Das Wichtigste in Kürze
Paprikapulver besteht aus getrockneten, gemahlenen Früchten der Paprikapflanze (Capsicum annuum) aus Mittel- und Südamerika. Edelsüß ist mild und fruchtig, weil Samen und Rippen vor dem Mahlen entfernt werden. Rosenscharf hat eine mittlere bis kräftige Schärfe, geräuchertes Paprikapulver wird über Holzfeuer geröstet und schmeckt rauchig. Wichtig: Paprika nie in sehr heißem Fett anbraten, sonst wird er bitter.
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Inhalt
Was ist Paprikapulver und woher kommt es?
Eine gute Prise Rosenpaprika im Quark, im Gulasch oder in den Cevapcici: Für viele von uns schmeckt das nach Kindheit. Paprikapulver gehört in jede Küche, und doch wissen nur wenige, wie unterschiedlich die Sorten sind.
Paprikapulver besteht aus den getrockneten und gemahlenen Früchten der Paprikapflanze Capsicum annuum. Zur selben Art gehören auch die Gemüsepaprika und viele Chilis. Ihre Heimat liegt in Mittel- und Südamerika. Ende des 15. Jahrhunderts brachten spanische Seefahrer die Früchte nach Europa, im 16. Jahrhundert verbreitete sich Paprika rasch als Gewürz.
Besonders in Ungarn wurde Paprika zum Nationalgewürz. Auch das Wort selbst kam über das Ungarische zu uns. In Spanien heißt Paprikapulver Pimentón, und auch aus der türkischen und südosteuropäischen Küche ist es nicht wegzudenken.
Edelsüß, rosenscharf, geräuchert: Welche Sorten gibt es?
Die Sorten unterscheiden sich vor allem in Schärfe und Farbe. Die Schärfe sitzt in den hellen Scheidewänden und Samen der Schote. Je mehr davon mitvermahlen wird, desto schärfer das Pulver.
Paprika edelsüß
Für edelsüßen Paprika werden die getrockneten Früchte ohne die scharfen Samen und Rippen vermahlen. Das Ergebnis ist ein leuchtend rotes Pulver mit fruchtig-süßem Aroma und nur wenig Schärfe. Edelsüß ist die richtige Wahl für alle Gerichte, die nicht scharf sein sollen, und für Familien mit Kindern.
Paprika rosenscharf
Rosenscharfer Paprika ist die würzigere Variante. Er hat eine mittlere bis kräftige Schärfe und trotzdem eine fruchtige Note. Unser Paprika Rosen kommt aus Ungarn und passt überall dort, wo es etwas mehr Feuer sein darf.

Paprika rosenscharf aus Ungarn: fruchtig und mit mittlerer Schärfe.
Paprika geräuchert
Geräuchertes Paprikapulver bekommt seinen Geschmack durch das langsame Rösten ganzer Paprikaschoten über Eichenfeuer. Unsere milde Sorte verbindet einen feinen Rauchgeschmack mit fruchtiger Süße und nur einem Hauch Schärfe. In Spanien ist dieses Pulver als Pimentón bekannt, berühmt ist das aus der Region La Vera. Es ist das Gewürz für BBQ-Soßen, Marinaden und alles, was nach Grill schmecken soll.
Daneben gibt es weitere Abstufungen wie Delikatess, halbsüß oder scharf. Für die meisten Küchen reichen aber die drei Klassiker.
Wie wird Paprikapulver hergestellt?
Für Gewürzpaprika werden die Schoten reif und tiefrot geerntet. In Ungarn sieht man im Herbst noch heute lange Ketten aus aufgefädelten Schoten, die an Hauswänden in der Sonne trocknen.
- Entkernen: Die Schoten werden gewaschen und je nach Sorte von Samen und Scheidewänden befreit.
- Trocknen: Anschließend trocknen sie schonend, bis sie ganz spröde sind.
- Mahlen: Zum Schluss werden sie fein gemahlen. So entsteht das typische rote Pulver.
Bei geräuchertem Paprika kommt ein Schritt dazu: Die ganzen Schoten werden vor dem Mahlen langsam über Holzfeuer geröstet und nehmen dabei das Raucharoma an.
Wofür verwendet man Paprikapulver?
Paprikapulver ist ein echter Allrounder. Ein paar Ideen aus unserer Küche:
- Gulasch und Eintöpfe: Edelsüß gibt die Farbe und die fruchtige Grundnote, ein Löffel rosenscharf die Würze. Auch Paprikahuhn und Paprikarahm leben davon.
- Obatzda und Quark: Zum bayerischen Obatzda gehört Paprika edelsüß genauso wie der Camembert. Und eine Prise Rosenpaprika macht aus einfachem Quark einen Dip zu Pellkartoffeln.
- Kartoffeln: Paprika steckt in unserem Bratkartoffelgewürz, zusammen mit Majoran und Kümmel. Wie Bratkartoffeln richtig gelingen, lesen Sie unter Bratkartoffeln würzen.
- Grillen: Für eine rauchige Marinade 2 Esslöffel Seppis Top BBQ mit 100 ml Olivenöl verrühren und das Fleisch damit bestreichen. Mehr Ideen finden Sie im Beitrag über Grillgewürz.
- Gemüse: Ratatouille, Chili con Carne, Ofengemüse und Rohkost. Auch in der Shakshuka darf Paprika nicht fehlen.

