Das Wichtigste in Kürze
Einzelkräuter sind getrocknete Pflanzen einer einzigen Art, also zum Beispiel nur Kamille, nur Salbei oder nur Brennnessel. Es gibt sie ganz, grob oder fein geschnitten und als Pulver. Gute Qualität erkennen Sie an kräftiger Farbe und typischem Duft beim Zerreiben. Luftdicht, dunkel und trocken gelagert bleiben Blätter und Blüten etwa ein Jahr aromatisch, Wurzeln, Rinden und Samen bis zu zwei Jahre. In unserem Kräuterlexikon finden Sie über 40 Pflanzen von A bis Z mit eigenem Porträt.
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Inhalt
Was sind Einzelkräuter?
Im Laden fragen uns viele Kundinnen und Kunden: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Einzelkraut und einem Tee?“ Die Antwort ist einfach. Ein Einzelkraut ist eine einzige Pflanzenart, getrocknet und je nach Verwendung geschnitten oder gemahlen. Eine Teemischung dagegen besteht aus mehreren Kräutern, die zusammen einen bestimmten Geschmack ergeben.
Einzelkräuter sind so etwas wie die Grundzutaten der Kräuterküche. Mit ihnen lernen Sie jede Pflanze für sich kennen: wie sie riecht, wie sie schmeckt und wie sie sich im Aufguss verhält. Daraus können Sie später eigene Mischungen zusammenstellen, Gerichte würzen, Räuchermischungen ansetzen oder Duftsäckchen füllen. Bei uns im Kräuterhof arbeiten wir seit Generationen mit Einzelkräutern, und unser Sortiment reicht von heimischen Wiesen- und Waldkräutern bis zu Pflanzen aus fernen Ländern.
Wichtig ist der Pflanzenteil. Auf dem Etikett steht deshalb nicht nur der Name, sondern auch, was verwendet wird: Kraut (alle oberirdischen Teile), Blätter, Blüten, Früchte, Samen, Wurzel oder Rinde. Von der Brennnessel gibt es zum Beispiel Blätter, Samen und Wurzel, und jedes davon schmeckt anders.
Welche Schnittformen gibt es bei Kräutern?
Die Schnittform entscheidet darüber, wie schnell ein Kraut sein Aroma abgibt und wofür es sich eignet.
- Ganz: ganze Blüten, Blätter, Knospen oder Früchte, zum Beispiel Kamillenblüten, Rosenknospen oder Hagebutten. Ganze Kräuter halten ihr Aroma am längsten und sehen in Mischungen schön aus.
- Grob geschnitten: größere Stücke, in denen die Pflanze noch gut zu erkennen ist. Ein Beispiel ist unser fränkisches Blattkrüll bei den Brennnesselblättern.
- Fein geschnitten: der klassische Teeschnitt mit kleinen, gleichmäßigen Stücken. Er gibt sein Aroma rasch ab und lässt sich gut abmessen und mischen.
- Pulver: fein gemahlen für Küche, Backen, Smoothies und Getränke zum Einrühren. Pulver verliert sein Aroma schneller und sollte zügig verbraucht werden. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Kräuterpulver.
Feste Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden und Samen geben ihren Geschmack langsamer ab als zarte Blätter und Blüten. Sie werden deshalb oft länger gezogen oder einige Minuten leicht gekocht.

Grober Schnitt: Im fränkischen Blattkrüll bleiben die Brennnesselblätter gut erkennbar.

Feiner Teeschnitt: Salbeiblätter in kleinen, gleichmäßigen Stücken.
Woran erkennt man gute Qualität bei getrockneten Kräutern?
Mit ein wenig Übung erkennen Sie gute Ware mit Augen und Nase. Achten Sie auf diese Punkte:
- Farbe: Blätter sollten grün, Blüten farbig sein. Sehr blasse, gelblich-braune oder graue Ware ist oft alt oder zu warm getrocknet.
- Duft: Zerreiben Sie eine kleine Menge zwischen den Fingern. Minze, Melisse oder Salbei müssen deutlich nach sich selbst duften. Riecht es muffig oder nach nichts, lassen Sie es stehen.
- Anteil: Wenig grobe Stängel, kein Staub, keine Fremdteile.
- Kennzeichnung: Botanischer Name, Pflanzenteil und Schnittform sollten angegeben sein. So vermeiden Sie Verwechslungen ähnlich klingender Pflanzen.
Ausführliche Tipps zu Herkunft, Anbau und Einkauf haben wir im Ratgeber Kräuter kaufen zusammengestellt. Wer selbst sammelt, findet in Kräuter trocknen die passende Anleitung.
Wie lagert man getrocknete Kräuter richtig?
Getrocknete Kräuter mögen es dunkel, trocken, kühl und luftdicht. Licht bleicht Farbe und Aroma, Feuchtigkeit lässt sie verklumpen oder schimmeln, Wärme treibt die Duftstoffe aus.
