Das Wichtigste in Kürze
Für Chiliöl erhitzen Sie neutrales Öl mit Sternanis und Zimt auf etwa 150 bis 160 °C und gießen es über Chiliflocken, Sesam, Szechuan Bergpfeffer und Knoblauchgranulat. Das Öl ist heiß: Verwenden Sie hitzefeste Gefäße und halten Sie Wasser fern. Mit trockenen Zutaten lagert das Öl kühl und dunkel; frischer Knoblauch gehört in den Kühlschrank und sollte rasch verbraucht werden.
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Inhalt
Was ist Chiliöl, und was ist Chili Crisp?
Chiliöl ist Öl, in dem Chilis ihre Farbe und Schärfe abgegeben haben. In China, besonders in der Küche Sichuans, gehört es zu Nudeln, Dumplings und kalten Vorspeisen. Chili Crisp ist die knusprige Variante: Neben dem Öl bleiben die Chiliflocken, Knoblauch, Sesam und Gewürze im Glas und ergeben eine Würzsauce zum Löffeln.
Das Besondere an der Sichuan-Art ist die Kombination aus Schärfe und dem prickelnden, zitrusfrischen Aroma des Szechuan Bergpfeffers. Er ist kein echter Pfeffer, sondern stammt von Sträuchern und Bäumen der Gattung Zanthoxylum. Dazu kommen Sternanis, ein Hauch Zimt und geröstete Sesamkörner.
Chiliöl lässt sich in einer halben Stunde selbst machen. Sie brauchen dafür keinen Spezialeinkauf: Das meiste liegt bei uns im Gewürzregal. Wichtig ist nur eines, nämlich der sorgfältige Umgang mit dem heißen Öl. Lesen Sie deshalb den Sicherheitshinweis unten, bevor Sie anfangen.
Wie macht man Chiliöl selber? Rezept für Chili Crisp
Das Rezept ergibt ein Glas mit etwa 250 Millilitern. Wir verwenden bewusst getrocknete Zutaten: Sie bringen kein Wasser ins Öl und halten dadurch länger.
Zutaten
- 250 ml neutrales Öl, das sich gut erhitzen lässt (Raps-, Erdnuss- oder Sonnenblumenöl, raffiniert)
- 4 EL Chilis geschrotet (mehr für schärfer, weniger für milder)
- 1 EL Sesamkörner natur
- 1 TL Szechuan Bergpfeffer ganz
- 1 Stern Sternanis
- 1 Stück Ceylon-Zimtstange, etwa 3 cm
- 1 EL Knoblauchgranulat
- 1 TL Salz und 1 TL Zucker
Zubereitung
- Schüssel vorbereiten: Chilis, Sesam, Knoblauchgranulat, Salz und Zucker in eine hitzefeste Metall- oder Glasschüssel geben. Den Szechuan Bergpfeffer im Mörser grob zerstoßen und dazugeben. Die Schüssel sollte mindestens dreimal so groß sein wie die Ölmenge, denn das Öl schäumt auf.
- Öl mit Gewürzen erhitzen: Öl, Sternanis und Zimt in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze langsam erwärmen, bis das Öl etwa 150 bis 160 °C erreicht hat. Prüfen Sie es mit einem Küchenthermometer. Das Öl darf nicht rauchen.
- Gewürze entfernen: Den Topf vom Herd ziehen und Sternanis und Zimt mit einer Schaumkelle herausnehmen.
- Übergießen: Zuerst nur ein Drittel des Öls in dünnem Strahl über die Mischung gießen. Es sprudelt und zischt. Gesicht und Hände fernhalten, dann den Rest nachgießen.
- Verrühren und abkühlen: Mit einem Löffel umrühren und offen komplett auskühlen lassen. Erst dann in ein sauberes, trockenes Glas füllen.
Sicherheit beim Erhitzen von Öl: Heißes Öl verursacht schwere Verbrennungen. Verwenden Sie nur hitzefeste Gefäße, lassen Sie den Topf nie unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder und Haustiere fern. Es darf kein Wasser ins heiße Öl gelangen, denn es spritzt. Brennt das Öl, den Deckel auflegen und die Hitze abstellen. Niemals mit Wasser löschen.

