Sie es vollständig trocknen. Braunglas hält Licht vom Extrakt fern.
- Schoten aufschneiden: Schneiden Sie jede Schote der Länge nach auf, lassen Sie sie aber am Ende zusammenhängen. Das Mark bleibt in der Schote.
- Kürzen: Halbieren Sie die Schoten, damit sie in das Glas passen. Sie sollen ganz vom Alkohol bedeckt sein.
- Aufgießen: Gießen Sie den Alkohol über die Schoten, bis alles untergetaucht ist. Verschließen Sie das Glas fest.
- Ziehen lassen: Stellen Sie es dunkel und bei Zimmertemperatur ab und schütteln Sie es in den ersten Wochen etwa einmal in der Woche. Nach sechs bis acht Wochen ist der Extrakt gebrauchsfertig, nach drei Monaten noch runder.
- Beschriften: Notieren Sie Datum und Alkoholsorte auf dem Glas.
Die Schoten dürfen im Glas bleiben. Sie können den Extrakt nach und nach entnehmen und gelegentlich mit etwas Alkohol auffüllen. Ein Teelöffel Extrakt reicht für einen Kuchenteig. Probieren Sie am besten zuerst vorsichtig, wie intensiv Ihr Ansatz geworden ist.

Braunglas mit weiter Öffnung: bequem zu befüllen, die Schoten bleiben gut bedeckt.
Hinweis: Vanilleextrakt enthält Alkohol. Bewahren Sie ihn deutlich beschriftet auf. Beim Backen verfliegt der Alkohol nicht vollständig.
Wie macht man Vanillepaste selber?
Eine einfache Paste kommt ohne Zusatzstoffe aus. Sie kochen einen Zuckersirup, lassen ihn abkühlen und rühren Vanille hinein.
Zutaten: 100 g Zucker, 100 ml Wasser, Mark von 2 Vanilleschoten, 1 Teelöffel Vanillepulver, 1 Esslöffel selbst gemachter Vanilleextrakt (kann auch weggelassen werden).
- Sirup kochen: Zucker und Wasser unter Rühren aufkochen und etwa 8 bis 10 Minuten leise köcheln lassen, bis der Sirup leicht eindickt.
- Abkühlen: Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie den Sirup auf lauwarm abkühlen.
- Vanille einrühren: Kratzen Sie das Mark aus den Schoten, rühren Sie es mit dem Vanillepulver und dem Extrakt in den Sirup.
- Abfüllen: Füllen Sie die Paste in ein sauberes Schraubglas und lagern Sie sie im Kühlschrank. Verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Wochen.
Die ausgekratzten Schoten wirft man nicht weg. Sie geben ihr Aroma noch an Zucker, Milch oder Alkohol ab. Wer lieber Zucker aromatisieren möchte, bekommt mit unserem Sternen-Vanillezucker eine fertige Lösung für Plätzchen und Desserts.

Rohrohrzucker mit echter Bourbon-Vanille: für Plätzchen, Milchreis und Porridge.
Wofür verwendet man Vanilleextrakt und Vanillepaste?
Der Extrakt gehört in Teige, Rührkuchen, Pudding und Eierlikör. Er eignet sich auch für Kaffee und Kakao, wenn Sie nur wenige Tropfen hineingeben. In der Weihnachtsbäckerei passt er zu Vanillekipferln und zu anderem Weihnachtsgebäck.
Die Paste schmeckt in Cremes, Panna cotta, Quark, Joghurt und Eis. Wer pflanzlich gelieren möchte, findet im Ratgeber zu Agar-Agar Rezepte, die mit Vanille besonders schön schmecken.
Vanilleextrakt verschenken: so gelingt die Geschenkidee
Wer jetzt im November ansetzt, hat bis Weihnachten rund sieben Wochen: genug Zeit, damit der Extrakt sein Aroma entwickelt. Füllen Sie ihn in kleine Fläschchen um, kleben Sie ein Etikett mit dem Ansatzdatum und ein, zwei Rezeptideen darauf und binden Sie eine Schote mit Schleife an den Flaschenhals. Weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Gewürze verschenken.
Marks Tipp
Setzen Sie gleich zwei Gläser an. Eines bleibt als „Dauerextrakt“ im Haus, aus dem Sie Löffel für Löffel entnehmen und mit Alkohol auffüllen. Das zweite füllen Sie später in kleine Fläschchen zum Verschenken.
Was Sie dafür brauchen
Vanilleschoten BourbonBourbon-Vanille aus Madagaskar, blumig und intensivAnsehen
Vanille Pulver Bourbon MadagaskarGemahlene Vanille für Paste und GebäckAnsehen
Sternen-VanillezuckerRohrohrzucker mit echter Bourbon-VanilleAnsehen
Weithalsglas braun 100ml DN 40Braunglas, 100 ml, mit weiter ÖffnungAnsehen
Weithalsflasche braun 250 ml DN 55Weithalsflasche, 250 ml, für größere AnsätzeAnsehenHäufige Fragen
Wie lange muss Vanilleextrakt ziehen?
Mindestens sechs bis acht Wochen. Danach können Sie ihn schon verwenden. Nach drei Monaten oder länger wird das Aroma meist runder und tiefer.
Welchen Alkohol nimmt man für Vanilleextrakt?
Wodka ist geschmacksneutral, brauner Rum gibt eine warme Note. Wichtig ist, dass der Alkohol rund 40 Volumenprozent hat und die Schoten vollständig bedeckt sind.
Wie viele Vanilleschoten braucht man für Extrakt?
Als Faustregel nehmen Sie für 100 ml Alkohol 3 bis 4 Bourbon-Vanilleschoten, bei kleinen Schoten bis zu fünf. Mehr Schoten ergeben einen kräftigeren Extrakt.
Kann man Vanilleextrakt ohne Alkohol machen?
Ein Extrakt braucht Alkohol, um das Aroma zu lösen. Ohne Alkohol bleibt als Alternative die Vanillepaste mit Sirup, die Sie im Kühlschrank lagern und zügig aufbrauchen.
Was ist der Unterschied zwischen Bourbon- und Tahiti-Vanille?
Bourbon-Vanille (Vanilla planifolia) stammt vor allem aus Madagaskar und schmeckt warm und cremig. Tahiti-Vanille ist eine andere Art mit blumig-fruchtigem Duft. Wir führen Bourbon-Vanille aus Madagaskar.