- Bewahren Sie Kräuter in gut schließenden Blechdosen oder dunklen Gläsern auf.
- Stellen Sie sie nicht über den Herd, neben den Backofen oder auf die Spülmaschine.
- Lagern Sie stark duftende Kräuter wie Minze oder Beifuß getrennt, sonst nehmen mildere Kräuter ihren Geruch an.
- Beschriften Sie jede Dose mit Name und Datum.
Als Faustregel gilt: Blätter und Blüten bleiben etwa ein Jahr schön aromatisch, Wurzeln, Rinden und Samen bis zu zwei Jahre. Pulver verbrauchen Sie möglichst innerhalb weniger Monate. Danach sind Kräuter nicht verdorben, sie schmecken aber schwächer.
Sabines Tipp
„Kaufen Sie lieber kleinere Mengen und dafür öfter. Ich fülle mir zu Hause immer nur eine Dose für die nächsten Wochen ab, der Rest bleibt verschlossen im Vorrat. So öffnet man nicht jeden Tag den ganzen Beutel, und das Aroma hält deutlich länger.“
Wie mischt man Tee aus Einzelkräutern?
Eine eigene Teemischung ist leichter, als viele denken. Bewährt hat sich ein einfacher Aufbau aus drei Teilen:
- Grundkraut (etwa die Hälfte): ein mildes Kraut, das den Geschmack trägt, etwa Brennnessel, Himbeerblätter, Rotklee oder Melisse.
- Aromakraut (etwa ein Drittel): ein Kraut mit Charakter, zum Beispiel Minze, Salbei, Thymian oder Zitronengras.
- Schmuck und Feinheit (der Rest): Blüten wie Rosen, Ringelblume, Kamille oder Malve. Sie bringen Farbe, Duft und eine zarte Note.
Für eine Tasse nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel der Mischung, übergießen sie mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen sie 5 bis 10 Minuten ziehen. Mischen Sie zunächst kleine Mengen und notieren Sie das Verhältnis. Viele Beispielrezepte finden Sie im Ratgeber Kräutertee selber mischen.

Rosenblüten: bringen Farbe und Duft in jede Teemischung.
Kräuterlexikon: Einzelkräuter von A bis Z
Hier finden Sie alle Kräuter, zu denen wir ein ausführliches Porträt geschrieben haben. Jedes Porträt erklärt Botanik, Herkunft, Namen, Duft und Geschmack und zeigt, wie Sie das Kraut in Küche, Tee oder Brauchtum verwenden.
A bis E
- Alant: mannshohe Staude mit gelben Sonnenblüten und würzig-herber Wurzel.
- Angelikawurzel: die aromatische Wurzel der Engelwurz, bekannt aus alten Kräuterlikören.
- Ashwagandha: Wurzel eines Nachtschattengewächses aus Indien, mild-erdig im Geschmack.
- Bärlauch: Frühlingskraut aus dem Auwald mit feinem Knoblaucharoma.
- Baldrian: Staude mit duftenden Blütendolden und einer Wurzel, die Katzen magisch anzieht.
- Beifuß: silbriges Würzkraut für den Gänsebraten und eines der ältesten Räucherkräuter.
- Birke: zarte Birkenblätter für einen milden, leicht herben Tee.
- Brennnessel: vielseitige Wildpflanze für Spinat, Suppe, Chips und Tee.
- Eisenkraut: zierliches Kraut mit langer Geschichte im Brauchtum.
- Enzianwurzel: kräftig bittere Alpenwurzel, bekannt vom Enzianschnaps.
F bis K
- Frauenmantel: faltige Blätter, in denen morgens kleine Tauperlen glitzern.
- Gänseblümchen: essbare Blüten für Salat, Quark und Frühlingsdeko.
- Goldrute: leuchtend gelbe Spätsommerstaude an Wegen und Böschungen.
- Gundermann: würziges Bodenkraut, auch Gundelrebe genannt.
- Hagebutte: Frucht der Wildrose für fruchtig-säuerlichen Tee und Mus.
- Himbeerblätter: milder, leicht fruchtiger Tee und gute Grundlage für Mischungen.
- Hopfenblüte: Bierwürze, Duftkissen und Kletterpflanze in einem.
- Johannisbeerblätter: duften beim Zerreiben deutlich nach Johannisbeeren.
- Kamille: apfelduftende Blütenköpfchen, ein Klassiker unter den Kräutertees.
- Kapuzinerkresse: kresseartig scharfe Blätter und essbare Blüten.
- Königskerze: die Marienkerze in der Mitte des Kräuterbuschens.
L bis R
- Labkraut: Echtes Labkraut mit honigduftenden gelben Blüten, das Liebfrauenbettstroh.
- Löwenzahn: Blätter, Wurzel und Blüten für Salat, Sirup und Tee.
