Das Wichtigste in Kürze
Japanisches Curry (Kare Raisu) ist ein mildes, sämiges Gericht aus Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren und Fleisch in einer dunklen Currysauce, die mit einem Roux aus Butter und Mehl gebunden wird. Es schmeckt runder und süßlicher als indisches Curry. Mit einem knusprig panierten Schnitzel wird daraus Katsu Curry. Das Gericht steht in etwa 50 Minuten auf dem Tisch.
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Inhalt
Was ist japanisches Curry?
Japanisches Curry, in Japan „Kare“, ist ein Alltagsgericht und ein Liebling auf vielen Speisekarten und Küchentischen. Es unterscheidet sich deutlich von indischem oder thailändischem Curry: Die Sauce ist dick, glänzend, mild und leicht süßlich. Sie wird nicht mit Kokosmilch, sondern mit einem Roux gebunden, einer Mehlschwitze mit Currygewürz.
Das Gericht heißt Kare Raisu, also „Curry-Reis“. Es besteht aus Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren und Fleisch, die in der Sauce gegart werden und gemeinsam mit weißem Reis serviert werden. Die Würze stammt aus einer Mischung mit Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee und Pfeffer, ergänzt durch Orangenschale und Ceylon-Zimt für die runde Note.
Woher kommt japanisches Curry?
Curry kam der Überlieferung nach über die britische Marine nach Japan, in der Meiji-Zeit ab 1868. Die Briten kannten Curry aus Indien, und in Japan entwickelte sich daraus ein eigenes Gericht: milder, mit Mehlschwitze gebunden und zu Reis gegessen. Über die Marine und später über die Schulküchen und Kantinen fand es den Weg in die Haushalte.
Heute gehört Kare Raisu zu den beliebtesten Alltagsgerichten Japans. Wir beschreiben hier die Zubereitung nach japanischer Art, mit Zutaten, die Sie im Gewürzregal finden. Einen Überblick über die Currys aus aller Welt gibt Ihnen unser Ratgeber zum Currygewürz.
Welche Gewürze stecken in japanischem Curry?
Japanisches Curry setzt auf warme, runde Gewürze und weniger auf Schärfe. Unsere Mischung Japanisches Curry ist dafür gedacht: Sie enthält Kurkuma, Koriander und Kreuzkümmel als Grundwürze, Bockshornklee für die typische Currynote, Orangenschale und Ceylon-Zimt für die leicht süßliche Rundung sowie Pfeffer und etwas Chili. Die Mischung kommt ohne Salz und Mehl, damit Sie Würze und Bindung selbst bestimmen. Mehr zu den Einzelzutaten lesen Sie in den Ratgebern zu Kurkuma und Ingwer.
Wer keine fertige Mischung hat, kann sie nachmischen oder mit einer milden Currymischung, etwa dem süßen Currypulver, beginnen und mit Ingwer, Zimt und Kreuzkümmel abrunden.

Kurkuma gibt der Sauce Farbe und die warme Grundwürze.
Rezept: Kare Raisu mit selbst gemachtem Roux
Für vier Portionen brauchen Sie:
- 500 g Hähnchenschenkel ohne Haut (alternativ Rind oder Tofu)
- 2 Zwiebeln
- 3 mittelgroße, festkochende Kartoffeln (etwa 400 g)
- 2 Möhren
- 1 Apfel, geschält und gerieben
- 700 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe
- 40 g Butter
- 40 g Mehl
- 3 EL Japanisches Curry
- 1 EL Sojasauce
- 1 TL Tomatenmark
- Salz
- gekochter Reis zum Servieren
- Gemüse anbraten: Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in einem Topf mit etwas Öl bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten goldgelb dünsten. Möhren und Kartoffeln in mundgerechte Stücke schneiden, kurz mitbraten.
- Fleisch zugeben: Das Fleisch in Stücke schneiden, kurz anbraten und mit der Brühe ablöschen. Den Apfel unterrühren und alles etwa 20 Minuten leise köcheln lassen, bis die Kartoffeln fast gar sind.
- Roux zubereiten: In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen, das Mehl einrühren und bei mittlerer Hitze unter Rühren hellbraun rösten. Dann das Currygewürz zugeben und eine Minute weiterrühren.
- Sauce binden: Den Roux mit etwas heißer Brühe aus dem Topf glatt rühren und zurück in den Topf geben. Sojasauce und Tomatenmark einrühren und 10 Minuten sämig einkochen. Mit Salz abschmecken.
- Servieren: Mit Reis auf tiefen Tellern anrichten. Traditionell gibt es dazu eingelegtes rotes Gemüse als Beilage.