In unserem Gulaschgewürz steht Paprika an erster Stelle.
Geräucherter Paprika und Rauchsalz sind übrigens ein Traumpaar. Wie Rauchsalz entsteht, lesen Sie im Beitrag über Rauchsalz.
Warum wird Paprikapulver bitter?
Paprikapulver enthält natürlichen Zucker. In zu heißem Fett verbrennt es innerhalb von Sekunden, wird dunkel und schmeckt bitter. Ein verbranntes Gulasch lässt sich dann kaum noch retten.
So machen Sie es richtig: Schwitzen Sie die Zwiebeln an, nehmen Sie den Topf kurz von der Hitze und rühren Sie dann das Paprikapulver ein. Löschen Sie gleich danach mit Brühe, Wein oder Tomaten ab. So entfaltet sich das Aroma, ohne zu verbrennen.
Marks Tipp
„Beim Gulasch nehme ich immer zwei Sorten: reichlich edelsüß für Farbe und Fruchtigkeit, dazu einen Teelöffel rosenscharf für die Würze. Und den Topf ziehe ich vom Herd, bevor der Paprika hineinkommt. Ein Gulasch mit verbranntem Paprika schmeckt bitter, und das lässt sich durch Nachwürzen nicht mehr retten.“
Wie lagert man Paprikapulver richtig?
Paprikapulver ist empfindlich gegen Licht, Luft und Feuchtigkeit. Bewahren Sie es deshalb lichtgeschützt, trocken und gut verschlossen auf, zum Beispiel in einer Dose im Schrank. Streuen Sie es nicht direkt über dem dampfenden Topf ein, sonst verklumpt es.
Am Pulver selbst sehen Sie, wie frisch es ist: Gutes Paprikapulver leuchtet kräftig rot und duftet fruchtig. Wird es bräunlich und riecht nach wenig, hat es sein Aroma weitgehend verloren. Kaufen Sie lieber kleinere Mengen und verbrauchen Sie sie zügig.

Kräftiges Rot zeigt frisches Paprikapulver, hier unser geräucherter Paprika.
Was Sie dafür brauchen
Paprika edelsüßMild, fruchtig und leuchtend rotAnsehen
Paprika RosenRosenscharf aus UngarnAnsehen
Paprika geräuchert mildMild mit feinem RauchAnsehen
GulaschgewürzFür ein würziges GulaschAnsehen
BratkartoffelgewürzPaprika mit Majoran und KümmelAnsehen
Seppis Top BBQGrillgewürz mit geräucherter PaprikaAnsehen
Zypriotische Pyramidenflocken geräuchertGeräuchertes Salz für das FinishAnsehen
Piment de EspeletteMilde Chili aus dem BaskenlandAnsehenPassend dazu: Gulaschgewürz · Raclette-Gewürz · Chilisorten
Häufige Fragen zu Paprikapulver
Ist Paprikapulver scharf?
Das hängt von der Sorte ab. Edelsüß ist mild, weil die scharfen Samen und Rippen entfernt werden. Rosenscharf hat eine mittlere bis kräftige Schärfe, scharfer Paprika noch mehr.
Was ist der Unterschied zwischen Paprikapulver und Cayennepfeffer?
Beide stammen von Capsicum-Pflanzen. Cayennepfeffer wird aber aus besonders scharfen Chilis gemahlen und ist um ein Vielfaches schärfer. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über Cayennepfeffer.
Was kann ich statt geräuchertem Paprikapulver nehmen?
Nehmen Sie Paprika edelsüß und geben Sie zum Schluss eine kleine Prise Rauchsalz über das Gericht. So kommt die Rauchnote trotzdem auf den Teller.
Welcher Paprika gehört ins Gulasch?
Klassisch viel Paprika edelsüß für Farbe und Fruchtigkeit. Wer es würziger mag, mischt etwas rosenscharfen Paprika dazu. Wichtig ist, dass das Pulver nicht im heißen Fett verbrennt.
Ist Paprika dasselbe wie Chili?
Botanisch gehören beide zur Gattung Capsicum. Als Paprika bezeichnet man meist die milderen Sorten, als Chili die scharfen. Die Übergänge sind fließend.
Wie lange hält Paprikapulver?
Ungeöffnet und richtig gelagert lange. Das Aroma lässt aber mit der Zeit nach. Wenn das Pulver bräunlich wird und kaum noch duftet, ist es Zeit für eine neue Packung.