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01.11.26

Kandiszucker braun, 150 g – Kräuterparadies seit 1887

Printen: Rezept nach Aachener Art, Gewürze und Geschichte

Das Wichtigste in Kürze

Printen sind festes, würziges Gebäck aus Sirupteig mit Zimt, Anis, Koriander und Nelke. „Aachener Printen“ ist als g.g.A. geschützt, Selbstgebackenes nennt man deshalb „Printen nach Aachener Art“. Der Teig aus Sirup, Kandis und Mehl reift zwei bis drei Tage, gebacken wird bei 180 °C etwa 15 Minuten.

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Was sind Printen und woher kommen sie?

Printen sind ein festes, würziges Gebäck aus der Familie der Lebkuchen. Sie sind länglich, meist rechteckig geschnitten, braun und knackig bis zäh. Ihr Teig kommt mit Sirup und Gewürzen statt viel Fett aus und reift mehrere Tage. Der Name wird meist vom niederländischen „prenten“ (drucken) hergeleitet, weil der Teig früher in Holzformen gedrückt wurde.

Die Heimat der Printen ist die Region Aachen. „Aachener Printen“ ist eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.): Wer so heißen will, muss in der Region Aachen nach den vorgegebenen Regeln hergestellt sein. Was Sie zu Hause backen, nennen wir deshalb „Printen nach Aachener Art“. Die kleinen Rechtecke schmecken trotzdem sehr gut, und Sie bestimmen die Würze selbst. Ihre Verwandten finden Sie bei den Weihnachtsplätzchen, bei den Pfeffernüssen und beim Elisenlebkuchen.

Welche Gewürze stecken in Printen?

Die Würze macht Printen unverwechselbar. Typisch sind Zimt, Anis, Koriander, Nelke und Piment, oft mit einem Hauch Kardamom. Sie schmecken kräftiger und herber als weiche Lebkuchen. Ein fertiges Printengewürz gibt es bei uns nicht, aber die Einzelzutaten sind schnell zusammengestellt. Wer lieber eine Fertigmischung nimmt, greift zum Lebkuchengewürz.

  • Ceylon-Zimt trägt die Wärme und Süße.
  • Anis bringt eine süßliche, leicht lakritzartige Note.
  • Koriander gibt eine frische, leicht zitronige Würze, mehr im Ratgeber Koriander.
  • Nelke und Piment setzen kräftige Akzente. Hier sparsam würzen.
Anissamen für Printen, ein typisches Gewürz für Aachener Printen

Anis: das süßlich-würzige Herzstück vieler Printen.

Korianderkörner als Printengewürz

Koriander: frisch, leicht zitronig und warm zugleich.

Was ist das Besondere am Zucker in Printen?

Printen leben vom Sirup. Traditionell wird er aus Zuckerrüben oder aus Kandis gekocht und gibt dem Teig Farbe, Aroma und Biss. Brauner Kandiszucker schmeckt malzig und leicht nach Karamell. Im Rezept unten lösen Sie ihn gemeinsam mit Zuckerrübensirup in etwas Wasser auf. So bekommen die Printen ihren dunklen Ton und ihre typische Note.

Welche Printen gibt es?

Im Handel begegnen Ihnen mehrere Arten. Die klassischen Kräuterprinten sind schlicht, fest und stark gewürzt. Daneben gibt es Printen mit Schokoladenüberzug, mit Nüssen oder Mandeln und gefüllte Varianten, etwa mit Marzipan. Außerdem unterscheiden sich die Printen in der Konsistenz: Manche sind hart und knackig, andere eher weich und zäh.

Zu Hause haben Sie die Wahl. Möchten Sie weichere Printen, backen Sie sie etwas kürzer oder lagern Sie sie mit einer Apfelspalte. Möchten Sie sie knackig, lassen Sie sie nach dem Backen offen auskühlen. Mit Zuckerguss oder Kuvertüre werden aus den schlichten Rechtecken Geschenke für die Adventszeit.

Wie backt man Printen? Rezept nach Aachener Art

Das Rezept ergibt etwa 40 Printen. Der Teig braucht Zeit zum Reifen. Rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen Vorlauf.

Zutaten:

  • 250 g Zuckerrübensirup
  • 100 g brauner Kandiszucker, im Mörser zerstoßen
  • 50 ml Wasser
  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 2 TL Backpulver
  • 2 TL Ceylon-Zimtpulver
  • 1 TL Anis, gemahlen
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • ½ TL Nelken, gemahlen
  • ½ TL Piment, gemahlen
  • ¼ TL Kardamom, gemahlen
  1. Sirup kochen: Sirup, Kandis und Wasser in einem Topf erwärmen, bis sich der Kandis gelöst hat. Nicht kochen. Etwas abkühlen lassen.
  2. Teig kneten: Mehl, Backpulver und Gewürze mischen, den lauwarmen Sirup zugeben und alles zu einem festen Teig kneten.
  3. Reifen lassen: In Folie gewickelt mindestens über Nacht, besser zwei bis drei Tage im Kühlschrank ruhen lassen. Die Gewürze ziehen durch, der Teig wird geschmeidiger.
  4. Ausrollen: Teig etwa 6 mm dick ausrollen und in Rechtecke von etwa 3 mal 8 cm schneiden.
  5. Backen: Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 15 Minuten backen, bis sie dunkelgolden sind.
  6. Auskühlen: Auf dem Blech kurz festwerden lassen, dann auf einem Gitter auskühlen. Wer mag, überzieht sie mit Zuckerguss oder Kuvertüre.
Gewürznelken für Printen nach Aachener Art

Nelken: kräftig und warm, gehören sparsam in jeden Printenteig.

Marks Tipp

Frisch gebacken sind Printen oft hart. Legen Sie eine Apfelspalte in die Dose, dann werden sie nach ein bis zwei Tagen mürber. Tauschen Sie die Spalte alle paar Tage aus.

Wie lagert man Printen?

Printen lagern Sie in einer gut schließenden Blechdose, kühl und trocken. Sie halten sich mehrere Wochen und werden mit der Zeit aromatischer. Trennen Sie sie von zarten Plätzchen wie Kipferl, deren Aroma sie überdecken.

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Häufige Fragen

Dürfen selbst gebackene Printen „Aachener Printen“ heißen?

Nein. „Aachener Printen“ ist eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.). Selbst Gebackenes nennen Sie „Printen nach Aachener Art“.

Was ist der Unterschied zwischen Printen und Lebkuchen?

Printen sind fester, flacher und werden aus einem reifenden Sirupteig gebacken, Lebkuchen sind meist weicher, oft mit Honig, Eiern oder Nüssen. Beide teilen sich viele Gewürze.

Welche Gewürze braucht man für Printen?

Zimt, Anis, Koriander, Nelke und Piment sind der Kern. Kardamom und Orangenschale sind schöne Ergänzungen. Statt der Einzelgewürze geht auch Lebkuchengewürz.

Muss der Printenteig wirklich ruhen?

Ja. Über Nacht ist das Minimum, zwei bis drei Tage sind besser. Der Sirup zieht ein und die Gewürze verbinden sich mit dem Teig.

Kann man Printen glasieren?

Ja, mit Zuckerguss aus Puderzucker und Zitronensaft oder mit Schokolade. Warten Sie, bis die Printen vollständig ausgekühlt sind.