Ein Hauch Ingwer unterstützt die Würze der Sauce.
Marks Tipp: Geben Sie den Roux erst zum Schluss zu und rühren Sie ihn zügig glatt, damit keine Klümpchen entstehen. Die Sauce schmeckt am zweiten Tag oft noch runder, weil die Aromen durchgezogen sind.
Was ist Katsu Curry? Mit knusprigem Schnitzel
Katsu Curry ist die Variante mit einem panierten, gebratenen Schnitzel. „Katsu“ ist die Kurzform von „Katsuretsu“ und meint ein paniertes Kotelett. Dazu serviert man dieselbe milde Currysauce und Reis. Der Gegensatz aus knuspriger Kruste und sämiger Sauce macht den Reiz aus.
Für vier Portionen brauchen Sie vier dünne Schweineschnitzel (oder Hähnchenbrust), Mehl, ein verquirltes Ei und Panko (japanisches Paniermehl) oder normales Semmelbrösel. Die Schnitzel salzen, nacheinander in Mehl, Ei und Panko wenden und in einer Pfanne mit etwa einem Zentimeter Öl bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Das Fleisch muss gar sein. Danach in Streifen schneiden und auf den Reis legen, die Sauce daneben gießen.
Beim Braten in heißem Öl gilt: Fett nie überhitzen und nie unbeaufsichtigt lassen. Kein Wasser in das heiße Öl geben, es spritzt. Ein passender Deckel liegt griffbereit. Kinder und Haustiere halten Sie von der Pfanne fern.

Zwiebeln liefern die süße Basis der Sauce, Granulat rundet sie ab.
Wie lässt sich japanisches Curry abwandeln?
- Vegetarisch: mit Kürbis, Aubergine, Pilzen oder Kichererbsen statt Fleisch.
- Schärfer: mit einer Prise Chili oder Cayennepulver, die Sie am Ende einrühren.
- Fruchtiger: mit mehr geriebenem Apfel oder einem Löffel Mango-Chutney. Wie ein Chutney entsteht, lesen Sie im Ratgeber Chutney.
- Als Resteessen: die Sauce zu gebratenem Gemüse, Spiegelei oder in ein Brötchen.
Ein Löffel Ingwer oder Knoblauch in der Sauce passt, sollte aber nicht die milde Grundnote überdecken. Zum Würzen können Sie auch Knoblauchgranulat verwenden.
Was Sie dafür brauchen
Curry - Pulver süßMildes süßes Currypulver als BasisAnsehen
CurcumapulverKurkuma für Farbe und GrundwürzeAnsehen
Ingwerwurzel PulverIngwerpulver für die SauceAnsehen
KorianderKoriandersamen zum MörsernAnsehen
Cumin ganz/KreuzkümmelKreuzkümmel ganz, frisch mahlenAnsehen
ZwiebelgranulatZwiebelgranulat zum AbrundenAnsehen
KnoblauchgranulatKnoblauchgranulat für die WürzeAnsehenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen japanischem und indischem Curry?
Japanisches Curry ist milder, süßlicher und sämiger. Es wird mit einem Roux aus Butter und Mehl gebunden, nicht mit Kokosmilch oder Joghurt. Indisches Curry ist würziger und je nach Gericht schärfer.
Was ist Katsu Curry?
Katsu Curry ist Kare Raisu mit einem knusprig panierten Schnitzel. Man serviert es mit japanischer Currysauce und Reis.
Was bedeutet Kare Raisu?
Es ist die japanische Aussprache von „Curry Rice“, also Curry mit Reis. Das Gericht gehört zu den beliebtesten Alltagsgerichten in Japan.
Wie macht man den Roux für japanisches Curry?
Butter schmelzen, Mehl einrühren und unter Rühren hellbraun rösten. Dann das Currygewürz zugeben, eine Minute mitrösten und mit heißer Brühe glatt rühren, bevor es in die Sauce kommt.
Welcher Reis passt zu japanischem Curry?
Klassisch ist japanischer Rundkornreis, der leicht klebt. Auch Jasminreis oder normaler Langkornreis eignet sich, wenn Sie ihn locker kochen.
Kann man japanisches Curry vegetarisch machen?
Ja. Nehmen Sie Gemüsebrühe und ersetzen Sie das Fleisch durch Kürbis, Pilze, Aubergine oder Kichererbsen. Die Sauce bleibt gleich.