- Malve: ihre Blüten färben den Tee blau, mit Zitrone wird er rosa.
- Melisse: frischer Zitronenduft für Tee, Limonade und Desserts.
- Minze: Pfefferminze und ihre Verwandten, kühl und frisch.
- Mistel: immergrüner Halbschmarotzer und Glücksbringer zu Weihnachten.
- Odermennig: gelbe Blütenähren und kleine Klettfrüchte am Wegrand.
- Ringelblume: orange leuchtende Blüten für Tee und als essbare Deko.
- Rosenblüten: duftende Blüten für Tee, Küche und Potpourri.
- Rotklee: süßliche Wiesenblüten für einen milden Tee.
S bis Z
- Salbei: würzig-herbe Blätter für Küche und Tee.
- Schafgarbe: herb-aromatisches Wiesenkraut mit weißen Dolden.
- Schlüsselblume: gelber Frühlingsbote, in der Natur geschützt.
- Spitzwegerich: schmale Blätter am Wegrand, junge Blätter schmecken leicht nach Pilzen.
- Storchenschnabel: benannt nach seinen langen, schnabelförmigen Früchten.
- Tulsi: das indische Basilikum mit nelkenartigem Duft.
- Vogelmiere: zartes Wildkraut für Salat und Brotbelag.
- Waldmeister: Heuduft für die Maibowle.
- Weidenröschen: zarte rosa Blüten und ein milder, krautiger Tee.
- Wermut: eines der bittersten Kräuter, Namensgeber des Wermutweins.
- Ysop: würzig-minziger Lippenblütler aus dem Klostergarten.
- Zitronengras: zitronig-frisch, aus der asiatischen Küche bekannt.
Erika, die Blüte der Heide: Noch ohne eigenes Porträt, aber ein echter Liebling vieler Kundinnen ist die Erika. Gemeint ist im Kräuterhandel meist die Besenheide (Calluna vulgaris), ein Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse. Sie wird 20 bis 50 Zentimeter hoch und färbt von August bis Oktober ganze Landschaften wie die Lüneburger Heide rosa-violett. Aus ihren Zweigen band man früher Besen, daher der Name. Die getrockneten Blüten ergeben einen milden, leicht süßlichen und blumigen Tee. Bienen lieben die Heide, aus ihrem Nektar entsteht der dunkle, fast gelartige Heidehonig.

Erikablüten: die zarten Blüten der Besenheide für einen milden, blumigen Tee.
Was Sie dafür brauchen
KamilleGanze Blütenköpfchen, mild und apfelduftendAnsehen
Brennesselblätter fränkisches BlattkrüllGrober Blattkrüll für Tee und MischungenAnsehen
Salbeiblätter fein/geschnittenFein geschnitten, würzig-herbAnsehen
RosenblütenDuftende Blüten für Tee und KücheAnsehen
SchafgarbenblüteHerb-aromatische Blüten für MischungenAnsehen
Erika BlüteBlumig-milde Blüten der BesenheideAnsehen
Brennesselblätter PulverFein gemahlen für Küche und GetränkeAnsehenHäufige Fragen zu Einzelkräutern
Was ist der Unterschied zwischen Einzelkräutern und Teemischungen?
Ein Einzelkraut besteht aus einer einzigen Pflanzenart, etwa nur Kamille. Eine Teemischung kombiniert mehrere Kräuter, Blüten oder Früchte zu einem bestimmten Geschmack.
Wie lange sind getrocknete Kräuter haltbar?
Luftdicht, dunkel und trocken gelagert behalten Blätter und Blüten etwa ein Jahr ihr volles Aroma, Wurzeln, Rinden und Samen bis zu zwei Jahre. Pulver sollte innerhalb weniger Monate verbraucht werden.
Welche Schnittform ist die richtige für Tee?
Für Tee eignen sich ganze Blüten und fein oder grob geschnittene Kräuter. Der feine Teeschnitt gibt sein Aroma am schnellsten ab, ganze Blüten halten länger frisch. Pulver ist eher für Küche und Getränke zum Einrühren gedacht.
Woran erkennt man alte Kräuter?
An blasser, bräunlicher oder grauer Farbe und an schwachem oder muffigem Geruch. Zerreiben Sie eine Prise zwischen den Fingern: Frische Kräuter duften deutlich.
Wie viel Kraut nimmt man für eine Tasse Tee?
Meist 1 bis 2 Teelöffel auf einen Viertelliter kochendes Wasser. Blätter und Blüten ziehen 5 bis 10 Minuten, feste Wurzeln und Rinden etwas länger.
Welche heimischen Kräuter eignen sich für Anfänger?
Gut zum Einstieg sind Brennnessel, Melisse, Pfefferminze, Kamille, Himbeerblätter und Rotklee. Sie schmecken mild bis frisch und lassen sich leicht miteinander mischen.