Das Wichtigste in Kürze
Lakritzlikör, auch Süßholzlikör genannt, setzen Sie mit 50 g geschnittener Süßholzwurzel und 400 ml Doppelkorn (40 %) an. Nach zwei Tagen kommen die Schale einer Orange, 20 g Anissamen, 2 g Sternanis sowie 150 g brauner Rohrzucker, gelöst in 200 ml Wasser, dazu. Danach zieht der Likör 2 bis 3 Wochen dunkel und warm und wird durch ein Tuch und einen Kaffeefilter abgeseiht. Das Ergebnis schmeckt süß, würzig und deutlich nach Lakritz. Nur für Erwachsene, maßvoll genießen.
Lesezeit: etwa 5 Minuten
Inhalt
Was ist Lakritzlikör?
Lakritzlikör ist ein Likör, der seinen Geschmack aus der Süßholzwurzel bezieht. Aus genau dieser Wurzel wird auch Lakritze gemacht. Süßholz schmeckt intensiv süß, leicht herb und angenehm würzig. Zusammen mit Anis und Sternanis entsteht daraus ein dunkler Likör mit kräftigem Lakritzaroma, die Orange bringt eine frische Note dazu.
Selbst angesetzt wird der Likör meist goldbraun bis bernsteinfarben. Wie kräftig Farbe und Geschmack werden, hängt vom Süßholz und von der Ziehzeit ab.

Süßholz: die Wurzel, aus der Lakritze gemacht wird.
Woher kommt das Rezept mit Süßholz?
Unser Rezept stammt aus einem Flyer, den Sabine zum Barbaratag und zur stillen Zeit geschrieben hat. Darin erzählt sie, dass ein solcher Likör in Kalabrien in keinem Haushalt fehle. Die Region im Süden Italiens ist für ihr Süßholz bekannt, das dort seit langer Zeit angebaut und verarbeitet wird.
Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine uralte Kulturpflanze aus dem Mittelmeerraum, dem Nahen Osten und Teilen Asiens. Schon die alten Ägypter sollen damit Getränke aromatisiert haben, auch Griechen und Römer kannten die Wurzel. In Europa ist sie seit dem Mittelalter fester Bestandteil von Süßspeisen, Likören und Teemischungen.
Mehr über die Pflanze, ihren Anbau und ihre Verwendung lesen Sie im Ratgeber Süßholz. Wie der Barbaratag im Advent gefeiert wird, steht im Beitrag Barbarazweige.
Lakritzlikör selber machen: Rezept
Zutaten für eine Flasche
- 50 g Süßholzwurzel, geschnitten
- 400 ml Doppelkorn (40 %)
- 1 unbehandelte Orange, davon die abgeriebene Schale
- 20 g Anissamen
- 2 g Sternanis
- 150 g brauner Rohrzucker
- 200 ml Wasser
Zubereitung
- Süßholz ansetzen: Die geschnittene Süßholzwurzel mit dem Doppelkorn in eine weithalsige Flasche oder ein großes Schraubglas füllen und verschließen.
- Zwei Tage warm und hell: Den Ansatz zwei Tage an einem warmen, hellen Ort ruhen lassen und die Flasche ab und zu schütteln.
- Zuckerwasser vorbereiten: Den Rohrzucker im Wasser auflösen. Kurzes Erwärmen beschleunigt das, danach vollständig abkühlen lassen.
- Restliche Zutaten zugeben: Orangenschale, Anissamen, Sternanis und das abgekühlte Zuckerwasser in den Ansatz geben und wieder gut verschließen.
- Zwei bis drei Wochen ziehen lassen: Nun dunkel und warm stellen, zum Beispiel in einen Küchenschrank, und gelegentlich schütteln.
- Doppelt filtern: Den Likör erst durch ein feines Tuch und anschließend durch eine Kaffeefiltertüte gießen. Die Rückstände nach Belieben mit einem kleinen Schuss Doppelkorn nachspülen.
- Abfüllen und ruhen lassen: In eine saubere Flasche füllen, gut verschließen und kühl und dunkel noch eine Weile ruhen lassen, damit sich die Aromen verbinden.
Zum Rezept: Sabines Notiz nennt die Zutaten und die Ziehzeiten, sagt aber nicht ausdrücklich, wann Orange, Gewürze und Zuckerwasser dazukommen. Wir geben sie nach den ersten zwei Tagen zu, wenn das Süßholz bereits Farbe abgegeben hat.