Knoblauchgranulat bringt Würze ohne Feuchtigkeit ins Öl.
Wie lange hält selbst gemachtes Chiliöl?
Mit den getrockneten Zutaten aus dem Rezept hält sich Chiliöl bei dunkler, kühler Lagerung deutlich länger als mit frischen. Trotzdem sollten Sie das Glas sauber, trocken und gut verschlossen aufbewahren, den Löffel immer trocken halten und das Öl nicht zu lange stehen lassen. Wird es muffig oder verändert sich der Geruch, entsorgen Sie es.
Lebensmittelhinweis zu frischem Knoblauch: Wenn Sie frischen Knoblauch, Schalotten, frische Chilis oder Kräuter ins Öl geben, enthält die Mischung Wasser und Eiweiß und ist sehr viel empfindlicher. Frische Zutaten in Öl gehören in den Kühlschrank und sollten rasch verbraucht werden, innerhalb weniger Tage. Bei Raumtemperatur können sich in solchen Ansätzen Keime vermehren, darunter das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses Risiko lässt sich mit getrocknetem Knoblauchgranulat umgehen, und deshalb verwendet unser Rezept es.
Marks Tipp: Füllen Sie lieber zwei kleine Gläser als ein großes. Eines kommt in den Schrank, das andere steht offen auf dem Tisch. So bleibt der Vorrat frisch, und beim Geschenk lässt sich ein Etikett mit Datum aufkleben.
Wie verwendet man Chiliöl und Chili Crisp?
Chiliöl ist eine Würze fürs fertige Gericht. Ein Löffel genügt meistens:
- Nudeln und Dumplings: mit etwas Sojasauce und Frühlingszwiebeln vermengen.
- Eier: über Spiegelei, Rührei oder gekochte Eier träufeln.
- Reis und Gemüse: gebratener Reis, Ofengemüse, gedämpfter Brokkoli.
- Suppen: zum Schluss einen Klecks auf die Suppe.
- Pizza und Käse: statt Chiliflocken aus dem Streuer, wie im Artikel über Chiliflocken beschrieben.
- Dips: unter Joghurt oder Frischkäse rühren.

Sesam gibt dem Chili Crisp Biss und Röstaroma.
Wer die Schärfe lieber abstufen möchte, findet im Überblick zu den Chilisorten passende Schoten. Für den Geschmack aus anderen Regionen lohnt sich ein Blick auf Togarashi, die japanische Chilimischung, oder auf Harissa aus Nordafrika.

Sternanis bringt eine warm-süße Lakritznote ins Öl.
Was Sie dafür brauchen
Chilis geschrotet 15 % SamenChilis geschrotet: die Grundlage für das Öl.Ansehen
Pfeffer Szechuan BergpfefferSzechuan Bergpfeffer: zitrusfrisch mit Prickeln.Ansehen
SternanisSternanis: warm-süß, lakritzartig.Ansehen
KnoblauchgranulatKnoblauchgranulat: kräftige Würze ohne Frischware.Ansehen
Sesamkörner naturSesamkörner natur: nussig und knusprig.Ansehen
ChilipulverChilipulver, wenn es schärfer sein soll.AnsehenAlle Chilis und Schärfe ansehen
Passend dazu: Sichuanpfeffer
Häufige Fragen
Wie macht man Chiliöl selber?
Neutrales Öl auf etwa 150 bis 160 °C erhitzen und in dünnem Strahl über Chiliflocken, Sesam, zerstoßenen Szechuan Bergpfeffer, Knoblauchgranulat, Salz und Zucker gießen. Gut verrühren, abkühlen lassen und erst dann abfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen Chiliöl und Chili Crisp?
Chiliöl besteht vor allem aus gewürztem Öl. Bei Chili Crisp bleiben Flocken, Knoblauch, Sesam und weitere Zutaten im Glas und werden mit dem Löffel dazugegeben.
Welches Öl nimmt man für Chiliöl?
Ein neutrales, hoch erhitzbares Öl wie raffiniertes Raps-, Erdnuss- oder Sonnenblumenöl. Native Öle mit niedrigem Rauchpunkt eignen sich nicht.
Wie lange ist selbst gemachtes Chiliöl haltbar?
Mit getrockneten Zutaten hält es bei dunkler, kühler Lagerung deutlich länger als mit frischen. Mit frischem Knoblauch oder Schalotten bewahren Sie es im Kühlschrank auf und verbrauchen es innerhalb weniger Tage.
Warum darf frischer Knoblauch nicht lange in Öl stehen?
Frischer Knoblauch bringt Feuchtigkeit mit, und im Öl fehlt Sauerstoff. Dort können sich bei Raumtemperatur Keime wie Clostridium botulinum vermehren. Kühl lagern und rasch verbrauchen ist deshalb die Regel.
Bei welcher Temperatur gießt man das Öl über die Chilis?
Etwa 150 bis 160 °C haben sich bewährt. Ist das Öl deutlich heißer, verbrennen die Flocken und schmecken bitter. Ein Küchenthermometer macht es leichter.