20 g Anissamen verstärken die Lakritznote.
Welche Zutaten machen den Unterschied?
Süßholz: Für den Ansatz eignet sich geschnittene Süßholzwurzel am besten, weil sie viel Oberfläche hat und ihr Aroma schnell abgibt. Süßholzstangen können Sie ebenfalls verwenden, schneiden Sie sie dann mit einem kräftigen Messer in kleine Stücke. Eine ganze Stange in der Geschenkflasche sieht außerdem hübsch aus.
Anis und Sternanis: Beide bringen ein süßlich-würziges, lakritzartiges Aroma mit. Anis ist etwas feiner, Sternanis kräftiger und wärmer. Mehr über den Stern aus der Weihnachtsküche erfahren Sie im Ratgeber Sternanis.
Orange: Reiben Sie nur die äußere, orangefarbene Schale ab. Die weiße Haut darunter macht den Likör bitter. Haben Sie keine unbehandelte Orange, nehmen Sie ein paar getrocknete Orangenschalen.
Alkohol: Das Rezept nennt Doppelkorn mit 40 Prozent. Er ist geschmacklich zurückhaltend und lässt dem Süßholz den Vortritt.

Sternanis bringt Wärme und Tiefe in den Likör.
Marks Tipp
„Beim Filtern lohnt sich Geduld. Ich lasse den Likör einfach von selbst durch den Kaffeefilter laufen und wechsle die Tüte, sobald es langsamer wird. Wer drückt oder presst, bekommt einen trüben Likör.“
Servieren, verschenken und maßvoll genießen
Lakritzlikör schmeckt am besten gut gekühlt in kleinen Gläsern. Ein Schuss über einer Kugel Vanilleeis ist ein einfaches Dessert für Gäste. Wer es weniger süß mag, nimmt beim nächsten Ansatz etwas weniger Zucker.
Als Geschenk füllen Sie den Likör in kleine Flaschen und legen eine Süßholzstange und einen Sternanis dazu. Ein Etikett mit Datum, Zutaten und dem Hinweis auf den Alkoholgehalt gehört dazu. Weitere Ideen für Geschenke aus der Küche finden Sie im Ratgeber Gewürze verschenken.
Lakritzlikör ist nur für Erwachsene gedacht. Genießen Sie ihn in Maßen, verschenken Sie ihn nur an Volljährige und bewahren Sie die Flaschen außer Reichweite von Kindern auf.
Lust auf einen zweiten Ansatz? Fruchtiger wird es mit unserem Hagebuttenlikör. Grundlagen zu Ansatz, Alkohol und Lagerung erklärt der Ratgeber Kräuterlikör selber machen.

Getrocknete Orangenschalen sind eine Alternative zur frischen Orange.
Was Sie dafür brauchen
Süßholzwurzel geschnittenGeschnitten, ideal für den AnsatzAnsehen
Süßholz StangenAls Deko in der GeschenkflascheAnsehen
Anis ganzSüßlich-würzig, lakritzartigAnsehen
SternanisWarm und kräftigAnsehen
OrangenschalenWenn keine frische Orange da istAnsehen
Kandiszucker braunKaramellige Süße für AnsätzeAnsehenHäufige Fragen
Wie lange muss Lakritzlikör ziehen?
Zuerst zwei Tage nur mit dem Süßholz, danach mit allen Zutaten zwei bis drei Wochen an einem dunklen, warmen Ort. Nach dem Filtern darf er in der Flasche noch eine Weile kühl ruhen.
Was ist der Unterschied zwischen Lakritzlikör und Süßholzlikör?
Es ist dasselbe. Lakritze wird aus der Süßholzwurzel gemacht, deshalb nennt man einen Likör aus Süßholz auch Lakritzlikör.
Kann ich Süßholzstangen statt geschnittener Wurzel nehmen?
Ja. Schneiden Sie die Stangen vorher in kleine Stücke, damit sie ihr Aroma gut abgeben. Die Menge bleibt bei 50 g.
Kann man Lakritzlikör weniger süß machen?
Ja. Der Zucker bestimmt Süße und Fülle des Likörs. Wer es herber mag, nimmt beim nächsten Ansatz etwas weniger Rohrzucker und probiert nach dem Filtern.
Welcher Alkohol eignet sich für Lakritzlikör?
Unser Rezept nennt Doppelkorn mit 40 Prozent. Er ist geschmacksneutral und lässt Süßholz, Anis und Orange in den Vordergrund treten.